Plastische Chirurgie: Wägen Sie einen Eingriff genau ab
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Tief sitzen kann der Schock, sich nach einer kosmetischen Operation im Spiegel nicht mehr wiederzuerkennen. Das fremde Gesicht mit den neuerdings hohen Wangenknochen, der jetzt völlig geraden (aber leider gar nicht mehr ausdrucksvollen) Nase, den vergrößerten, nun stets leicht erstaunt blickenden Augen ins eigene Körperselbstbild zu integrieren, das schließlich über Jahrzehnte in der Psyche gewachsen ist – an dieser Aufgabe scheitern manchmal selbst diejenigen, die sich eine Aussehensveränderung sehr gewünscht und lange dafür gespart haben.
Manche Frauen überkommt die Einsicht, daß sie ihren gewohnten Körper mitsamt seinen angeblichen Schönheitsfehlern eigentlich doch recht lieb haben, gerade noch rechtzeitig: Etwa 18% aller ursprünglich Operationswilligen, so bemerken Plastische Chirurgen, kommen nach dem Erstgespräch nicht wieder. Andere werden von den Operateuren unverrichteter Dinge heimgeschickt: Zu offensichtlich benötigen sie eher psychotherapeutische Hilfe als eine operative Therapie – oder sollten sich besser von ihrem Partner trennen, der bloß an ihnen herummäkelt.
Eine gesunde Frau sollte jeden chirurgischen Eingriff in ihre körperliche Integrität genau abwägen. Er ist eine sehr einschneidende Sache – und nie mehr rückgängig zu machen.
Zum Weiterlesen: Margaret Minker und Renate Scholz: Alles über Schönheitsoperationen. Humboldt-Taschenbuchverlag, München ‘92. Dieses Buch ist leider inzwischen vergriffen. Sie können es sich aber in Büchereien ausleihen.