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Minimal invasive Chirurgie (MIC) - erfahren Sie hier alles Wissenswerte!

Schlüsselloch-Operationen (medizinisch: „minimal invasive Chirurgie, MIC) sind operative Eingriffe, bei denen der Arzt möglichst kleine Schnitte setzt. Durch diese werden dann oft winzige Operationsbestecke und eine Kamera eingeführt, sodass der Chirurg die Operation auf einem Bildschirm verfolgen kann.

Doch jede noch so perfekte Methode ist nur so gut wie der Chirurg, der sie ausführt. Bevor Sie sich also für eine neue Methode entschließen, sind Sie gut beraten, ausführliche Erkundigungen über die Klinik und den Operateur einzuholen.

Die Vorteile: kleinere Narben und kürzere Klinikaufenthalte

In vielen bunten Broschüren von Kliniken, die mit solchen modernen Operationsmethoden werben, werden folgende Pluspunkte immer wieder in den Vordergrund gestellt.

Dadurch zeichnen sich Schlüsselloch- Operationen aus:

  • Weniger Gewebe wird zerstört.
  • Die Schmerzen nach einer Operation sind geringer.
  • Die Krankenhausaufenthalte und die Erholungszeit werden kürzer.
  • Es bleiben kleinere Narben zurück.

Allerdings sollten Sie sich bewusst sein, dass die MIC gegenüber den herkömmlichen Verfahren nicht immer nur Vorteile hat. Kommt es zum Beispiel während eines Eingriffs zu Blutungen, kann der Chirurg nicht wie bei der offenen Operation „schnell den Finger drauf legen“. Er hat nicht wie bei einer normalen OP das gesamte Operationsfeld vor Augen, sondern kann sich lediglich anhand eines Fernsehbildes orientieren.

Studie zeigt: Nur erfahrene Chirurgen sind wirklich gut

Dass eine Schlüsselloch-Operation nicht immer besser ist als ein konventioneller Eingriff, zeigt u. a. eine Studie der Universität Salt Lake City/USA aus dem Jahr 2004. Die Mediziner haben über 2.000 Patienten nachbeobachtet, die wegen eines Leistenbruchs operiert worden waren.

Die Hälfte wurde „offen“, also nach herkömmlichen Methoden, operiert, bei den anderen Patienten wurde der Eingriff per MIC vorgenommen. Nach zwei Jahren mussten 5 % der Patienten aus der „offenen“ Gruppe erneut an der Leiste operiert werden. In der MIC-Gruppe waren es dagegen doppelt so viele.

Die Studie zeigt auch, wie wichtig die Erfahrung des jeweiligen Chirurgen ist: Diejenigen, die mehr als 250 Leistenbrüche pro Jahr operierten, hatten eine mit herkömmlichen Operationen vergleichbare Fehlerrate von 5 %. Dagegen lag die Quote bei denen, die unter 250 solcher Eingriffe vornahmen, deutlich über 10 %.

Das Fazit der Studie lautet also: Eine Schlüsselloch-Operation ist nur dann so sicher wie eine offene, wenn Sie sich in die Hände eines erfahrenen Chirurgen begeben.

Hüftgelenkoperationen: Minimalinvasive Verfahren erleichtern den Eingriff für Patienten

Seit Jahren hatten Sie mit Hüftschmerzen zu kämpfen, aber es wurde immer schlimmer. Ihr Arzt rät Ihnen zu einem Ersatz des Hüftgelenks. Es klingt verlockend, die Schmerzen gegen ein neues Gelenk einzutauschen.

Aber die Aussicht auf einen langwierigen Heilungsprozess, der sich über Monate hinziehen kann, und einen mehrwöchigen Aufenthalt in einer Rehabilitationsklinik schreckt Sie ab. Hüftgelenkoperationen gehören zu den häufigsten orthopädischen Eingriffen – in Deutschland werden mehr als 100.000 dieser Operationen pro Jahr durchgeführt.

