Betrügerische Krebstherapien: So erkennen Sie Scharlatane
Dr. Regina Kalkert in Täglich Gesund
vom 3. Januar 2011, 16:00 Uhr
GNL5356
Es kommt jeden Tag in Deutschland vor: Gutgläubige schwer kranke Menschen greifen im Kampf gegen ihr Leiden zu jedem Strohhalm und vertrauen den Angeboten von gewissenlosen Geschäftemachern. Diese bieten in Zeitschriften und vermehrt über das Internet Produkte an, die Linderung und sogar Heilung versprechen. Solche Anzeigen haben Sie alle schon gelesen. Vielleicht haben Sie auch selbst schon mit dem Gedanken gespielt, einmal ein solches Präparat zu bestellen und auszuprobieren. Hier ist aber höchste Vorsicht geboten. Denn diese Mittel kosten nicht nur häufig sehr viel Geld, sie können zusätzlich auch noch Ihrer Gesundheit schaden.
Das sind anerkannte Krebstherapien
Etablierte Behandlungen sind in klinischen Studien geprüft. Es handelt sich hier um Arzneimittel oder andere Verfahren, wie z. B. Bestrahlungstherapien, die die Ausbreitung von Krebszellen stoppen oder Krebszellen zerstören sollen. Meist ist dabei nicht zu verhindern, dass auch andere, gesunde Körperzellen beeinträchtigt und geschädigt werden. Dadurch kommt es zu den bekannten typischen Nebenwirkungen bei der Tumorbehandlung: Haarausfall, Magen-Darm-Störungen wie Übelkeit, Erbrechen und Durchfällen oder auch Schädigungen der Blutzellen.
Neben diesen konventionellen Behandlungsmethoden gibt es auch alternative Krebstherapien, wie z. B. die Misteltherapie. Die Wirksamkeit dieser alternativen Methoden ist in Studien geprüft, aber in den meisten Fällen nicht hundertprozentig bewiesen und belegt. Gelegentlich ist es jedoch so, dass alternative Therapien helfen, die Nebenwirkungen der anerkannten Krebstherapien abzumildern und diese Behandlungen verträglicher zu gestalten.
Hier wird es unseriös
Gerade bei den alternativen Therapien müssen Sie aber aufpassen. Hier tummeln sich viele unseriöse Anbieter, die nur Ihr Portmonee im Auge haben. Die Notlage der Kranken wird skrupellos ausgenutzt. Folgende Inhaltsstoffe von Produkten sind klinisch weder bezüglich der Wirksamkeit noch bezüglich der Nebenwirkungen geprüft:
- Haifischknorpel
- Teufelskralle
- Kräutermischungen
- Pilze
- Korallensalze
- Kanadisches Blutkraut
- Cäsium
Das sind nur einige Beispiele, die Liste dieser angeblichen „Krebsmittel" ist lang und für einen Laien unübersichtlich.
So können Sie betrügerische Angebote erkennen
Nachfolgend führe ich einige typische Werbebeispiele auf. So können Sie unlautere Angebote erkennen. Aufpassen sollten Sie bei diesen Formulierungen:
- Das Produkt hilft bei der Behandlung aller Krebsarten. Es wird keine Unterscheidung gemacht zwischen den vielen unterschiedlichen Tumorarten.
- Das angepriesene Präparat soll eine höhere Wirksamkeit haben als konventionelle Krebsmittel.
- Es wirkt ganz gezielt nur gegen die bösartigen Krebszellen, die gesunden Körperzellen werden nicht beeinträchtigt, d. h., deutlich weniger oder auch gar keine Nebenwirkungen werden versprochen.
- Operationen, Chemotherapien oder Bestrahlungen können vermieden werden, wenn das Präparat eingenommen wird.
- Bösartige Tumoren werden durch die Therapie mit dem angebotenen Mittel zum Schrumpfen und schließlich sogar zum Verschwinden gebracht. Die Beschreibungen der eigentlichen Wirkungsweise im menschlichen Körper fehlen. Stattdessen wird berichtet von „Wunderheilungen" bei Patienten, die schon ohne Hoffnung und von der Schulmedizin scheinbar aufgegeben waren.
Mein Rat: Finger weg von Selbstmedikation!
