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Plastische Chirurgie - Schönheitswahn oder nötige OP? Was teckt dahinter?

In vielen Fällen fängt es harmlos an. Bloß die Tränensäcke straffen, damit eine Frau nicht mehr bei jedem Blick in den Spiegel mit dem biologischen Alter konfrontiert wird, das ihrem „inneren Alter“ um Jahre vorauszueilen scheint.

Könnte man nicht bei dieser Gelegenheit die Oberlider in Form bringen? Ebenso die Kinnlinie, die sich mit fünfzig nicht mehr so straff an den Kiefer schmiegt wie einst im Lebensmai? Was wäre mit einer Liposuction, einer Fettabsaugung der Oberschenkel?

Angesichts ihres Körpers, der das Ende der Jugend anzeigt, schrumpft das Selbstbewusstsein so mancher Fünfzigerin. Möglicherweise sollte ich, überlegt sie. Und damit das niemand bemerkt, tue ich so, als verreise ich für ein paar Wochen.

Risiken und Nebenwirkungen

Über seltene Gefahren von kosmetischen Operationen klärt der behandelnde Arzt vorab gründlich auf, sonst darf er aus rechtlicher Sicht das Skalpell nicht ansetzen. Ein gewisses Risiko birgt jede Operation und jede Anästhesie.

Ist eine Operation medizinisch angezeigt (auch eine kosmetische Korrektion), wiegt man das Risiko des Eingriffs sorgfältig gegen die Schwere des bestehenden Zustandes ab.

Mindestens genauso wichtig ist dies, wenn es darum geht, sich um derjugendlichen Erscheinung Willen unter das Messer zu begeben. So spult sich vor der verschönerungswilligen Klientin eine beachtliche Liste möglicher Gefahren ab:

  • anaphylaktischer Schock bei Allergie gegen das verabreichte Narkotikum
  • Nervus-facialis-Paralysen (Lähmung der Mimik-Nerven) bei unvorhersehbaren anomalen Faserverläufen
  • mögliche Verletzung des Lidhebemuskels und damit die Gefahr, dass das Oberlid gelähmt herabsinkt
  • Risiko einer Austrocknung der Augenbindehaut, die zur Erblindung führen kann, falls die gestrafften Gewebe keinen Lidschluss mehr erlauben
  • chronisches Triefauge, falls am Tränensack ein Millimeter zu viel weggeschnitten wurde
  • unbotmäßige Keloiden (Narbenwucherungen)

Alle diese Komplikationen treten zwar nicht häufig auf, sind aber möglich. Die wenigsten glauben, dass es vor allem sie trifft.

Hilfe zur Selbstbehauptung?

Wieder oder endlich schön sein – welche Frau will das nicht? Vor allem wenn sie in letzter Zeit erlebte, wie ihr Partner jüngere, glatthäutige, schmalhüftige Frauen mit begehrlichem Blick betrachteten und sich nachts von ihr weg auf die andere Seite drehten.

Oder wenn der langjährige Chef ihr die hübsche junge Frau zur Seite stellt – „zum Einarbeiten, Frau X, das kann keine wie Sie!“. Das Kompliment schmeckte schal, denn dahinter spürte sie das Gespenst der Kündigung.

Als sie vor kurzem den schicken Rock aus der Auslage anprobieren wollte, beschied sie die Verkäuferin, der sei nur „in jungen Größen“ da. Das tut weh und deprimiert zusätzlich in den Wechseljahren.

Das Altern fällt schwer!

Bei uns haben es Frauen schwer, unbehelligt in Würde zu altern. Der Umgang mit natürlichen Lebensspuren fällt den wenigsten Menschen leicht: mit der Schwerkraft nachgebenden Brüsten, Schwangerschaftsstreifen oder weiblichen Fettpölsterchen an Bauch und Hüften.

Der Jugendlichkeits- und Schlankheitswahn aus sämtlichen Medien nagt tagtäglich am weiblichen Selbstwertgefühl. Bei rund achtzig- bis neunzigtausend deutschen Frauen pro Jahr wirkt die unausgesetzte Gehirnwäsche so erfolgreich, dass es sie zum kosmetischen Chirurgen zieht.

Dies gilt darüber hinaus auch für dreißig- bis vierzigtausend Männer. Sie fürchten mit Tränensäcken und Hängebäuchen um ihre Berufschancen oder begegnen ihrer Glatze mit Haartransplantationen.