Früher brauchte es eine lange Zeit bis zur Abheilung. Aber neue, minimalinvasive Verfahren ändern das. Die Patienten können schon wenige Tage nach der Operation nach Hause zurück und verspüren im Allgemeinen weniger Schmerzen.

Außerdem können sie viel früher ihre normalen Alltagsaktivitäten wieder aufnehmen als nach der alten Methode. Obwohl die neuen Verfahren noch nicht überall verfügbar und nicht für jeden Patienten geeignet sind, sind sie viel versprechend.

Wenn Ihre Hüftgelenke erkranken

Wenn der Knorpel in Ihrer Hüfte durch eine Krankheit – typischerweise Osteoarthrose – beschädigt ist, kann die Bewegung des Gelenks Schmerzen verursachen. Die meisten Hüftgelenke werden ersetzt, weil sie durch Osteoarthrose beschädigt sind.

Andere Gründe sind Knochenbruch, Rheumatoide Arthritis, Knochenschwund auf Grund mangelnder Blutversorgung, die zu einer Nekrose führt, und Knochentumore. Die herkömmlichen Eingriffe beim Hüftgelenkersatz werden unter Vollnarkose oder regionaler Betäubung vorgenommen.

Meistens wird ein 20 cm bis 25 cm langer Schnitt an der Außenseite der Hüfte angesetzt. Muskel, Bänder und Sehnen werden getrennt, um zum Knochen vorzustoßen. Dann kann der Chirurg geschädigte Knochen oder Gewebe vom Gelenk entfernen, bevor er eine künstliche Gelenkpfanne einsetzt.

Das obere Ende des Oberschenkelknochens (Femur) wird ausgehöhlt, sodass ein Metallimplantat mit Kugel in den Knochen versenkt werden kann. Im Allgemeinen können Sie damit rechnen, nach einem herkömmlichen Eingriff 10 bis 14 Tage im Krankenhaus zu verbringen.

Hüftschmerzen verschwinden meist in den ersten Wochen darauf, aber es kann bis zu drei Monate dauern, ehe Sie Ihre alte Kraft wiedergewonnen haben. Die Erfolgsquoten der herkömmlichen Operationen sind hervorragend. Weit über 95 % der Patienten verzeichnen eine deutliche Verbesserung der Hüftfunktion und der Schmerzen.

Welche neuen Verfahren es gibt

In den letzten Jahren haben orthopädische Chirurgen der Mayo Clinic und anderer Einrichtungen Verfahren entwickelt, die den Körper weniger stark belasten. Einige Chirurgen kommen bei minimalinvasiven Eingriffen mit Hautschnitten aus, die nicht größer als 10 cm sind.

Bei anderen Verfahren werden zwei Hautschnitte angelegt, die noch kürzer sind. Dadurch wird die Heilungszeit verkürzt und die alte Muskelkraft stellt sich schneller wieder ein. Minimalinvasive Zugänge zum Hüftgelenk erlauben es dem Chirurgen, weniger Muskeln, Bänder und Sehnen zu durchtrennen.

Darüber hinaus unterstützen weitere Änderungen der Operation und der anschließenden Pflege diese Verfahren:

  • Modifizierte Narkose – Zur Schmerzbehandlung können Beruhigungsmittel und örtliche Betäubung (regionaler Block) kombiniert werden, sodass die Gesamtmenge der Narkosemittel herabgesetzt wird, die sonst zu Verwirrung, Schwindel und Übelkeit führen können, was den Beginn der Krankengymnastik verzögert.
  • Schneller zur Krankengymnastik – Mit der schnelleren Erholung von der Narkose können Sie noch am Tag der Operation mit den Übungen beginnen.
  • Verbesserte postoperative Schmerztherapie – Die Verwendung von starken Schmerzmitteln wird minimiert.Diese Verbesserungen können zusammen mit den neuen Operationsverfahren den Krankenhausaufenthalt auf 1 bis 3 Tage verkürzen. Chirurgen, die mehr auf die herkömmlichen Methoden setzen, haben beobachtet, dass ihre Patienten mithilfe der Veränderungen von Narkose, Schmerzbehandlung und Bewegungstraining ebenfalls das Krankenhaus schneller verlassen konnten.

