Bei Verdauungsproblemen auch auf die Trinkmenge achten
Täglich Gesund zum Thema Verdauungsprobleme
vom 22.01.2004 16:00 Uhr
GNL5356
Unsere Leserin Katja F. beschäftigt sich mit folgender Frage:
Seit einigen Jahren pflegen wir unseren Vater, er ist schon 88 Jahre alt, zuhause. Er blieb glücklicherweise vor größeren Krankheiten verschont und wir glauben, ihm einen schönen Lebensabend bieten zu können. Das einzige, was die Lebensfreude beeinträchtigt, sind Verdauungsprobleme. Was können wir tun, damit ihn die Verstopfungen nicht quälen. Wir wollen nicht, dass sein Körper sich an Abführmittel gewöhnt. Sollen wir die Ernährung auf ballaststoffreiche Nahrungsmittel umstellen? Bis jetzt isst er das gleiche wie wir und das schmeckt ihm.
Liebe "täglich gesund" Leserin,
ich gehe davon aus, dass Ihr Vater regelmäßig vom Hausarzt betreut wird und eine mögliche Krankheit, die ja auch Ursache der Darmträgheit sein kann, bereits ausgeschlossen ist.
Die akuten Gesundheitsprobleme können durch eine milde Verdauungshilfe, die Magen, Herz, Kreislauf sowie die Leber nicht belastet, sofort behoben werden. Sie steht in Form von Dragées zur Verfügung, die über Nacht wirken oder auch als Zäpfchen. Diese regen die Dickdarmmuskulatur bereits innerhalb von ca. 20 bis 30 Minuten an. Außerdem gibt es noch die Tropfenform, die eine besonders individuelle Dosierung erlaubt.
Natürlich hat die Ernährung auch Einfluss auf das Verdauungssystem. Die von Ihnen erwähnten Ballaststoffe haben im Zusammenhang mit einer Verstopfung jedoch nicht die unumstrittene Bedeutung, die man ihnen früher zuschrieb. Neueste Untersuchungen lassen keinen Unterschied im Ballaststoffgehalt der Nahrung, ja auch der Flüssigkeitszufuhr und der körperlichen Aktivitäten von Patienten erkennen, die verstopft sind und solchen, die von dieser Gesundheitsstörung verschont sind.
Nahrungsmittel, von denen bekannt ist, dass sie stopfen, sollten nicht oder nur selten auf dem Speiseplan stehen. Dazu gehören zum Beispiel Schokolade, Schwarztee oder Bananen. Aber ansonsten sollten Sie Ihrem Vater servieren, was ihm schmeckt.
Einen besonderen Stellenwert bei der gesunden Ernährung älterer Menschen hat auch die Flüssigkeitszufuhr. Eineinhalb bis zwei Liter Flüssigkeit sollte Ihr Vater täglich mindestens trinken.