Bei nächtlichen Muskelkrämpfen probieren Sie es mal mit Chinin

in Naturmedizin aktuell
vom


von Sylvia Schneider

„Ich werde häufig von nächtlichen Wadenkrämpfen geplagt. Ist es sinnvoll deswegen zusätzlich ein Magnesium-Präparat einzunehmen?“ Das wollte Marianne K. (52) aus Berlin von mir wissen.


Magnesium ist in der Tat ein Mineralstoff, der im Körper eine besondere Rolle spielt. Deswegen brauchen Sie ausreichende Mengen davon. Magnesium ist an der Bildung von etwa 300 Enzymen in Ihrem Körper beteiligt. Es spielt eine wichtige Rolle bei der Mineralisierung der Knochen, bei der Reizübertragung im Nervensystem sowie der Speicherung und Freisetzung von Hormonen. Und – wie Sie richtig vermuten – ist Magnesium an der Kontraktion der Muskeln beteiligt. Dabei sollten Sie vor allem daran denken, dass auch Ihr Herz ein Muskel ist und Magnesium benötigt. Darüber hinaus wirkt das Mineral wie ein natürliches Beruhigungsmittel.

Ein Magnesiummangel macht sich an diesen Symptomen bemerkbar:

  • Gefühllosigkeit oder Kribbeln in Händen und Füßen
  • Schwächegefühl in den Muskeln
  • Muskelkrämpfe
  • Zittern
  • Gereiztheit, Nervosität, Stimmungsverschlechterung
  • Schlafprobleme
  • Herzrhythmusstörungen

Ernähren Sie sich ausgewogen, dann brauchen Sie in der Regel kein zusätzliches Magnesium

Wenn Sie sich normalerweise ausgewogen mit einer möglichst frischen und ausgewogenen Mischkost ernähren, sollte Ihr Bedarf an Magnesium gedeckt sein. Sie brauchen dann kein zusätzliches Magnesium zuzuführen.
Essen Sie auf alle Fälle mehr magnesiumreiche Nahrungsmittel. Der Mineralstoff kommt in den meisten tierischen und pflanzlichen Nahrungsmitteln vor. Besonders reich an Magnesium sind Vollkornprodukte, Nüsse und Hülsenfrüchte. Gute Lieferanten sind auch grüne Gemüsesorten, die meisten Mineralwässer, hartes Leitungswasser, Fleisch, Fisch und Milch. Machen Sie einen Bogen um fertig zubereitete Lebensmittel. Bereiten Sie sich Ihre Speisen lieber frisch zu. Reduzieren Sie Ihren Fettkonsum, dann kann Ihr Darm das Magnesium besser aufnehmen. Sparen Sie Kochsalz ein, denn Salz fördert die Magnesium-Ausscheidung Ihres Körpers. Auch Alkohol begünstigt die Magnesium-Ausscheidung.

Es gibt jedoch Risikogruppen, bei denen es zu einer Magnesiumunterversorgung kommen kann

Ein erhöhter Bedarf an Magnesium besteht:

  • bei anhaltendem Durchfall
  • bei Missbrauch von Abführmitteln
  • bei Erkrankungen des Magen- und Darmtraktes wie Reizdarm, Colitis ulcerosa oder Morbus Crohn
  • in schlimmen Stressphasen
  • beim Prämenstruellen Syndrom
  • bei Diabetes mellitus
  • nach einem Hörsturz
  • bei Alkoholmissbrauch
  • bei Störungen der Schilddrüse
  • während Schwangerschaft und Stillzeit
  • bei Leistungssportlern
  • wenn Sie zu viele phosphathaltige Nahrungsmittel wie Cola-Getränke oder geräucherte Fleisch- und Wurstwaren zu sich nehmen
  • wenn Sie ein Kalziumpräparat einnehmen
  • wenn Sie bestimmte Medikamente einnehmen – etwa die Pille, Entwässerungsmittel, Kortison, ACE-Hemmer oder Digitalis-Herzmittel

Wenn Sie zu einer dieser Risikogruppen gehören beziehungsweise ein oder mehrere Symptome des Magnesiummangels bei sich feststellen, sollten Sie Ihren Arzt aufsuchen und mit ihm eine eventuelle zusätzliche Aufnahme von Magnesium klären. Nach einem Herzinfarkt wird heute fast immer Magnesium eingesetzt, in diesem Fall als Infusion.

Mein Tipp für Sie: Ob eine zusätzliche Magnesiumaufnahme bei nächtlichen Wadenkrämpfen hilft, ist umstritten. Probieren Sie es einmal damit: Trinken Sie vor dem Schlafen gehen ein Glas Tonic-Water oder Bitterlemon. Das darin enthaltene Chinin sorgt an den Verbindungsstellen zwischen Muskeln und Nerven für die notwendige Beruhigung. Für hartnäckige Fälle gibt es Chinin-Tabletten in der Apotheke. Da Chinin in hohen Dosen schwere Nebenwirkungen haben kann, sollte die Einnahme allerdings nicht ohne die Kontrolle Ihres Arztes passieren. Dieser kann Ihnen in schweren Fällen auch ein Arzneimittel verordnen.


von
Sylvia Schneider

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