Biene, Wespe, Hornisse & Co: Behalten Sie ruhig Blut!
Sylvia Schneider in Täglich Gesund
vom 2. September 2008, 16:00 Uhr
GNL5356
Drei Hornissenstiche töten einen Menschen, sieben ein Pferd", diesen Spruch kennen Sie sicher auch. Hysterie, Panik und wildes Herumfuchteln sind meist unsere spontane Reaktion auf fliegende oder krabbelnde Gesellen, die uns auf der Terrasse heimsuchen. Die meisten von ihnen sind jedoch ganz friedlich. Wenn Sie nicht allergisch auf Wespenoder Bienenstiche reagieren, brauchen Sie sich vor ihnen nicht zu fürchten. Die Stiche tun zwar höllisch weh, gefährden aber weder Leib noch Leben.
Das Ausrotten von Wespennestern beispielsweise ist völlig sinnlos - zumal wir meist die falschen bekämpfen. Wir machen den Langkopfwespen damit den Garaus, die gar kein Interesse an uns und unsere süßen Obstkuchen haben. Sie gelten inzwischen als bedrohte Tierart. Wer uns wirklich stört, sind die Kurzkopfwespen, doch die bauen ihre Nester dort, wo wir sie gar nicht finden - hinter Gebäudeverschalungen oder in der Erde. Wespen und Hornissen bewohnen ihre Nester nur eine Saison lang. Und von den Bienen sticht nur die Honigbiene. Die restlichen" 500 Arten sind völlig harmlos. 40 Prozent von ihnen sind vom Aussterben bedroht. Während Wespen die Pflanzen vor Schädlingen schützen, leisten Bienen einen wichtigen Beitrag zur Befruchtung und unserer Nahrung damit zur Erhaltung der Artenvielfalt. Bei den Hummeln stechen nur die Weibchen, aber auch das nur, wenn sie in Bedrängnis kommen. Meistens haben wir Menschen da selbst Schuld. Hummeln sind nach dem Bundesnaturschutzgesetz besonders geschützt und dürfen nicht bekämpft werden. Libellen sind ganz und gar harmlos.
Stechmücken sind die einzigen wirklichen Plagegeister
Am lästigsten sind noch die Stechmücken, die uns abends schon in Scharen auf der Terrasse und im Schlafzimmer heimsuchen. Sind stehende Gewässer in der Nähe, sind auch die Stechbiester nicht weit. Mit ihrem typischen Sirren nähern sie sich uns, um unser Blut zu rauben. Dessen Proteine brauchen sie, um ihre Brut zu nähren. Gleich nach der Landung bohrt die Mücke ihren Stechborsten in unsere Haut. Um das nächste Blutgefäß zu erreichen, kann sie ihn sogar unterirdisch" umbiegen. Kaum hat sie sich an den ersten Tropfen unseres Blutes gelabt, spuckt sie gerinnungshemmende Stoffe in die Wunde. Darauf reagieren wir mit dem Ausstoß von Histamin und dem quälenden Juckreiz, der uns das Zusammenleben mit Mücken so vergällt. Die globale Erwärmung soll überdies dafür sorgen, dass uns immer mehr und immer häufiger Mücken heimsuchen. Regentonnen, Gartenteiche, gut gewässerte Gärten, Pfützen und Kinderplanschbecken im Garten dienen ihnen als Brutstätten.
So vermeiden Sie als Allergiker den Notfall:
- Picknicken Sie nicht im Freien.
- Kochen und grillen Sie nicht im Freien, bereiten Sie draußen keine Speisen zu.
- Verzichten Sie auf Campingurlaub.
- Machen Sie um Mülleimer und Abfallkörbe einen Bogen.
- Meiden Sie Futterplätze von Tieren, auch von Haustieren.
- Verwenden Sie keine Duftstoffe.
- Treiben Sie keinen schweißtreibenden Sport im Freien und überlassen Sie die Gartenarbeiten anderen Familienmitgliedern.
- Pflücken Sie keine Blumen und kein Obst, hüten Sie sich vor Fallobst.
- Laufen Sie draußen nicht barfuß.
- Suchen Sie Ihr Auto immer erst nach Wespen oder Bienen ab.
- Vermeiden Sie weite, flatternde Kleidungsstücke, in denen sich die Insekten verfangen können.
- Tragen Sie lange Hosen und langärmelige Blusen oder Pullover. Man sagt, dass helle Farben und Blumenmuster die kleinen Stecher anziehen.
- Verschließen Sie Ihre Mülleimer in der Wohnung und lassen Sie keine Essensreste herumstehen.
- Wenn ein Tierchen in Ihrer Nähe ist, keine Panik, schlagen Sie nicht hektisch um sich, sondern entfernen Sie sich ruhig aus dem Gefahrenbereich.