Bei Gebärmutterschleimhautentzündung besser erstmal zum Arzt
Sylvia Schneider in Naturmedizin aktuell
vom 4. Februar 2009, 00:00 Uhr
GNL5356
„Kann ich Tee aus Yamswurzel auch für Frauenprobleme wie eine Gebärmutterschleimhautentzündung nutzen," fragt NA-Leserin Johanna aus der Schweiz. Diese alte indianische Heilpflanze ist gewissermaßen die "Keimzelle" der ersten Antibabypille. Denn die hormonähnlichen Inhaltsstoffe der Yamswurzel (Dioscorea villosa) gaben der Wissenschaft die Anregung, ein solches Verhütungsmittel zu entwickeln. Sie wirken auch gegen Menstruationsschmerzen und prämenstruelle Beschwerden.
Die Yamswurzel lieferte in den 70er Jahren des vergangenen Jahrhunderts eine Zeitlang die Grundstoffe, aus denen Hormone zur Empfängnisverhütung gewonnen wurden. Aus dem Phytohormon Diosgenin wurde im Labor auf chemischem Wege Progesteron "gemacht" - einem der beiden weiblichen Geschlechtshormone, aus denen die meisten Antibabypille heute bestehen. Der andere Bestandteil ist das Hormon Östrogen, das damals noch aus dem Urin trächtiger Stuten gewonnen wurde. Vor allem bei prämenstruellen Beschwerden wird von guten Erfolgen der Yamswurzel berichtet. Brustspannen, Wassereinlagerungen und Unruhegefühle sollen deutlich gemindert werden.
Hoffnung setzte man kurzfristig in die Yamswurzel auch als milde Alternative zu künstlichen Hormonen bei Wechseljahrsbeschwerden. Manche Experten sind der Meinung, der Körper könne sich aus dem Phytohormon der Yamswurzel selbst Progesteron bilden, andere widersprechen dem. Allerdings konnten hier bislang keine positiven Wirkungen auf Wechseljahrsbeschwerden wie Hitzewallungen nachgewiesen werden. Über die Wirkung von Yamswurzeltee bei Entzündungen - speziell der Gebärmutterschleimhaut - ist mir nichts bekannt. Aus meiner Sicht, liebe Johanna, sollten Sie eine naturheilkundlich versierte Frauenärztin aufsuchen.