Sei es für Sie selbst, für einen Angehörigen, einen Freund oder Bekannten: Kommt Ihnen eine Anzeige in die Finger, die Ihnen durch eine alternative Behandlung eine Besserungs- oder Heilungschance verspricht, beraten Sie sich mit Ihrem Arzt. Vereinbaren Sie einen Termin, nehmen Sie den Zeitungsausschnitt oder den Internetausdruck mit und besprechen Sie diese Möglichkeit der Behandlung mit Ihrem Arzt. Vertrauen Sie seiner Einschätzung. Ihr Arzt möchte für Sie das Beste erreichen.
Wenn er ein Präparat für tatsächlich sinnvoll erachten, wird er Ihnen die Nutzung bestimmt nicht ausreden. Und haben Sie bereits Erfahrungen gemacht mit solchen Scharlatanen, scheuen Sie sich nicht, damit an die Öffentlichkeit zu gehen. Solche Machenschaften gehören verboten! Dazu wird es aber erst kommen, wenn die Betroffenen sich zu Wort melden und Klage erheben.
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Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von Frank (03.01. 2011 17:08 Uhr):
ich stimme ihnen voll und ganz zu, dass sich in diesem Bereich eine Menge Halsabschneider betätigen. Dagegen sollten wirkliche und gut recherchierte Informationen gegeben werden. Die pauschale Verurteilung von Pilzen als unseriös bei der Krebsbehandlung kann man meiner Meinung nach nicht unwiedersprochen so stehen lassen. Ich denke,dass man doch wenigstens einen Vermerk mit einbinden sollte, dass Heilpilze in China und Japan als Mittel bei Krebsbehandlungen schon lange zugelassen sind und wie es aussieht, auch mit Erfolg angewandt werden. Mich würde auch Ihre Meinung zu diesem Fall interessieren? http://www.pilzkrebs.blogspot.com/
Antworten - Kommentar von Monica (03.01. 2011 17:10 Uhr):
Die Mittel, die das Immunsystem stärken weg zu lassen, wie in Ihrem Artikel hier propagandiert, , was bei den allgemein anerkannten Therapien so notwendig wäre, sind ein SCHLECHTER RATGEBER. Es gibt gerade in der Krebstherapie so viele Wege, Unterstützungen, gerade auch die geistigen Gedanken, der Kampf von Körper und Geist!!!!, egal in wlecher Klinik man sich aufhält, Mit Lebensmitteln, Präparaten die Mutte rNatur gegeben hat....gibt es zahlreiche HILFEN, Unterstützungen!Da finde ich diesen Artikel leider genau in die falsche Richtung gehend!! Immer wird die Pharmaindustrie unterstützt, jedoch nicht gesehen, dass es viele Wege und Mittel gibt, die auch auf Alternativmethoden gute Wirkungen und Heilungschancen haben und geben! Selbst in Kliniken wie Hemer, Heidelberg usw....
Antworten - Kommentar von andrea hanke (03.01. 2011 19:33 Uhr):
Ob Schulmedizin oder alternative Heilmethoden, alle versprechen Heilung und tatsächlich sind nur einige der letzten ohne Nebenwirkungen möglich. Die meisten Ärzte erkennen das nicht an und scheinen Verträge mit der Pharmaindustrie zu haben. Ein guter Patient ist der, der immer wieder kommt, der füllt die Kasse. Natürlich gibt es einige Scharlatane, die auch in der alternativen Medizin Geld machen wollen. Da hilft nur der gesunde Menschenverstand und am besten sind Vorbeugung, gesunde Nahrung, Sport in Maszen oder Bewegung, gesunde Luft, keineStress, Harmonie auf Arbeit und in der Familie... Auch unter den Ärzten gibt es viele Scharlatane, die nicht die Wahrheit sagen über alle Krankheiten, die sich durch die Schulmedizin verschlimmern oder erst entstehen. Gesund bleiben ist die beste Vorbeugung gegen Krankheiten.
