Borderline-Störung ist doch heilbar!

in Naturmedizin aktuell zum Thema Borderline Syndrom
vom


noch vor wenigen Jahren, glaubte man, Menschen mit dieser Persönlichkeitsstörung  seien ihrem Leiden unentrinnbar ausgeliefert. Die Betroffenen leiden unter extremen Stimmungsschwankungen und haben eine besonders wechselhafte Persönlichkeit. Dieses Leiden ist auch für die Angehörigen eine immense Herausforderung. Deswegen schrieb mich auch Leserin Rita K. an. Ihre Tochter leidet unter der Borderline-Erkrankung.


Mit dem Begriff Borderline-Störung werden heute in der Medizin  „emotional hochgradig instabile Persönlichkeiten" bezeichnet. Borderline steht für den englischen Begriff „Grenzlinie" - damit ist eine fließende Krankheitsgrenze zwischen einer Psychose (Geisteskrankheit) und einer rein seelisch bedingten Neurose gemeint. "Sie wird von nicht erklärlichen Gefühlsstürmen heimgesucht, kleine Anlässe lassen sie unangemessen hochgehen, heute lobt sie eine Kollegin in den Himmel, morgen ist diese nur noch Abschaum für sie. Bei ihren Partnern sehnt sie sich nach Geborgenheit, zerstört aber jedes Verhältnis immer wieder mit einer unaufhaltsamen Gründlichkeit. Wenn sie jemandem vertraut, bekämpft sie ihn gleichzeitig. Manchmal verletzt sie sich selbst, dann wird sie etwas ruhiger. Wenn die inneren Spannungen unerträglich werden, spricht sie von Selbstmord." So beschreibt Rita Ihre Tochter. "Manchmal verwischen sich bei ihren Anfällen regelrecht die Grenzen zwischen Wahn und Wirklichkeit". Das trifft den Nagel auf den Kopf.

Lesen Sie in den nächsten Beiträgen, wie Sie als Angehörige mit der Erkrankung umgehen können.

Bleiben Sie natürlich gesund!

Ihre Sylvia Schneider

 


von
Sylvia Schneider

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Kommentar von Dagmar Bergs

Meine Beziehung mit einem Borderliner ist vor 3 Monaten zerbrochen,Ich war diesen Stimmungsschwankungen und Angriffen nicht mehr gewachsen.Nichts war mehr normal in meinem Leben ...

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Antwort von beatriceraue:

Liebe Frau Bergs, was so schwierig an Menschen, die das Borderline-Syndrom haben, sind tatsächlich die Stimmungsschwankungen, im Besonderen die starken Emotionen, die in dem Patienten selbst überwältigend und manipulierend wirken. Diese Emotionen sind nicht angemessen, sie haben etwas mit Anfriff oder Opferverhalten zu tun und belasten eine respektvolle Partnerschaft bis an den Rand des Aushaltbaren. Vor allem das zwingende manipulierende Verhalten ist unerträglich und kostet alle Lebensenergie! Kunsttherapie kann helfen und wie bei Ihnen, der Entzug desjenigen, der den an Borderline Erkrankten helfen will!

Antwort von bine:

Ich bin seit 6 Monaten mit einem borderliner zusammen seit 2 Monaten sind wir verheiratet es ist in vielen Situationen nicht einfach dennoch machbar!!!

Antwort von DL:

@bine Ihr Beitrag spiegelt übrigens genau das typisch intensive Gefühlsleben eines Borderliners! Kennenlernen, unmittelbares zusammenkommen, kurzfristig zusammenziehen, Hals über Kopf Heiraten! Wenn man, nach nur so kurzer Partnerschaft, schon erkannt hat, es sei nicht einfach, aber es sei machbar, dann ist das m.E keine gesunde Darstellung der Beziehung. Die meisten Paare, haben nach so kurzer Zeit, noch die "rosarote Brille" auf und Schmetterlinge im Bauch. Mit Borderlinern, ist eben alles sehr intensiv und nach jedem Höhenflug folgt auch der Tiefgang..

