Chemikalien fördern Entstehung von Parkinson
Dr. Martina Hahn-Hübner in Täglich Gesund zum Thema Parkinson-Krankheit
vom 23. November 2011, 16:00 Uhr
GNL5356
Was sind die Auslöser von Parkinson? Mit dieser Frage beschäftigen sich Forscher schon seit einiger Zeit - in einer Zwillingsstudie haben Wissenschaftler nun den Verdacht bestätigt, dass Chemikalien diese Krankheit mit auslösen. Die Wissenschaftler aus Kentucky und Südkorea hatten nachgewiesen, dass Trichlorethylen (TCE), das bei der Entfettung von Metallen eingesetzt wird, das Parkinson-Risiko ansteigen lässt. Deutlich war die Risikosteigerung auch bei Perchloroethylen (PERC).
In der neuen Studie wurden insgesamt sechs Chemikalien und deren Auswirkungen auf das Parkinson-Risiko untersucht. Neben TCE und PERC waren dies Tetrachlormethan, n-Hexan, Xylen und Toluol.
Die Forscher untersuchten 99 männliche Zwillingspaare über einen Zeitraum von 60 Jahren. Dabei war die Hälfte von ihnen eineiig. Anhand dieser Zwillingspaare, die die gleichen Erbanlagen haben, lassen sich Entstehungsgeschichten besonders gut nachweisen.
Es zeigte sich, dass diejenigen, die vor allem TCE und PERC ausgesetzt waren, ein großes Risiko für Parkinson hatten - es war um das Neunfache erhöht. Betroffen waren vor allem Mechaniker, Elektriker oder Menschen, die Maschinen reinigten und so mit den Chemikalien in Berührung kamen. Ebenso erkrankten auch Künstler durch ihren Kontakt zu Lösungsmitteln recht häufig, genau so wie Medizin-Laborangestellte oder Mitarbeiter in chemischen Reinigungen.