Antworten - Kommentar von Bernd Michael (03.01. 2011 21:07 Uhr):
Hallo Frau Dr. Kalkert, zu Ihrem Artikel zu alternativen Krebstherapien habe ich ein gespaltenes Verhältnis. Einerseits ist es richtig, vor echter Scharlatanerie zu warnen. Andererseits verschweigen Sie aber auch, dass die konventionelle Krebstherapie, - Operation, Bestrahlung, Chemo, in den letzten zwanzig, dreißig Jahren nachgewiesenermaßen keinen Schritt vorangekommen ist. Gerade was alternative, natürliche Therapien auszeichnet, nehmen Sie als Erkennungsmerkmal von Betrügern. Des weiteren fehlen in Ihrer Auflistung genau die Therapien, die am wirksamsten sind und eine echte Alternative zu Chemo und Strahlen darstellen. So vermisse ich die - Vitamin-C-Hochdosistherapie, - Wirksamkeit durch amerik. Wissenschaftler nachgewiesen. - Amygdalin-/Mandelonitriltherapie, - bereits in den 70er Jahren des letzten Jahrhunderts erfolgreich angewendet. - Salvestrole-Therapie, - durch britische Wissenschaftler Ende 90-er/Anfang 2000 nachgewiesen. - Zerstörung von anaeroben "sauren"Krebszellen durch Oxidantien, ;z.B. mit dem schwach oxidativen aber hoch reaktiven Chlordioxid, ähnlich wie Ozontherapie - GcMAF-Therapie, - Aktivierung der Makrophagen durch ein Glykoprotein Diese Therapien haben vieles gemein, was Sie als Kriterium für Scharlatanerie bezeichnen. Sie haben aber auch ein weiteres Kriterium gemein: Es sind Natursubstanzen, sind nicht patentierungsfähig und bringen der Pharmaindustrie keine Superprofite. Vitamin C, Amygdalin und Chlordioxid sind für einen Spottpreis im Vergleich zu Chemo zu bekommen. Lediglich die Salvestrole sind kostenintensiver. Über eine Antwort würde ich mich sehr freuen. Mit besten Grüßen Bernd Michael
Antworten - Kommentar von Koebbel (04.01. 2011 10:49 Uhr):
Ihr Arzt möchte für Sie das Beste erreichen, - das ist die Theorie. Das ist zwar der Eid und somit Pflicht der Ärzte , doch sobald eine Einkommensverbesserung möglich ist, wird diese von der Mehrheit bewusst ausgenutzt. Das ist die Praxis in der Praxis. Leider, schade. Ich bin über zeugt, Sie wissen es genau so gut wie ich oder noch besser. Ihnen herzlichen Dank für die Tipps. MfG
Antworten
- Kommentar von Bourbeck Dieter (04.01. 2011 12:40 Uhr):
Ich habe 2 Bücher gelesen. Welt ohne Krebs und Laetril im Kampf gegen Krebs. Vitamin B 17 wird als das Heilmittel genannt, - USA/Canada. was halten Sie davon ?
Antworten - Kommentar von Silvia (05.01. 2011 12:00 Uhr):
Ich finde diesen Artikel einfach nur haarsträubend. Chemotherapie und Bestrahlungen sind nicht der Weisheit letzter Schluss und haben mehr Menschen auf dem Gewissen als die Krankheit Krebs selbst je fordern würde. Die Krebspatienten sterben in vielen Fällen nicht am Krebs, wie es oft behauptet wird, sondern an den aggressiven "Therapien" der Schulmedizin. Es wäre besser, sich auf die Natur zurückzubesinnen und alternative Methoden anzuzwenden, die zwar schulmedizinisch nicht anerkannt sind, dafür aber den Krebspatienten sehr viel Lebensqualität schenken können, - eine Kombination aus verschiedenen Maßnahmen, wie z.B. bestimmte chinesische Heilpilze in Apothekenqualität, eine gesunde Ernährung ohne industrielle Fertigprodukte, ohne Fleisch und weitgehend ohne Pestizide, "Bio", Hypnosetherapie, bittere Aprikosenkerne, Leinöl, Streßreduktion, Rückbesinnung auf das Wichtige im Leben, Entspannungstechniken, .... Es wird oft vergessen, dass der Mensch Selbstheilungkräfte besitzt und diese sinnvoll unterstützt werden müssen. Chemo und Bestrahlungen sind dabei eher kontraproduktiv und befördern die Menschen schneller ins Grab als irgenein so genannter Quacksalber das jemals könnte. Die Pharmaindustrie ist nicht daran interessiert, Menschen zu heilen, sondern allenfalls daran, Menschen und deren Gesundheit / Krankheit für ihre Zwecke zu mißbrauchen, um möglichst viel Geld zu scheffeln.
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