Kommentar von beatriceraue

Sehr geehrte Frau Schneider, ich danke Ihnen sehr, dass Sie dasThema Borderline aufgegriffen haben. Inzwischen habe ich den Eindruck, dass es sich um eine "Mode-Diagnose" handelt, die zu allerlei Spekulationen verleitet. Dabei drehen sich die Deutungen oft im Kreis. Gerne möchte ich darauf hinweisen, dass der erste Schritt, ein Borderline-Verhalten zu erkennen, darin besteht, dass man unterscheidet zwischen Gefühlen und Emotionen, die zu einer von vier Wahrnehmungsebenen gehören. Emotionen sind Empfindungen, die aus unseren "Überlebensstrategien" auftauchen und uns ohne kritisch nachzudenken zu Handlungen verleiten, die entweder einen Angriff oder eine Flucht zur Folge haben. Das Gefährdetsein in ganz engem Lebensrahmen führt dazu rasche "Entweder-Oder"-Entscheidungen zu treffen. Gefühle sind in Ergänzung dazu Empfindungen, die der jeweiligen Situation angemessen sind und in denen wir verweilen können. Auf beide aufsteigenden Wahrnehmungen können wir unterschiedlich reagieren. Ein Borderline entwickelt oft eine Sucht, es wird etwas gelebt, was sonst keine Chance hatte zu leben! Ein anderer Aspekt ist, dass Partnerschaften, in denen Borderline eine Rolle spielt, sich oft gegenseitig ergänzen und unterstützen, den abgespaltenen Persönlichkeitsanteil nicht bewusst machen zu müssen. Der erste Schritt ist da oft der Aufbau von gegenseitigem Respekt!

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Antwort von DunkleSeele:

BPS ist also eine "Mode-Diagnose"...? Interessant...dafür,das diese Diagnose inzwischen mit die Häufigste Diagnose in unseren Krankenhäusern ist. Mit solchen Äußerungen wäre ich persönlich sehr vorsichtig...oder ist jeder,der sich ritzt gleich ein emo??.... Ich leide selbst seit 15 Jahren an Borderline,Depressionen und Selbstverletzendem Verhalten und finde solche Äußerungen nur geschmacklos denjenigen gegenüber,die jeden Tag diese Qualen durchmachen müssen. Also..das nächste Mal den Kopf einschalten,bevor man so einen Mist schreibt

Kommentar von ich

So ein Schwachsinn. Bl ist NICHT heilbar.

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Antwort von Esmeralda:

Ich finde es gut das viele dieses thema aufgreifen .ABER!!!! ich finde es eine frechheit ich wahr schon mehren foren unterwegs und lese immer heraus das viele denken das wir das mit absicht tuhn (selbst Betroffen) und ausnutzen und was weis ich nicht .oder über uns diskutiert wird als ob wir tiere sind nein ...und man macht es auch nicht besser wen man einenm immer rät einen Borderliner zu verlassen muss man dem jenigen den noch mehr weh tuhn? klar bringen wir viele probleme mit in beziehungen aber für uns borderliner diese wutausbrüche und diese angst und e.c.t immer und immer wieder zu ertragen ist einfach nur grausam man will niemanden weh tuhn man weis nicht was man in dem moment einfach macht das ist so als ob man einen stromkreis festlegt wie der strom laufen soll und so läuft er auch bei uns .viele borderliner also ich zum beispiel hasse mich selber weil es mir spöter bewusst wird was ich getan habe z.b mit meinen freund der arme der tut mir auch vollll leid ich weine immer und hasse mich weil ich nie ein leben wie jemand normales führen kann mich wird nie einer richtig verstehen ausser betroffene was auch schon schwer ist ich habe zum beispiel keine freunde mir tut das unendlich weh und hasse diese krankheit und deshalb hasse ich mich weil alles dadurch kaputt geht bei mir jedenfalls ! und mir tut es erhrlich leid aber ich kann das nicht aufhalten immer höre ich von anderen ja das kann man woll kontrollieren bla bla bla das geht nicht man kann lernen es versuchen aber es wird nie 100pro klappen. keiner kann sich das vorstellen ausser die betroffenen selbst ... denkt mal nach wen wir eine bezihung haben lieben wir die diese person bis zum ende abgöttisch aber wir hassen ihn auch über alles den diese person fürchten wir am meisten weil er uns am meisten verletzen kann .und jetz noch mal zum heilbar DAs ist der grösste schwachsinn überhaupt bsp ist nicht heibar!!

