Botenstoffe des Glücks
Sylvia Schneider in Naturmedizin aktuell
vom 17. Dezember 2008, 06:00 Uhr
GNL5356
Doch warum machen Bananen glücklich, Käse fröhlich und Petersilie munter? Warum nehmen Tomaten die Schüchternheit, ist Blumenkohl Futter für das Gehirn und machen Hülsenfrüchte klug? Es gibt eine ganze Reihe von Substanzen im Essen, die eine biochemische Reaktion auslösen, die Ihre Stimmung beeinflusst. Eine Vorrangstellung nehmen dabei die so genannten Neurotransmitter ein, die unmittelbar auf die Aktivität Ihrer Nervenzellen wirken und in engster Verbindung mit dem Hormonsystem und dem Immunsystem stehen. Mehr als 60 Neurotransmitter konnte die Forschung bis heute identifizieren. Ihnen widmet die Ernährungforschung jetzt eine wachsende Aufmerksamkeit.
Die meisten Botenstoffe werden aus Grundstoffen gebildet, die Sie sich mit Ihrer Nahrung zuführen. Dazu gehören vor allem die Aminosäuren. Sie sind die Bausteine für die Eiweiße, den Bausubstanzen von Knochen, Muskeln, Nägeln und Haaren und essentiell für die Bildung von Neurotransmittern, Hormonen und Antikörper. Das Gehirn beispielsweise unterliegt fast völlig der Steuerung durch die Aminosäuren, die von der Leber im Körper freigesetzt werden und dann an ihren speziellen Einsatzstellen im Körper andocken.
Die Botenstoffe gleiten am langen Teil des Nervs entlang und werden am Ende in winzigen Kapseln gespeichert. In dieser Art Garage warten sie auf ein Signal, um Informationen über einen Zwischenraum (Synapsenspalt) zu einer anderen Nervenzelle zu transportieren. "Am anderen Ufer" sitzen Empfängerstellen - die Rezeptoren, die genau für diesen Zweck da sind. Neurotransmitter und Rezeptoren passen zusammen wie Schloss und Schlüssel. Die Botenstoffe können bewirken, dass die Rezeptoren Botschaften aussenden. Sie können sie aber ebenso daran hindern oder langfristige Veränderungen veranlassen. Das Hin und Her zwischen Sender und Empfänger und die wechselseitige Abhängigkeit beeinflusst Ihre Stimmung, Ihren Appetit, Ihr Schmerzempfinden, Ihren Blutdruck, Ihre Koordination und alle Aufgaben Ihres Gehirns. Alles, was Sie essen und trinken, wirkt sich wiederum auf die Bildung und Wirkung der Botenstoffe positiv oder negativ aus.