Narkose (Anästhesie)
Sie sollen operiert werden und benötigen dafür eine Vollnarkose. Was beunruhigt Sie mehr: der „tiefe Schlaf“ oder die Operation selbst? Die Angst vor dem Unbekannten ist verständlich. Aber neuere und zunehmend sichere Medikamente, zusammen mit größeren Fortschritten in der medizinischen Überwachungstechnologie, machen eine Narkose heute sicherer als je zuvor.
Von örtlich begrenzter Betäubung bis zur Vollnarkose - Anästhetika sind vielseitig
9,7 Millionen chirurgische Eingriffe wurden 1997 – ambulant und stationär – in Deutschland durchgeführt, zahnärztliche Operationen nicht mitgerechnet (Deutsche Krankenhausgesellschaft, Düsseldorf; Kassenärztliche Bundesvereinigung, Köln). Welches Narkoseverfahren bei einer Operation angewendet wird, hängt von der Erkrankung des Patienten und dem geplanten Eingriff ab. Zu den Narkoseverfahren zählen:
Örtliche Betäubung (Lokalanästhesie) – Diese Form wird zur Betäubung eines kleinen Teils des Körpers angewandt. Der Patient bleibt dabei wach. Meist wird örtliche Betäubung für ambulante Eingriffe eingesetzt, zum Beispiel bei zahnärztlichen Eingriffen, Hautbiopsien oder zum Vernähen einer kleinen Wunde.
Die Mittel, die bei der örtlichen Betäubung verwandt werden, sind im Allgemeinen kurz wirksam. Es gibt sie in verschiedenen Darreichungsformen, zum Beispiel als Spray, Salbe und Injektion. Nur selten kommt es zu allergischen Reaktionen.
Leitungsanästhesie – Diese Form der örtlichen Betäubung wird benutzt, um die Empfindung in einer bestimmten Körperregion auszuschalten. Das Betäubungsmittel wird in die Umgebung eines einzelnen Nervs oder eines Nervengeflechts gespritzt, das sich verzweigt und diese Region versorgt.
Gegebenenfalls werden zusätzlich intravenöse Beruhigungsmittel verabreicht, um eine Entspannung herbeizuführen. Sie machen den Patienten schläfrig, obwohl er bei Bewusstsein bleibt.
Bei der spinalen, epiduralen und caudalen Anästhesie wird ein Betäubungsmittel nahe dem Rückenmark gespritzt. Somit werden Nerven wirksam betäubt, die die untere Hälfte des Körpers versorgen. Diese Methoden werden häufig bei Operationen des Beckens, der Hüfte und der Beine angewandt.
Vollnarkose – Sie wird bei größeren Operationen angewandt, bei denen Sie nicht bei Bewusstsein sein sollten. Die Narkosemittel bei der Vollnarkose werden intravenös oder durch eine Maske verabreicht. Sie wirken als Schlaf-, Schmerz- und als muskelentspannende Mittel. In Vollnarkose besitzen die Patienten kein Erinnerungsvermögen. Welches Anästhetikum eingesetzt wird, hängt von der Art der Erkrankung, dem Alter des Patienten und der geplanten Operation ab.
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