Antwort von engelking:

wie soll das nicht heilbar sein geht nicht gibt es nicht

Kommentar von lichtblick

ich litt selber viele jahre an bl, selbstverletztendem verhalten, depressionen, angststörung und einer essstörung... was soll ich sagen? mir hat eine bl-therapie geholfen, aber wirklich etwas verändert hat ein gescheiterter suizidversuch und dem daraus entstandenen willen, zu leben! ich lebe völlig 'normal' mittlerweile, verblasste narben erinnern an jene zeit und das war es auch schon! mittlerweile lebe ich in einer gefestigten Partnerschaft und das ohne großes auf u. ab... es hat sich alles verändert, vielleicht liegt es auch daran, dass ich mutter geworden bin, beruflich neu fuß-fassen konnte - was diesen lebenswandel gefestigt hat... ich wünsche allen, den mut und die kraft nicht aufzugeben !! man kann nicht pauschal sagen, bl ist heilbar. allerdings kann man zumindest lernen, damit zu leben. mit dem erlebten zu leben, egal wieviel schlimmes einem passiert ist. die symptomatik lässt sich gen 0 reduzieren - doch all das nur mit unglaublich viel kraft, unterstützung und meistens ist eine therapie unumgänglich.... wohl eher einige therapien, denn die richtige zu finden ist wohl das grösste problem!

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Antwort von Unbekant:

Hey, habe vor kurzem eine Beziehung mit einer Frau, die Borderline-Störung hat, angefangen. Alle Menschen raten mir die Beziehung so schnell wie möglich zu beenden. Zum ersten mal im Leben wusste ich wirklich was Borderline ist, als ich anfing zu googlen. Was ich gelesen habe hat mich zum nachdenken gebracht. Kann das sein, dass ich Borderline bin und wusste es nicht. Bin 29 und mit 20 Jahren wurde ich von angstzuständen verfolgt. ich hatte sogar Angst auf die Strasse zu gehen, denn ich könnte dort Menschen treffen. Seit meiner Kindheit hasse ich mein Aussehen, obwohl mir wird oft gesagt ich sehe gut aus. Alle freundschaftliche Beziehungen sind mitlerweile kauput gegangen. Ich bin immer mit mir unzufrieden und schäme mich selbst vor mir.... Doch die Ängste habe ich mit Amphetamin und vielen Drogen nach der Zeit überwunden und arbeite jetzt, habe auch ausbildung fertig gemacht. Damals mit 20. Mein Chef hat mich gehasst weil ich zu langsam war und konnte mir alles schlecht merken, aber wie denn wenn man immer dieses komisches Gefühl in sich hat...bäh ich hasse die Zeit. Ich fühle mich immer wie ein Aussenseiter und kann mich schlecht durchsetzen, obwohl ich sehr gemoch werde auch im beruhfsleben weil ich immer nett und hilfsbereit bnin. Und doch manchmal könnte ich ausrasten, da wo ich immer nett bin und hilfsbereit kommen bald starke Wutausbrüche, weil dann kommts mir vor alle wollen nur das eine - mich ausnutzen und ich mache immer dumme dinge, wie mich streiten und noch mehr Drogen( es ist egal was es ist, es soll mich vergessen lassen) und das Problemm diese gefühle lasse ich meistens zu Hause raus. Habe mit allen Drogen aufgehört. Trinken, alk, Nikotin, amphetamin...Alles auf einmal und mir gehts imme rnoch gut, ausser ich raste sehr scdhnell aus und merke e snicht. erst später tut mir es leid. Aber erlich gesagt ich hätte mein Leben nicht ohne in Griff gekriecht. Diese lehre und hilflosigkeit früh morgens was immer zittern bewirkte. Das zittern in beinen wenn man Stufen runter ging war unertreglich. Und das kann ja immer einer sehen....dachte ich, wo ich mich wieder geschäömt habe und gleichzeitig mich zum kotzen fand. Aber auch das habe ich unter der Kontrole. Bis jetzt hat aussenwelt nie fragen gestellt keiner merkt es mir an nur meine wutt ausbrüche kann ich nicht kontrolieren.... Amphetamin, brauchte ich anscheinend, wurde mir klar, um mein Dopamin und serotanin spiegel nach oben zu puschen. Und jetzt habe ich alles im Griff aber...jetzt kommts... zum ersten mal habe ich eine Beziehung und zum ersten mal liebt sie mich wierklich, das sagt sie zumindest, aber ich glaube ihr nicht. Jetzt habe ich gefundenes fressen gefunden...Borderline...und will sie verlassen weil sie mich manipuliert und mich verletzen will. Und im anderem augenblick liebe ich sie über alles ....man was soll ich tun. Das ist nicht heilbar?? Das denke ich jetzt ganze Zeit. Hab es ganz kurz gefasst ein tropfen vom Meer.Bin ich Borderline??? Und wenn ja ist es mir egal. Jeder muss sich selbst helfen und ich komme ohne hilfe ganz gut zurecht.