Warum die Verfahren nicht für jeden Patienten geeignet sind

Da die minimal-invasiven Operationen zum Ersatz des Hüftgelenks noch relativ neu sind, gibt es noch keine Studien über Langzeitfolgen. Bislang sind die neuen Verfahren noch nicht überall verfügbar.

Ihr Chirurg kann am besten beurteilen, ob Sie ein geeigneter Kandidat dafür sind. Gegen die neuen Verfahren kann es in Ihrem Falle sprechen, wenn bei Ihnen folgende Bedingungen vorliegen:

  • eine deutliche Deformation der Hüftknochen,
  • ein vollständig ausgekugeltes Gelenk,
  • deutliches Übergewicht,
  • vorherige Hüftoperationen.

Operationstechnisch sind die minimalinvasiven Eingriffe anspruchsvoller als die herkömmlichen Methoden. Kleinere Einschnitte können den Blick auf das eigentliche Gelenk erschweren.

Daneben gibt es mögliche Komplikationen, die mit den minimalinvasiven Techniken einhergehen wie Hüftverrenkung, Knochenbrüche sowie Nerven- und Gefäßschäden.

Wann sich der Eingriff lohnt

Wenn Sie häufig unter den folgenden Symptomen im Zusammenhang mit Ihren Hüften leiden, fragen Sie Ihren Arzt nach der Möglichkeit einer Hüftoperation:

  • Schmerzen, die Sie nachts wach halten,
  • Schwierigkeiten beim Treppensteigen,
  • Beschwerden beim Aufstehen aus einer sitzenden Position,
  • Wenig oder keine Hilfe durch Schmerzmittel,
  • Schmerzen, die Sie von Aktivitäten abhalten, die Ihnen Freude machen.

Endoskopische Operationen

„Sprechen wir von derselben Operation?” Franks Gallenblasenoperation klingt für Peter wie eine „Fast-Food-Operation”. Sein Freund meldete sich morgens im Krankenhaus, ließ sich operieren und ging dann nachmittags mit geringen Beschwerden nach Hause. In weniger als zwei Wochen ging Frank wieder allen gewohnten Tätigkeiten nach. Von der Operation verblieben vier winzige Narben.

Winzige Schnitte für minimale Schmerzen

Peters Gallenblasenoperation vor acht Jahren erforderte einen langen Krankenhausaufenthalt, dem sich eine längere Genesungszeit zu Hause anschloß. Eine 15 cm lange Narbe blieb zurück. Ein revolutionärer Fortschritt in der Chirurgie, der hauptsächlich auf innovative Techniken zurückzuführen ist.

Die hauptsächliche Neuerung: die Operation mittels Endoskop. Die endoskopische Operation basiert auf dem Endoskop. Dies bezeichnet eine bleistiftdicke, hohle Röhre mit eigener Beleuchtungseinrichtung und einer Miniatur-Videokamera. Mit Hilfe dieses Instruments schaut der Chirurg in Ihren Körper hinein, ohne Sie weit aufzuschneiden.

Operation durch das Schlüsselloch

Der Chirurg führt das Endoskop durch eine winzige Schnittöffnung von 1 Zentimeter ein. Während der Chirurg die Operation mit Miniatur-Instrumenten durchführt, die er durch eine oder mehrere andere kleine Schnittöffnungen einführt, überwachen OP-Helfer die Operation auf einem Videomonitor.

Man unterscheidet hierbei Eingriffe in Gelenkbereichen (arthroskopische Operation), in die Bauchhöhle (laparoskopische Operation) und im Brustkorb (thoroskopische Operation).

