Besser pflanzen oder säen?
Sylvia Schneider in Naturmedizin aktuell
vom 10. April 2008, 11:50 Uhr
GNL5356
Viele Kräuter bekommen Sie sowohl als vorgezogene Pflanze als auch Saatgut. Was besser ist, richtet sich zunächst nach Ihrem Einsatzwillen, Ihrer Zeit und dem Platz, den Sie zur Verfügung haben. Aber auch Ihr Geldbeutel und die jeweilige Pflanze entscheiden mit. Denn einige Kräutersorten entwickeln sich sehr langsam. Manche keimen schwer oder sind besonders empfindlich im Keimstadium. Hier sind vorgezogene Kräuter - zumindest für Anfänger - besser.
Eine Vielzahl von Kräutern lassen sich gar nicht aus Samen vermehren - so der französische Estragon beispielsweise. Arten mit Pfahlwurzeln - etwa Fenchel - entwickeln sich besser, wenn sie direkt dort ausgesät werden, wo sie auch wachsen sollen (also direkt ins Beet). Auch bei vielen schnell wachsenden ein- und zweijährigen Kräutern, von denen man regelmäßig etwas mehr ernten möchte - zum Beispiel Basilikum oder Petersilie - ist es günstiger, sie selbst auszusäen.
Jetzt im Frühjahr können Sie mit der Voranzucht in Saatschalen beginnen. Mit der Freilandaussaat warten Sie besser bis nach den Eisheiligen. Nur die weniger Kälte empfindlichen Kräuter wie Borretsch, Dill, Fenchel, Kresse, Kamille, Kerbel, Koriander, Petersilie, Pimpinelle oder Senf können Sie jetzt bei milder Witterung schon draußen aussäen. Auch auf einer geschützten Terrasse oder einem geschützten Balkon können Sie etwas früher mit Ihrem Kräutergarten anfangen.
Diese Kräuter sollten auf alle Fälle in Ihrem Anfänger-Heilgarten vorhanden sein: Thymian, Rosmarin, Oregano, Salbei, Kamille, Zitronenmelisse, Pfefferminze und Basilikum. Die bekommen Sie alle bereits vorgezogen in Töpfen, das ist für den Anfang oft einfacher. Essbare Blumen haben zum großen Teil ebenfalls Heilwirkung und zieren Ihre Speisen: Dazu zählen Gänseblümchen, Ringelblumen, Vergissmeinnicht, Lavendel und Kapuzinerkresse.