Antwort von Eric:

hi lichtblick, danke für deinen kommentar. ich habe jemanden mit bl kennengelernt und liebe diese person sehr. ich frage mich nur, ob - nach überstandener therapie - eine "normale" beziehung möglich ist. dein kommentar macht mir mut und gibt mir hoffnung, dass sogar das gründen einer familie möglich ist....

Antwort von maso:

der dipl. Psychologe Andreas Knuf sagt doch! die meisten borderliner haben traumatische Ereignisse in der Kindheit erlebt. Traumatherapie!

Kommentar von Luca Heiniger

Hallo zusammen ich habe das bl soweit ich zurück, es war als ich ein jugendlicher war kaum wahrzunehmen, und dan wurde es immer schlimmer, bis ich an dem punkt ankam wo ich selber merkte es stimmt etwas nicht mit mir. Ich habe sehr schlimme zeiten hinter mir, aber seit vier jahren geht es wieder aufwärts, ich habe jemanden gefunden, wo es geschaft hat an mein herz zu kommen, Sie hat mich al die Jahre immer unterstüzt und mich nie aufgegeben und dan kam etwas unglaubliches ich vertraue ihr, ich gllaube an mich und an das gute. Ich bin kein arzt, aber ich weis ich werde geheilt von meinem willen, von meiner kraft an das gute zu glauben, und weil ich gelernt habe das es auch Menschen gibt die für mich da sind und mich Lieben. Ich habe auch jetzt noch zum teil schwere Gefühlsshwankungen, aber vor vier Jahren habe ich noch jeden menschen gehasst und missachtet, ich habe nimmandem vertraut, und ich wollte nicht leben. Jetzt heute glaube ich an mich, an das Gute an die Liebe und ich weis ich werde in meinem Herzen nie mehr aleine sein. Egal wie schlecht es euch geht und egal wie viel ihr leidet gebt nie auf, glaubt an das gute, glaubt an euch, und findet den frieden im eurem Herzen wo ihr im Kopf nicht findet. Und verdenkt nicht euer Leben lebt es

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Antwort von Rudini:

