Bilingualität kann Alzheimer-Ausbruch aufschieben
Dr. Martina Hahn-Hübner in Täglich Gesund zum Thema Alzheimer
vom 10. November 2010, 16:00 Uhr
GNL5356
wussten Sie, dass es Länder gibt, in denen Menschen vom Amts wegen später an Alzheimer erkranken als in anderen? Das klingt jetzt merkwürdig, denn wie kann es einen offiziellen Schutz vor einer Gehirnerkrankung geben? Aber tatsächlich leiden Menschen, die in der Schweiz oder zum Beispiel in Kanada leben, später an Alzheimer. Der Grund dafür: In diesen Ländern werden mehrere Sprachen gleichberechtigt nebeneinander gesprochen.
Forscher in Kanada hatten entdeckt, dass Menschen, die zwei- oder mehrsprachig aufwachsen, durchschnittlich fünf Jahre später erkranken. Daraufhin untersuchten sie über 200 Menschen. Rund 100 von ihnen sprachen zwei Sprachen fließend, galten damit als bilingual. Die anderen galten als einsprachig. Zudem flossen auch der Zeitpunkt der Alzheimer Diagnose sowie Bildung und Beruf in die Untersuchung ein.
Die Wissenschaftler entdeckten, dass sich der Krankheitsverlauf der bilingualen Menschen deutlich von den einsprachigen unterschied. Die bilingualen Menschen zeigten einen deutlich langsameren Krankheitsverlauf. Zudem zeigte sich, dass ihre Gehirne die Ausfälle besser kompensieren konnten.
Grund dafür, so die Forscher: Die Gehirne von Menschen, die mehrere Sprachen fließend sprechen, weisen andere Nervenverbindungen auf. So können sie die alzheimerbedingten Defizite besser ausgleichen.
Bleiben Sie gesund,
Ihre Dr. Martina Hahn-Hübner
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Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von Günter Müller (10.11. 2010 17:29 Uhr):
Ich beobachte in meinem Umfeld, dass Personen, die sich aktiv mit Musik beschäftigen, bis ins hohe Alter geistig aktiv bleiben bzw. geblieben sind. Das könnte auch als Bilinguität ausgelegt werden.
Antworten - Kommentar von Anna Buliani (10.11. 2010 22:06 Uhr):
ich freue mich riesig ueber die guten Nachrichten die Sie uns geschrieben haben.Ich bin auch bilingual also laufe weniger Gefahr, Alzheimerkranke zu werden. Fein danke!
Antworten - Kommentar von Linde Shiga (12.11. 2010 16:01 Uhr):
Seltsamerweise stand auch gerade heute in meiner Zeitung "The Japan Times" ein ganz aehnlicher Artikel hinsichtl. Bilingualitaet und Alzheimer. Wahrscheinlich stimmt jene Annahme manchmal, doch manchmal auch nicht; denn ich hatte in Deutschland einen guten Freund vom Irak. Er sprach natuerlich seine Muttersprache und dazu fliessend die deutsche Sprache. Doch leider begann er sehr fruehzeitig an Alzheimer zu leiden und ist inzwischen daran gestorben.
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