Medizinisch angezeigte Körperkorrekturen

Für manche operative Körperkorrektur bestehen handfeste medizinische Gründe. Übergroße Brüste zu verkleinern, entlastet die Wirbelsäule und verbessert die Körperstatik. Eine schiefe Nase enthält in der Regel eine verbogene Nasenscheidewand, welche die Atmung behindert.

Ein unschönes Muttermal bedeutet unter Umständen eine erhöhte Krebsgefahr, falls man es ständig aufscheuert. Natürlich übernehmen die Kassen plastische Operationen nach verstümmelnden Operationen, wegen Gaumen-Kiefer-Spalten, schmerzender Hammerzehen, bei Unfallfolgen oder ähnlichen Körperschäden.

Schönheitsoperationen: Facelifting

Bis ins höhere Lebensalter hinein ein möglichst jugendliches Aussehen bewahren – vielleicht hegen auch Sie diesen heimlichen Wunsch. Skalpell, Laser und Spritzen in den Händen der Schönheitschirurgen ermöglichen dies heute teilweise.

Optische Verjüngung mit dem Skalpell

Das klassische Facelifting strafft die Konturen Ihres Gesichtes und lässt Falten verschwinden. Die Ärzte behandeln unter Vollnarkose Schläfen, Wangen und Hals gleichzeitig. Es handelt sich dabei um einen großen Eingriff, der den gesamten Organismus stark belastet.

Der Hautschnitt verläuft auf beiden Seiten von der Stirnmitte direkt hinter der Haargrenze bis hinter das Ohrläppchen. Der Chirurg löst in einer mehrstündigen Operation die Haut von der Muskel- und Fettschicht. Er entfernt das überschüssige Fett von Hals, Kinn und Wangen, dann strafft er das Muskel- und Bindegewebe von Hals und Gesicht.

Er entfernt überschüssige Haut und vernäht die Schnitte im Anschluss wieder. Ein Gesichtsverband verhindert starke Schwellungen. Neben dem kompletten Standard-Lifting gibt es verschiedene kleinere Eingriffe im Angebot: Dazu zählt beispielsweise das Mini-Lifting, bei dem der Chirurg lediglich die Wangenhaut strafft, oder das Brauen-Lifting. Die Muskulatur bleibt dabei unberührt.

Die Risiken eines Faceliftings

  • allgemeine Narkose- und Operationsrisiken
  • verzögerte Wundheilung (durch Infektionen oder falsche Operationstechnik)
  • Absterben von Gewebeteilen (Nekrosen, vor allem bei Rauchern)
  • Narbenwucherungen
  • starre Mimik

In sehr seltenen Fällen treten als Folge des Eingriffs irreversible Nervenschädigungen auf, die Taubheitsgefühle und Lähmungen verursachen.

Weitere mögliche unerwünschte Begleiterscheinungen sind: beeinträchtigter Haarwuchs am Haaransatz (im Bereich der Schnittführung), Eindellungen zwischen den Brauen, asymmetrische Brauen und zu weit vorne liegende Ohrläppchen.

Mit jedem Mal unnatürlicher

Je nach Hauttyp sehen Sie nach einem Komplett-Lifting etwa 10 Jahre lang um bis zu 15 Jahre jünger aus. Danach stellen sich wieder Falten ein, die Haut erschlafft und der Eingriff muss wiederholt erfolgen.

Mit jedem Eingriff sieht das Gesicht unnatürlicher und steifer aus, es entfernt sich immer mehr von seinem ursprünglichen natürlichen Aussehen. Ihr Lebensstil (Rauchen, Alkohol, Sonneneinstrahlung) beeinflusst die Haltbarkeit des Eingriffs.

Das endoskopische Stirnlifting ist weniger riskant

Der Einsatz eines Endoskops ermöglicht schonendere Eingriffe. Diese „Schlüsselloch-Operationstechnik“ hinterlässt deutlich kleinere Narben als das klassische Lifting. Bislang beschränkt sich die Anwendung dieser Technik allerdings auf den Stirnbereich.

Der Eingriff ist mit den gleichen Risiken behaftet wie das herkömmliche Lifting. Dazu kommt als zusätzliches Risiko eine zu hohe Positionierung der Brauen, die dem Betroffenen einen scheinbar ständig „erstaunten“ Gesichtsausdruck verleiht.

Lidstraffung: kleiner Eingriff mit großer Wirkung

Bei manchen Menschen wirken die Augen bereits mit 40 Jahren müde. Entfernt ein Chirurg überschüssiges Haut- und Fettgewebe, wirken Ihre Augen und damit das ganze Gesicht um Jahre jünger.

Möglicherweise ist dieser relativ einfache Eingriff (Dauer etwa 50 bis 90 Minuten) für Sie eine gute Alternative zum aufwändigen und nicht ungefährlichen Facelifting.