Hallo! Ich bin die Mutter eines sehr geliebten Kindes mit einer emotional instabilen Persönlichkeitsstörung. Ich habe anfänglich gelesen, jedoch dann aufgehört. Es war mir zu anstrengend. Meine Tochter mußte im Kleinstkindalter ein Krankenhausmathyrium durchleben. Damals gab es noch nicht, die so wichtige Institution- Mutter, oder Bezugsperson, gehören zusammen. Kindliche Opjektpermanenz war für mich und wohl auch für diese Intitutionen noch kein Begriff. Dann kamen fämiliere Diskrepanzen über Jahre hinzu. Ich habe gedacht die Ehe wegen der Kinder aufrechthalten zu müssen.Ich war sehr jung und in der Ausbildung. Habe für mein krankes Kind gekämpft wie eine Löwin! Fing an sie überzubehüten! Ebenso ihr von mir getrennt lebender Vater!...Irgendwann nahm es seinen Lauf...Keiner weiß es und sollte sich die Schuld geben! Meine Tochter ist überdurchschnittlich intelligent. Sie saugt Informationen auf. Sie hat einen medizinischen Beruf. Manchmal denke ich, dass sie all ihr Wissen in sich so verinnerlicht hat, dass sie den Bezug zur Realität verloren hat.Ich habe von meiner Tochter gelernt. In manchen Verhaltensweisen erkenne ich mich in Ansätzen wieder. Sie hält mir den Vergrößerunsspiegel vor! Auch ich habe mir als Mutter therapeutische Hilfe geholt, damit ich nicht daran zerbreche, mein Kind zerbrechend zu sehen!...Ich denke an Euch und fühle mit Euch!


Kommentar von Ostsee

Auch hier werden wieder völlig undifferenzierte Kommentare abgegeben. Ich lese hier von einer "Modediagnose". Dazu sollte man vielleicht überdenken wer es zu einer Modediagnose macht denn das sind nicht die Fachärzte und Psychologen sondern hunderte Jugendliche auf den Schulhöfen die über Dr. Googel Eigendiagnosen stellen und sich damit schmücken. Borderline wurde vor über 150 Jahren das erste mal erwähnt da ist kaum von einer Modediagnose auszugehen. Frau Schneider schreibt davon das Borderline "heilbar" sei. Frau Schneider berichtet aber nicht von ihren langjährigen empirischen Studien und klinischen Erfahrungen um sich so ein Meinungsbild machen zu können! Hier schreiben auch viele von ihren Negativerfahrungen mit Borderline-Personen in einer Beziehung. Auch dazu muss man sagen. Keiner wird zu einer solchen Beziehung gezwungen und man hat jederzeit die Möglichkeit zu gehen und nicht nach Beziehungsende die Verantwortlichkeit für das zerrüttete Verhältnis beim vermeintlich manipulierenden Borderliner zu suchen. Wenn ich es selbst nicht schaffe eine Beziehung zu beenden und die Konsequenzen und Verantwortung dafür zu übernehmen dann ist das mein Problem und nicht das von meinem Gegenüber.

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Antwort von kleine Dichterin:

Hallo, ich selber habe vor vielen Jahren die Diagnose Borderline bekommen. Ich bin mehrmals in Kliniken gewesen und habe ambulante Therapien gemacht. Ob Borderline heilbar ist? Ich glaube es geht weniger darum nach heilung zu suchen, sondern mehr danach zu akzeptieren. Ich habe vor einigen Jahren die Diagnose angenommen und den Kampf aufgenommen. Ich habe nicht gegen mich und meine Gedanken gekämpft sondern dafür zu verstehen was in mir passiert. Nach meiner letzten stationären Therapie 2006, die ich hochschwanger bis kurz vor der Geburt durchgezogen habe, habe ich weit mehr erreicht als ich mir zu Beginn als Ziele gesteckt hatte. Natürlich hatte ich danach immer noch mal ausraster, aber die waren auch dadurch entstanden, dass mein Partner mich immer stehen lässt. Mittlerweile habe ich keine Ausraster mehr, geritzt habe ich mich nie. Meinen Mann habe ich aus Liebe geheiratet und habe nun 4 Kinder. Ich bin überzeugt, dass die Annahme der Krankheit der wichtigste Schritt ist normal zu leben. Ich kann lieben, arbeite und bin fürsorglich. Trotzdem fühle ich mich manchmal einsam und ungeliebt. Das ist aber die Folge meiner traumatischen Kindheit mit einer brutalen Mutter. Ich weiß und spüre die Liebe meiner Kinder und die innigen Freundschaften, die ich habe. Ob ich geheilt bin? Ja weil ich mich nicht mehr als Borderliner einordne. Ich führe ein normales Leben. Die schwierigkeiten meiner Beziehung und des Alltags liegen in meiner Sensibilität und dem Egotripps meines Mannes. Es ist nicht leicht mit Borderlinern und allgemein mit psyischen Erkrankungen umzugehen. Allerdings sollten Probleme nicht immer aus die psyische Erkrankung des Partner geschoben werden. Vielleicht sollte man als scheinbar gesunder mal schauen ob das eigene Verhalten immer so richtig ist. Ich mag nicht einfach sein, aber ich habe einen starken Charakter, wie viele andere Menschen auch. Man sollte sich, auch wenn man psyische vorbelastet ist, nicht für alles die Schuld geben lassen. Auch scheinbar gesunde Menschen können anstrengend und belastend sein. Es ist allerdings extrem schwer nach einer solchen Diagnose anerkannt zu werden. Ich muss mir immer wieder Aussagen wie "du bist aber auch extrem empfindlich weil du hast ja Borderline" oder "Borderline ist nicht heilbar nimm deine Tabletten" oder "du bist so weil du Borderlinekrank bist". Ich bin stolz auf mich, denn ich habe in meinem Leben weit aus mehr geschafft als so mancher "GESUNDER". Also lasst euch nicht immer in eine Ecke treiben. Auch mit einer Borderline Diagnose hat man ein Recht auf ein normales Leben. Das darf man sich nicht nehmen lassen. Ich werde sicher mal wieder eine Therapie machen, aber die brauche ich weil ich mir solche Aussagen nicht mehr bieten lasse.

