Blutzuckerwerte mit ballaststoffreicher Ernährung senken
Sylvia Schneider in Naturmedizin aktuell
vom 5. Oktober 2011, 06:00 Uhr
GNL5356
eine neue Studie bestätigt den positiven Effekt von Ballaststoffen auf die Senkung des Diabetesrisikos. Übergewicht stellt ein hohes Gesundheitsrisiko dar. Folgeerkrankungen können unter anderem Herz- und Kreislaufprobleme und Diabetes 2 sein. Will man also etwas für seine Gesundheit tun und abnehmen, kann man dies zum Beispiel theoretisch mit einer Hochprotein-Diät, also einer eiweißreichen Ernährung, tun und dabei gleich auch noch seine Blutfettwerte senken. Es gibt jedoch Hinweise aus klinischen Studien der letzten Jahre, dass eine stark proteinhaltige Ernährung das Risiko, an Diabetes zu erkranken, erhöhen kann. Eine Ernährung mit einem hohen Anteil an Ballaststoffen erzielt dagegen eine genau entgegengesetzte Wirkung. Eine neue Langzeitstudie, durchgeführt von deutschen, britischen und österreichischen Forschungszentren und Instituten für Endokrinologie, Diabetes und Ernährung, unter anderem dem Fachbereich für Endokrinologie, Diabetes und Ernährung der Charité in Berlin, ging dieser Beobachtung im klinischen Versuch nach. Von vier Testgruppen verbesserte sich allein in der Hochballaststoffgruppe die Insulinwirkung über den Testzeitraum so deutlich, dass man nun von einer präventiven Wirkung ballaststoffreicher Ernährung auf das Risiko, an Diabetes Typ 2 zu erkranken, ausgehen kann.
Laut Studienleiter Prof. Andreas Pfeiffer, Direktor der Abteilung Endokrinologie, Diabetes und Ernährungsmedizin an der Charité in Berlin sowie der Abteilung für Klinische Ernährung am Deutschen Institut für Ernährungsforschung, verbessern gerade die unlöslichen Ballaststoffe, die vor allem in Getreidefasern vorkommen, die Insulinwirkung deutlich, bei den entsprechenden Probanden der Studie um 16 Prozent. Dieser Effekt wird erzielt, weil bei einer ballaststoffreichen Ernährung die Zellen besser auf das blutzuckersenkende Hormon Insulin ansprechen. Menschen, die darauf achten, jeden Tag eine hohe Menge vor allem an unlöslichen Getreideballaststoffen zu sich zu nehmen, können sich über eine Senkung ihres Diabetesrisikos um 20 bis 30 Prozent freuen.
Im Gegensatz dazu birgt eiweißreiche Ernährung, wie sie der weit verbreitete hohe Fleischkonsum in den Industrienationen darstellt, Gefahren, die vordergründige Diäteffekte - so sie denn überhaupt eintreten sollten - in den Hintergrund treten lassen. Gerade für übergewichtige Menschen, die zur Diabetes Typ 2-Risikogruppe zählen, sind die aktuellen Ergebnisse besonders relevant. Denn obwohl eine langfristige proteinreiche Ernährung tatsächlich zu einer leichten Zunahme der Muskelmasse und Abnahme des Körperfettanteils führt, verschlechtert sich gleichzeitig die Insulinresistenz des Körpers, so die aktuelle Studie. Negative Auswirkungen auf das Diabetesrisiko können damit nicht ausgeschlossen werden.
Bleiben Sie natürlich gesund!
Ihre Sylvia Schneider
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Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von Cordula Scheffel (05.10. 2011 07:07 Uhr):
Sehr geehrte Frau Schneider, zu dieser Erkenntnis kam Dr. Schnitzer bereits vor über 50 Jahren. Er stellte fest, dass unsere Ernährung zuviel Eiweiss (tierisches) enthält und eine Ernährungsumstellung auf die "Schnitzer-Kost" - also vorallem frisch gemahlene Getreide, angekeimte Getreide, möglichst naturbelassene Gemüse und Obst, ab und zu Ei und Milchprodukte - sowohl die Zahngesundheit förderten (er ist Zahnarzt) als auch den Bluthochdruck und Diabetis ausheilen können (ohne Medikamente). Darüber schrieb er mehrere Bücher. Ich habe mich in den letzten Wochen intensiv damit beschäftigt wegen erhöhter Blutdruck-, Cholesterin- und Harnsäurewerte und Übergewicht. Seit gestern begann ich mit der Umstellung - zunächst auf "Schnitzer-Intensivkost". Mit freundl. Grüßen Ihre Leserin Cordula Scheffel
Antworten - Kommentar von Christiane Monsberger (05.10. 2011 08:08 Uhr):
Sehr interessanter Artikel, vielleicht können sie noch etwas über die ballaststoffreiche Ernährung schreiben bzw. welche Getreidesorten sollte man vorwiegend zu sich nehmen, um den Blutzucker zu senken.
Antworten - Kommentar von MD Schäfer (05.10. 2011 13:44 Uhr):
Sehr geehrte Frau Schneider, solche Untersuchungen sollten nicht zu vorschnellen und als allgemeingültig angenommenen "Erkenntnissen" führen. Hier muss man schon genau hinsehen und sich die Zahken im einzelnen vor Augen führen. Welche Bedeutung solche Studien haben zeigt sich erst wenn sie reproduzierbare Ergebnisse bringen, besondere Relevanz haben sie nur in wenigen Fällen, d.h. in denjenigen, in denen der Eiweisskonsum deutlich über das notwendige Maß hinausgeht. Diese Gefahr ist bei uns eher gering. Die tägliche Praxis zeigt, dass im allgemeinen die gesamte Einweißzufuhr eher zu gering als zu hoch ist. Sicher gibt es etliche Personen mit zu hohem Fleischkonsum, aber das ist ein altes Phänomen. Alleinige mäßige überschüssige Einweißzufuhr wird ausgeschieden, zu höherer Muskelmasse führt das nur bei ständigem Training. Beste Grüße!
Antworten - Kommentar von Rainer Seifert (05.10. 2011 15:23 Uhr):
Sehr geehrte Frau Schneider, für Ihre für mich oft sehr lesenswerten Beiträge möchte ich Ihnen hier mal Danke sagen. Aber das Berliner Krankenhaus heißt Charite´. Den Akzent hab ich leider auch nicht unters e gekriegt. Ich schreib das nur, weil Sie zweimal (versehentlich?) Charit geschrieben haben; und die Betonung liegt doch hier gerade auf dem letzten e. Freundliche Grüße Rainer Seifert
Antworten - Kommentar von Joachim Lauber (06.10. 2011 09:37 Uhr):
Was ist bitte unlöslicher Balaststoff. lönnen Sie mir da weiterhelfen. Mfg J.Lauber
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