Plastische Chirurgie: Verschönerung ist nicht garantiert
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Ärzte sollen korrigieren, was „die Natur“ versäumt hat oder die Gesellschaft an Akzeptanz verweigert. Sogenannte Schönheitsoperationen sind ein einträgliches Geschäft mit hohen Zuwachsraten. Davon können selbst Ärzte profitieren, die keine mehrjährige fachärztliche Ausbildung in Plastischer (= formender) Chirurgie aufweisen: Prinzipiell darf bei uns jeder approbierte Arzt, gleich welcher Fachrichtung, Gesichter, Brüste, Hüften, Oberschenkel operieren. So kommt es, daß beispielsweise HNO-Ärzte Nasen verändern oder Lungenspezialisten Brüste vergrößern. Das kostet viel Geld. Aussehenskorrekturen rein „der Schönheit wegen“ übernehmen die Kassen nicht.
Zum Preis eines Mittelklassewagens kann die operationswillige Frau bereits eine nette Rundumerneuerung erhalten: kleines Gesichtslifting plus Brüstestraffung, als Dreingabe vielleicht noch ein wenig Fettabsaugen an den Oberschenkeln, die dann zumindest kleidungsbedeckt eine jugendliche Fitneß-Figur versprechen.
Verschönerung ist jedoch nicht garantiert
Unter der Kleidung sieht es nicht selten ganz anders aus, als die Operierte es sich erhoffte. Da graben sich mitunter tiefe, operationsbedingte Krater in die fettabgesaugten Schenkel und den Po (eine der häufigsten Komplikationen solcher Eingriffe, die verbitterte Patientinnen später vor den Kadi treibt). Hochgesetzte oder aufgepolsterte Brüste haben womöglich „schielende“ Brustwarzen bekommen oder sind jetzt unempfindlich für liebevolle Berührungen. Ja, vielleicht mußten sie mehrmals nachoperiert werden, weil sich um die Brust-Einlagen harte Bindegewebsstränge formierten (die gefürchtete Kapselbildung) und die Brüste aussahen und sich anfühlten wie Tennisbälle.