An den Kontrollhebeln

Während einer robotergestützten Operation sitzt der Chirurg an einer Computerkonsole, die sich einige Meter neben dem Operationstisch befindet. Der Operationsroboter mit den vielen Armen steht neben dem Tisch. Die Roboterarme sind mit besonderen Instrumenten sowie einem Kamerasystem bestückt.

Jeder der mechanischen Arme besitzt ein flexibles Handgelenk, das über eine größere Beweglichkeit verfügt als sein menschliches Pendant. Der Operateur bedient Hebel, um die Position des Roboterarmes zu kontrollieren. Typischerweise befinden sich ein bis zwei Assistenten am Operationstisch.

Sie befestigen bei Bedarf verschiedene Instrumente an den Roboterarmen. Das Kamerasystem projiziert ein dreidimensionales Bild und erlaubt dem Chirurgen damit einen räumlichen Eindruck – nur dass das Bild stark vergrößert ist. Die Kamera vergrößert bestimmte Bereiche im Operationsgebiet um ein Vielfaches:

So erscheint ein winziges Blutgefäß dick wie ein Bleistift. Mit speziellen Bedienhebeln auf der Computerkonsole steuert der Chirurg die endoskopischen Instrumente des Robotiksystems präzise an.

Die winzigen Geräte bewegen sich in Echtzeit mit den Bewegungen des Chirurgen. Ein zusätzlicher Vorteil für den Chirurgen ist die Fähigkeit des Systems, das Händezittern des Chirurgen zu kompensieren. Dadurch steigert sich die Präzision weiter.

Vorteile und Grenzen

In den 60er Jahren setzten Gynäkologen endoskopische Operationen bei kleinen Eingriffen im Beckenbereich ein, wie etwa Eileiterligaturen (Unterbindungen). Erstmals vor einigen Jahren entfernten Chirurgen auf laparoskopischem Weg die Gallenblase.

Seitdem optimieren die Forscher die Techniken rasch und passen sie für andere Spezialfälle an. Folgende Vorteile der Endoskopie gegenüber herkömmlichen Operationsverfahren bestimmten die Weiterentwicklung wesentlich:

  • schnelle Genesung: Da es zu keinem großen Operationstrauma kommt, fallen die Schmerzen geringer und die Narben kleiner aus. Darüber hinaus erfolgt die Genesung rascher.
  • kürzerer Krankenhausaufenthalt: Der stationäre Aufenthalt verkürzt sich bei der endoskopischen Operation um Tage im Vergleich zu konventionellen Verfahren. Die Entfernung der Gallenblase erfordert in der Regel drei bis fünf Tage stationäre Behandlung. Der Einsatz der Laparoskopie benötigt häufig nicht mehr als einen Tag.

Einsatzmöglichkeiten

  • zur Diagnosefindung bei Erkrankungen im Bauchraum, Brustkorb oder in den Gelenken (Inspektionen und Biopsie)
  • bei Operationen an Schulter, Knie, Ellenbogen, Sprunggelenk
  • Operationen an der Prostata und bei Blasentumoren
  • Sterilisation (Eileiterligatur), Zystenentfernung am Eierstock
  • Blinddarmoperation
  • Gallenblasenentfernung
  • Bruchoperationen
  • Eingriffen in Nasen, Nasennebenhöhlen, Rachen

Bereiche, in denen die Endoskopie im Entwicklungsstadium ist

  • Gynäkologie: Gebärmutterentfernungen, bei gut- oder bösartigen Tumoren, Behandlung der Endometriose (Gebärmutterschleimhautwucherungen)
  • Urologie: Gewebeproben (Biopsie), Behandlung von Nierensteinen, Entfernung der Niere
  • Thorax-Chirurgie: Entfernung von gutartigen Lungentumoren, Metastasenentfernung aus der Lunge
  • Gastroenterologie: Entfernung von Darmanteilen bei Entzündungen und gut oder bösartigen Tumoren
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