Borderline: Haben Sie Geduld mit sich und Ihrem Sorgenkind
Sylvia Schneider in Naturmedizin aktuell
vom 15. März 2011, 06:00 Uhr
GNL5356
Dies sind die Familienregeln der Borderline-Spezialisten Dr. Rose Rieke-Niklewski und Dr. Günter Niklewski, die Ihnen den Umgang mit der Erkrankung erleichtern sollen und die Sie sich als Angehörige immer wieder sagen sollten:
- Wir wissen, dass alle Verbesserungen nur langsam entstehen können.
- Wir haben Geduld und üben keinen Druck aus.
- Wir sind in unseren Zielen und Erwartungen an ... (hier steht der Name der oder des Erkrankten) realistisch. Wir erwarten keine Wunderheilung. Wir wollen zunächst nur besser klarkommen.
- Wir geben unsere Familienrituale nicht auf: Wir vereinbaren Zeiten, in denen wir miteinander essen, reden, etwas unternehmen. Diese Zeiten haben höchste Priorität vor allem anderen.
- Wir schaukeln uns nicht gegenseitig hoch. Wenn wir alle ruhig bleiben, kommen wir weiter.
- Wir hören uns die Kritik des anderen an, auch wenn die Formulierung einmal daneben geht. Wir sagen, wenn wir gekränkt sind, Es ist wichtig, seine eigenen Gefühl wahrzunehmen.
- Wir hören einander zu und vermeiden Unterbrechungen.
- Unsere Kritik soll konstruktiv sein.
- Wir schauen bei Selbstgefährdungen und Selbstverletzungen nicht weg, wir werden nichts voreinander verheimlichen und auch nicht in hektische Aktivitäten verfallen. Wir reagieren gemäß unseren vorher getroffenen Verabredungen und ziehen professionelle Hilfe zu Rate.
- Der Weg, bis wir alle gemeinsam diese Regeln umgesetzt haben, wird lang sein. Dies wird nicht nur "unserem Borderliner", sondern uns allen schwer fallen. Wenn wir nicht klar kommen, erlauben wir uns professionelle Hilfe. Das ist keine Schande!