Der Eingriff gilt als risikoarm. Dennoch kann es auch hier zu Komplikationen kommen (z. B. übermäßige Narbenwucherungen). Beschädigt man den Lidhebermuskel, kann der Patient das Auge nicht mehr vollständig öffnen.

Schönheitsoperationen: Brustvergrößerung

Bei einer Brustvergrößerung ist eine Vollnarkose erforderlich. Der Chirurg macht einen etwa 4 Zentimeter langen Hautschnitt etwa in der Hautfalte unterhalb der Brust, am Rand der Brustwarze oder in der Achselhöhle.

Durch diesen Hautschnitt modelliert der Chirurg entweder hinter der Brustdrüse oder dem Brustmuskel eine Art Höhle, in die er das Implantat schiebt. Nach der Operation sorgt einfester Verband für die Stützung des Gewebes. Die Operation dauert für beide Brüste zwischen ein und zwei Stunden. Etwa sechs Wochen lang tragen Sie einen strammen BH.

Risiken und mögliche Komplikationen

Eine solche Brustoperation gilt als großer und schwerwiegender Eingriff, bei dem die üblichen  gravierenden Risiken wie Thrombosen und Embolien bestehen. Es können Infektionen, Schmerzen, Blutergüsse, Wundheilungsstörungen und Sensibilitätsbeeinträchtigungen auftreten.

Manche Frauen klagen über taube oder überempfindliche Brustwarzen. Dies bildet sich in aller Regel zurück. Das häufigste Problem stellt die so genannte Kapselfibrose dar. Sie tritt in 6 bis 10 Prozent aller Fälle auf. Der Körper wehrt sich gegen das Implantat und umschließt es mit einer Hülle aus Bindegewebe.

Hin und wieder geht das Implantat durch äußere Einwirkung (Gewalt, Unfall, schwere Stürze), Verschleiß oder Materialfehler kaputt. Eine Infektion des Gewebes, das ein Brustimplantat aus Silikon umgibt, ist eine gefährliche Komplikation. Da Silikon Keime anzieht, gilt sie darüber hinaus als sehr gefürchtet.

Silikon zieht Keime an

Ein Brustimplantat besteht aus einer Silikonhülle, die mit Silikongel oder Kochsalzlösung gefüllt ist. Vor etwa 15 Jahren zweifelten Experten die gesundheitliche Unbedenklichkeit von Silikongel an, diese Zweifel hat man jedoch bislang wissenschaftlich nicht bestätigt.

Implantatträgerinnen sollten sich darüber bewusst sein, dass ihre Prothesen Bakterien aus dem Blutstrom „einfangen“ können, da Silikon Keime anzieht. In einem solchen Fall operiert man das Implantat wieder raus.

Experten raten aus diesem Grund bei jeder schwereren Infektion im gesamten Körper, so früh wie möglich vorbeugend Antibiotika zu geben, um eine Ansteckung des Implantatortes zu vermeiden. Das gilt auch für chirurgische und zahnärztliche Eingriffe.

Manche Experten empfehlen sogar den Einsatz von Antibiotika bei jeder zahnärztlichen Behandlung von Frauen mit Silikon-Busen. Dies schädigt jedoch auf Dauer Ihr Immunsystem. Moderne Implantate halten etwa 10 Jahre. Sie beeinträchtigen die Stillfähigkeit normalerweise dadurch nicht. Eine Mammografie ist jedoch lediglich bedingt zu beurteilen.

Achtung bei permanenten Füllstoffen

Hüten Sie sich vor so genannten permanenten Füllstoffen wie Silikon, Acrylate oder Polyurethan. Diese sind generell nicht zu empfehlen. In der Schweiz rät das dortige Gesundheitsministerium ausdrücklich davon ab. Diese Materialien resorbiert der Körper nicht oder teilweise.

Was bei dem Eingriff unter Umständen schief geht, besteht dauerhaft. Auch die Nebenwirkungen sind von Dauer. Durch die Schwerkraft können die Füllmaterialien „nach unten“ wandern. Wird das Körpergewebe (insbesondere das Unterhautfettgewebe) mit der Zeit dünner, treten die Implantate als Erhebungen hervor.

Silikonöl zur Faltenunterspritzung ist in Deutschland verboten. Dennoch verwenden einige Ärzte es. Als problematisch gilt vor allem die unterschiedliche Qualität des Öls.

