C-reaktives Protein: So bekämpfen Sie den Herzkiller

in Täglich Gesund zum Thema Herz
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Wir wissen heute, dass eine Entzündung im Inneren der Arterien der Auslöser vieler Herzinfarkte ist. Diese Entzündung zieht Abwehrzellen an, die sich an der betroffenen Stelle ablagern. Sie führen dazu, dass sich ein Pfropfen bildet, der irgendwann abreißt. Es kommt zu einem Blutgerinnsel, das durch die Arterien zum Herzen wandert und hier zum Infarkt führt. Ein Marker im Blut für eine solche Entzündung ist das C-reaktive Protein (CRP). Das CRP ist ein Eiweißstoff, der in der Leber gebildet wird. Ist er vorhanden, dann zeigt er deutlich an, dass in Ihrem Körper etwas nicht stimmt.


Hohes CRP und Ihr Herz ist in Gefahr

Wir wissen aus vielen Studien, dass ein erhöhter CRP-Wert signalisiert, dass dem Herz Gefahr droht. Darüber hinaus weist er auch auf ein hohes Diabetes- und Alzheimer-Risiko hin. Leider ist der CRP-Wert noch nicht so etabliert in der Medizin wie zum Beispiel Cholesterin. Es gibt keine großen" Studien zu diesem Thema. Erst jetzt startet an der Sporthochschule Köln eine Untersuchung. 5.000 Mitarbeiter der Ford-Werke nehmen an dieser Studie teil, bei der über 10 Jahre hinweg der CRP-Wert und seine Auswirkungen auf die Gesundheit gemessen wird.

Sie können also jetzt noch 10 Jahre warten, um dann aber wissenschaftlich bestätigt zu bekommen, dass Entzündungsprozesse in den Gefäßen für eine Verengung der Arterien, die so genannte Arteriosklerose sorgen. Diese Verengung, das hätten Sie dann schwarz auf weiß, verursacht bei vielen Menschen den Herzinfarkt oder den Schlaganfall. Ich rate Ihnen, hier nicht auf Goethe zu hören. Sie müssen nicht alles schwarz auf weiß besitzen". Manchmal zählt die praktische medizinische Erfahrung - und die stuft heute schon das Vorhandensein von CRP deutlich als Risikofaktor für Ihr Herz ein. Also lassen Sie den Wert messen.

Lassen Sie Ihren hs-CRPWert bestimmen

Wichtig ist, dass Ihr Arzt nicht einfach nur" das CRP untersucht, sondern das so genannte hs-CRP. hs" steht für high-sensitivity", dieser Wert ist aussagekräftiger. Tests auf hs-CRP sind 20-mal empfindlicher als normale" Tests auf CRP. Sie erfahren viel früher von einer drohenden Gefahr für Ihr Herz.

So interpretieren Sie dann Ihre Messergebnisse:

  • Haben Sie einen hs-CRP-Wert von unter 1 mg/dl Blut, dann ist Ihr Risiko, einen Herzinfarkt zu bekommen, sehr gering.
  • Mittleres Risiko liegt vor, wenn der Wert zwischen 1 und 2,8 mg/dl Blut liegt.
  • Sollte Ihr Wert 2,9 mg/dl oder höher sein, sollten Sie unbedingt Maßnahmen ergreifen, um ihn zu senken und so Ihr Herz zu schützen.

Meine 3 Wege, um das CRP zu senken

  1. Stellen Sie Ihre Ernährung auf Mittelmeerküche um. Die Mittelmeer-Diät hat sich als sehr hilfreich erwiesen, um den Entzündungs- und Gerinnungsmarker CRP zu senken. Sie hat einen entzündungshemmenden Effekt auf Ihren Körper. Leider wird heute unter Mittelmeerdiät nur verstanden, dass man viel Olivenöl verwendet und Rotwein trinkt. Aber das ist es nicht. Wollen Sie Einfluss auf das CRP nehmen, dann sollten Sie Ihre Ernährung konsequent umstellen. Viel gedünstetes Gemüse und Fisch, sparsam verwendetes Olivenöl und viel Obst sollten Ihren Speiseplan charakterisieren. Rotes Fleisch dagegen sollten Sie sehr selten essen. So sieht eine wahre Herzschutz-Diät aus.
  2. Laufen Sie los. Es ist das oberste Ziel der Pharmaindustrie, mit nur einer Pille die Entzündungen im Körper einzudämmen und so Arteriosklerose zu mindern. Denn Herzschutz sollte einfach sein, damit er möglichst jeden Tag gelebt und umgesetzt werden kann. Ich halte nichts von diesen Herzpillen. Ich schlage Ihnen dagegen einen Herzschutz vor, der genau so einfach, aber viel gesünder ist: Treiben Sie Ausdauersport. 30 Minuten, mindestens 3-mal pro Woche und Ihr Herz freut sich. Regelmäßiger Ausdauersport verbessert die Durchblutung, Ihr Herz wird besser durchblutet. Das schlechte LDL-Cholesterin wird abgebaut, Arteriosklerose verhindert. Und das Beste: regelmäßiger Ausdauersport kann auch CRP abbauen. Worauf warten Sie noch? Laufen Sie los!
  3. Das Vitamin macht's. Vitamin C hat sich als hilfreiche Waffe im Kampf gegen ein erhöhtes CRP erwiesen. Wenn Sie nur ein halbes Gramm Vitamin C pro Tag aus Obst und Gemüse zu sich nehmen, können Sie den Entzündungsfaktor CRP um 24 % senken. Das haben Forscher der University of California herausgefunden. Grund dafür ist wahrscheinlich, so die Forscher, das Zusammenspiel aus Vitamin C und Pflanzenfasern. Beide wirken antientzündlich und können so das CRP senken. Vitamin C-reiche Lebensmittel sind fast alle Obst- und Gemüsesorten, zum Beispiel Zitrusfrüchte, Kiwis, Paprika oder Brokkoli.


von
Dr. Michael Spitzbart

Dr. med. Michael Spitzbart zählt heute zu den bekanntesten Gesundheitsexperten Europas. Lesen Sie hier mehr zu seiner Person und seinem Gesundheitsdienst "Dr. Spitzbart's Gesundheits-Praxis".

 
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