Kommentar von Ditta

Ich bekam 2000 die Diagnose BPS verpasst und habe es nur den wenigsten Menschen erzählt, dass ich unter dieser Stigmatisierung, wie ich sie mittlerweile echt empfinde, leide. Ich habe mir diese Krankheit nicht ausgesucht und jeder Mensch, der darunter leidet, trotz Traumatherapie, der weiss, was das für die eigene Seele und die der wirklich nahestehenden Menschen bedeuten kann. Borderliner sind keine Monster, so wie sie oberflächlich oft hingestellt werden, sie sind Menschen, die sich nach echter Nähe und Liebe sehnen, auch wenn dies nicht bei jedem Betroffenen gleich auf Anhieb klappt. Mein Ehemann war im Gegensatz zu mir, psychisch überhaupt nicht auffällig und hat mir die Chance gegeben, erstmal eine Therapie zu machen und dann weiterzusehen. Nach Beendigung der Traumatherapie haben wir geheiratet und 2 Jahre später ist mein Mann bei einem Arbeitsunfall sehr schwer verletzt worden und nun seit 2003 ein sogen. Pflegefall mit Verlust der Sprache und sonst. Kommunikationsfähigkeit wie Schreiben oder Lesen. Wir verständigen uns sozusagen nonverbal und ich pflege ihn seither alleine zuhause. Die Verwandtschaft meines Mannes, samt seiner Mutter, wollten sich plötzlich nicht mehr um diesen schwerbehinderten Mann kümmern, weil ja nichts mehr großartig mit ihm anzufangen ist, sie rieten mir sogar gleich nach dem Unfall, mich scheiden zu lassen und ihn in ein Pflegeheim zu geben. Mein Mann und ich kommen alleine aber gut zurecht, trotz der vielen Einschränkungen und Opfer, die auch gebracht werden müssen, von beiden Seiten, aber ich muss jetzt mehr Verantwortung übernehmen, als jemals zuvor. Damit möchte ich hier auch mal aufzeigen, dass Menschen, die unter einer BPS leiden, auch zu Altruismus und großen Leistungen fähig sind, wo andere, sogen. "gesunde" Menschen vielleicht längst schon das Handtuch geworfen hätten. Auch ein sogen. psychisch auffälliger Mensch kann mit seinen Aufgaben wachsen und nicht gleich daran zerbrechen oder scheitern. Dies sollten sich die sogen. "Kritiker" auch mal zu Herzen nehmen und darüber nachdenken, bevor sie alle an BPS erkrankten Menschen gleich vor-ver-urteilen.

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