Professor Mang: „Es gibt Billigöle, bei denen winzige Silikonteilchen unter der Haut wandern und sich im ganzen Gesicht verteilen. Plötzlich entstehen hässliche Beulen.“ Das Silikon lässt sich nicht wieder aus Ihrem Körper entfernen.

Fragen Sie nach!

Der Arzt sollte Ihnen aus diesem Grund genau erklären, welches Material er verwendet beziehungsweise aus welchen Bestandteilen es zusammengesetzt ist. Schauen Sie sich notfalls die Originalverpackung an. Wichtige Testfrage: Wann muss ich den Eingriff wiederholen?

Botulinumtoxin: Vom Nervengift zum Heilmittel

Der Begriff Botulismus stand in der Vergangenheit für die Ursache einer tödlich verlaufenden Lebensmittelvergiftung. Heute gewinnt der nutzbringende Einsatz von Botulinumtoxin als Behandlungsmethode für viele Erkrankungen zunehmend an Bedeutung.

Botulinumtoxin als Wunderwaffe

Häufig beschreibt die Medizin das Botulinumtoxin als Wunderwaffe, obwohl die meisten Menschen darin lediglich ein vorübergehendes Heilmittel gegen Falten sehen. Die Bedeutung der therapeutischen Möglichkeiten des Botulinumtoxins nimmt auch in Deutschland zu.

Dies erkennt man daran, dass die Deutsche Gesellschaft für Neurologie 2007 einen wissenschaftlichen Kongress zu dem Thema veranstaltete. Die Injektion winziger Mengen des Botulinumgifts hilft Menschen dabei, mit verschiedenen Beschwerden besser umzugehen.

Diese reichen von Schwierigkeiten beim Schlucken bis zu schmerzhaften, unfreiwilligen Muskelkrämpfen (Dystonie). Das Gift hilft darüber hinaus bei Krämpfen, die durch die Parkinson-Krankheit, Multiple Sklerose (MS) oder einen Schlaganfall entstehen. Neuerdings hält das verdünnte Gift Einzug in neue Therapieformen für Erkrankungen der Harnblase oder zur Wundheilung im Gesichtsbereich.

Wirkungsweise des Giftes

Botulinumtoxin stellt ein natürliches Produkt des Bakteriums Clostridium botulinum dar. Das Gift blockiert die Kommunikation zwischen Nerven und Muskeln. Dabei hemmt es die Ausschüttung des Botenstoffs Acetylcholin, der das Signal von den Nerven zur Muskelzelle überträgt. Das Resultat ist eine Lähmung der Muskulatur.

Im Falle einer tödlich verlaufenden Botulismus-Lebensmittelvergiftung nahm der Betroffene eine deutlich größere Menge des Giftes auf, als bei der therapeutischen Anwendung eingesetzt wird. Dies führt zu einer generalisierten Muskellähmung, die auch die Atemmuskulatur betrifft.

Vor etwa 30 Jahren entdeckten Mediziner, dass Injektionen von geringen Mengen des natürlich vorkommenden Toxins in einen Muskel die Muskelbewegung über einen Zeitraum von mehreren Monaten stilllegen.

Bei Anwendung des Giftes in der beschriebenen Art war es sicher und von Nutzen und verursachte keine tödlich verlaufende Erkrankung. Da die Wirkung des Giftes mit der Zeit nachlässt, sind häufig wiederholte Injektionen notwendig, um den gewünschten Effekt zu erhalten.

Anwendungen mit Botox

Die amerikanische Zulassungsbehörde Food and Drug Administration (FDA) ließ zwei Medikamente mit dem Giftwirkstoff zu: Botulinumtoxin Typ A (Botox) und Botulinumtoxin Typ B (Myobloc). Botulinumtoxin Typ A ließ man zur Behandlung mehrerer Erkrankungen zu.

Botulinumtoxin-Injektionen in die Muskeln rund ums Auge helfen Menschen, mit ihren lästigen unfreiwilligen Augenlidkrämpfen (Blepharospasmen) zurechtzukommen. Das Gift unterstützt die Kontrolle der unnormalen Muskelkontraktionen, die unter Umständen mit Schielen (Strabismus) einhergehen.

Es bringt darüber hinaus Erleichterung bei krankhaft vermehrter Schweißbildung (Hyperhidrosis). Dazu spritzt man es in die Nerven, die das Schwitzen der Hände, Füße und Unterarme kontrollieren.

Des Weiteren findet Botox bei kosmetischen Behandlungen Verwendung. Dabei verschwinden vorübergehend feine Gesichtsfalten. Nicht zuletzt hilft das Gift bei der Behandlung von schmerzhaften Muskelkrämpfen im Nacken (Dystonie).

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