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Laserchirurgie - eine spannende Operantionsmethode

Laserstrahlen sind stark genug, um Diamanten zu zerschneiden. Andererseits können Ärzte damit auch vorsichtig die empfindliche Oberfläche des Auges modellieren. Der Erfolg einer Operation mit Laser hängt, wie bei jeder Operation, großenteils von den Fähigkeiten des Arztes ab sowie von der Entscheidung über die passende Indikation im Einzelfall.

Intensives Licht auf den Punkt gebracht

Das Wort „Laser“ steht für „Light Amplification by Stimulated Emission of Radiation“. Laserstrahlen sind starke Lichtstrahlen, die durch elektrische Stimulation eines bestimmtes Stoffs (fest, flüssig oder gasförmig) erzeugt werden. Laser werden nach dem Stoff benannt, mit dem sie den Strahl erzeugen.

Weitverbreitete Laser sind u. a. Kohlendioxidlaser und Argonlaser. Die Kombination aus der Stärke eines Lichtstrahls und der Fähigkeit, diesen auf eine kleine Fläche zu konzentrieren, verhilft Lasern zu ihrer nützlichen Rolle in der Medizin. Laser können eingesetzt werden, um:

  • krankes Gewebe zu zerschneiden oder zu zerstören
  • Tumoren (Geschwulste) oder krankhafte Veränderungen zu schrumpfen oder zu verkleinern
  • Gewebe zu verbrennen oder zu verdampfen
  • Gewebe zu modellieren
  • Blutgefäße zu verschließen.

Nicht alle Laser „verbrennen“ das Gewebe. Einige, wie solche für die Augenheilkunde, können das Gewebe vorsichtig modellieren, ohne dabei spürbare Wärme zu produzieren.

Hard-Laser (Operationslaser) haben eine sehr hohe Leistung zwischen 5 und 50 Watt. Durch die hohe Energiedichte kann der Strahl Gewebe schmelzen, schneiden oder verdampfen. Sie werden bei größeren und kleineren Operationen verwendet.

Die Vorteile liegen auf der Hand

Laser haben nicht das Skalpell ersetzt. Aber sie helfen Ärzten, manche Eingriffe erfolgreicher vorzunehmen als mit herkömmlichen Methoden. Laser verursachen nur minimale Blutungen und ermöglichen dadurch den Chirurgen einen klaren Überblick über das Operationsgebiet.

Ärzte können mit Lasern aufgrund ihrer Präzision Eingriffe an kleinen oder schwer zugänglichen Stellen des Körpers vornehmen. Mit Lasern lässt sich über die Lichtintensität die Eindringtiefe in das Gewebe genau einstellen. Operationen mit Lasern können das Risiko einer Infektion mindern und die Narbenbildung minimieren.

In einigen Fällen ist eine Laseroperation schneller durchgeführt als eine herkömmliche Operation und verkürzt dadurch die Genesung. Einige Laseroperationen werden ambulant und in örtlicher Betäubung durchgeführt, bei anderen bedürfen die Patienten einer Vollnarkose und eines Krankenhausaufenthalts.

Laser ist ein vielseitiges Werkzeug

Laser benutzt man für viele operative Eingriffe. Nachfolgend finden Sie einige häufige Anwendungsgebiete verschiedener Fachdisziplinen:

  • Dermatologie / Plastische Chirurgie – Eine der eindrucksvollsten Anwendungen der Laser in der Hautheilkunde (Dermatologie) ist das Ausbleichen bzw. die Entfernung von Muttermalen, wie z. B. Feuermalen (Naevus flammeus). Mit Lasern können Ärzte altersbedingte Veränderungen wie manche Falten, Altersflecken, spinnenförmige Gefäßmale des Gesichts, gutartige Hautwucherungen und Sommersprossen zurückdrängen oder beseitigen. Darüber hinaus benutzt man Laser zum Entfernen oder Ausbleichen von Tätowierungen. Mit ihrer Hilfe entfernt man auch unerwünschte Härchen, Warzen und einige Formen von Hautkrebs.
  • Augenheilkunde – Lasertherapie hilft Personen mit Diabetes (Zuckerkrankheit), ihre Sehkraft aufrechtzuerhalten. Sie verringert den Druckanstieg, der beim Grünen Star (Glaukom) auftritt. Des Weiteren korrigiert sie Kurzsichtigkeit, Astigmatismus und Weitsichtigkeit.
  • Gastroenterologie (Magen-Darm-Heilkunde) – Der häufigste Einsatz der Laser in diesem Fachgebiet ist die Entfernung oder Verkleinerung von Tumoren der Speiseröhre (Ösophagus) oder des Darms. Laser setzt man darüber hinaus bei Operationen der Gallenblase oder von Gallensteinen ein.
  • Gynäkologie (Frauenheilkunde) – Laser vernichten präkanzeröse Läsionen (abnorme Zellbildungen als Vorstufe zu Krebs) des Muttermundes, der Vulva und der Scheide. Man wendet sie auch zur Behandlung der Endometriose an. Dabei handelt es sich um eine Erkrankung, bei der Gebärmuttergewebe außerhalb der Gebärmutter auftritt. Zudem können Chirurgen durch Laser Fibromyome (gutartige Tumoren) der Gebärmutter verdampfen und undurchgängige Eileiter eröffnen.
  • Urologie – Im Fachgebiet der Urologie wendet man Laser bei der Behandlung von Penis- sowie Harnleiterkrebs an. Des Weiteren kommt er bei Warzen der Geschlechtsorgane und zur Zertrümmerung von Nierensteinen zum Einsatz. Ärzte der Mayo Clinic setzten Laser bei bestimmten Patienten erfolgreich zur Behandlung der gutartigen Prostatavergrößerung (benigne Prostatahyperplasie) ein.
  • Kardiologie (Herzheilkunde) – Die Transmurale Laser-Revaskularisation (TMLR) ist eine Alternative zur Bypass- Operation oder zu einer Angioplastie (PTCA) in der Behandlung von Herzerkrankungen. Bei der TMLR sendet der Chirurg einen Laserstrahl durch den schlagenden Herzmuskel. Winzige Kanäle (erzeugt durch den Laser) ermöglichen es dem Blut, in die Herzmuskelwand zu fließen, dadurch das Wachstum neuer Gefäße anzuregen und Herzschmerzen zu lindern.
  • Neurochirurgie – In der Neurochirurgie setzt man Laser unterstützend bei der Entfernung von Tumoren des Gehirns und der Wirbelsäule ein.
  • Zahnheilkunde – Überempfindliche Zähne behandelt man mit Lasern ebenso wie Karies an solchen Stellen, die der Zahnarzt mit dem Bohrer nicht erreicht. Wucherndes Zahnfleisch kann er damit reduzieren und einige Formen von Mundkrebs behandeln. Zahnärzte nutzen Laser sogar, um Zähne weißer zu machen.
  • Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde – HNO-Fachärzte setzen Laser zur Entfernung kleiner Tumoren ein, unter anderem von solchen der Stimmbänder. Hartnäckiges Schnarchen behandelt man in einigen Fällen mit Laser. Dieser Eingriff heißt LAUP (Laserassistierte Uvula-Palatoplastik). Bei diesem Eingriff entfernt der Laser überschüssiges Gewebe aus Gaumen und Zäpfchen (Gewebezapfen, der im hinteren Gaumen herunterhängt). Dadurch wird der Luftstrom im Rachen weniger behindert und das Schnarchen verringert.
  • Orthopädie – In der perkutanen Laserdekompression der Bandscheiben benutzt man Laser, um das Wasser in einer vorgefallenen Bandscheibe zu verdampfen. Die Bandscheibe schrumpft und der Druck auf die Nerven nimmt ab. Mittels Laser behandelt man zudem gezerrte Bänder des Kniegelenks und strafft Bänder des Schultergelenks.

Die wichtigsten Laser-Typen und ihre Einsatzgebiete auf einen Blick
LasertypWellenlängeEinsatzgebietRisiken
Alexandrit-Laser755 nmPigmentflecken, HaarwurzelentfernungSchmerzen, Narben, Pigmentverlust
Argon-Laser488 bzw. 514 nmAltersflecken, Blutschwämme, erweiterte Gefäße, FeuermaleSchmerzen, Verbrennungen, Entzündungen, Narben, Pigmentverlust
CO2-Laser10.600 nmAknenarben, Altersflecken, Falten, blaue Feuermale, WarzenNarben, dauerhafte Pigmentstörungen, verstärkte Behaarung
cw-Nd: YAG-Laser1.064 nmBlutschwämmchen, Haarwurzelentfernungwie Argon-Laser
Dioden-Laser810, 940 bzw. 980 nmerweiterte Gefäße, Haarwurzelentfernungwie Argon-Laser
Erbium: YAG-Laser2.940 nmAknenarben, Falten, TätowierungenAkne, kleine Blutungen, Herpes, Rötungen
Excimer-Laser308 nm (UV-B-Strahlung)Schuppenflechte (Psoriasis)„Sonnenbrand“
Farbstoff-Laser577 bis 600 nmerweiterte Gefäße, Falten, Narben, WarzenSchmerzen, blauschwarze Verfärbungen
fd-Nd:YAG-Laser532 nmwie Farbstoff-LaserSchmerzen, Narben, Pigmentverlust
Kupferdampf-Laser578 nmBlutschwämmchen, Feuermale, erweiterte Gefäßewie Argon-Laser
Rubin-Laser694 nmPigmentflecken, Tätowierungenwie Alexandrit-Laser
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