Beschäftigen Sie sich weniger mit dem Leiden, nehmen Sie am Leben teil
Sylvia Schneider in Naturmedizin aktuell
vom 8. September 2009, 06:00 Uhr
GNL5356
„Ich kann Ihrer Freundin nur zustimmen, dass es nichts bringt, sich nur mit seiner Krankheit oder Behinderung zu beschäftigen.
Es ändert sich dadurch meistens nicht viel oder überhaupt nichts. Ganz im Gegenteil, meistens wird es noch schlimmer, als es schon ist. Ich weiß, wovon ich rede, denn ich bin seit meiner frühesten Jugend blind." Das berichtet mir Leser Wilfried.
Er schreibt weiter: „Trotz meiner Blindheit habe ich eine Schulausbildung/Berufsausbildung genossen und arbeite im Öffentlichen Dienst. Ich bin verheiratet und habe drei gesunde Kinder und ein kleines Enkelkind. Leider mache ich häufig die Erfahrung, dass "Leidensgenossen" sich so sehr mit ihrer Behinderung beschäftigen, dass sie in ihrer eigenen Welt leben. Unsere Gesellschaft besteht aber nicht nur aus Blinden oder anderen Behinderten. Das ist auch gut so! Deshalb finde ich es sehr schade, wenn man seine Behinderung zum Lebensmittelpunkt macht. Denn unsere Welt hat doch für jeden, von einigen Ausnahmen vielleicht abgesehen, etwas Schönes zu bieten. Egal mit welcher Krankheit oder Behinderung man leben muss - es gibt auch immer etwas Positives. Man darf nicht nur auf seine eigene Behinderung schauen, sondern sich ruhig einmal etwas umschauen. Meistens reicht es aus, sich in seinem eigenen Bekanntenkreis umzusehen, um festzustellen, dass es genug Mitmenschen gibt, die vielleicht nicht
behindert sind, aber denen es auch nicht besser geht, oder die mit ihrem Leben nicht klarkommen. Da merkt man erst einmal, wie gut es einem trotz allem noch geht.