Behandeln Sie Diabetes nicht eigenmächtig!
Dr. Martina Hahn-Hübner in Täglich Gesund zum Thema Diabetes Mellitus
vom 10.07.2007 16:00 Uhr
GNL5356
Alternative Diabetes-Mittel gibt es mittlerweile wie Sand am Meer. Und im Durchschnitt, so haben Untersuchungen in Australien ergeben, nimmt die Hälfte aller Diabetiker zusätzlich Nahrungsergänzungsmittel oder pflanzliche Präparate. Sie alle beeinflussen den Insulinspiegel – egal, ob es sich um Mittel mit Zimt, mit Bockshornklee oder anderem handelt.
Die Auswertung verschiedener internationaler Studien an der Universität Brisbane hat ergeben, dass gerade Diabetikerinnen über 65 Jahre, Langzeiterkrankte und Menschen, die sich aktiv um ihre Diabetes-Erkrankung kümmern, alternative Methoden nutzen, um den Blutzuckerspiegel zu senken. Das Gefährliche: Sie begeben sich zum Beispiel in die Behandlung eines Heilpraktikers oder besorgen sich frei verkäufliche Mittel auf eigene Faust – ohne dem behandelnden Arzt etwas davon zu sagen. Meist wird dies damit begründet, dass er sich doch wahrscheinlich sowieso nicht für alternative Behandlungen interessiert.
Dadurch kann es dazu kommen, dass die Diabetes-Medikamente zu hoch dosiert werden, zu viel Insulin gespritzt wird.
Diese Selbstbehandlung kann aber gefährlich werden, denn der Blutzuckerspiegel muss so gut wie möglich eingestellt werden. Senkt er sich ab, wie es eben durch die Einnahme von alternativen Präparaten geschehen kann, kann dies für Ihre Gesundheit gefährlich werden.
Sie sollten daher auf jeden Fall eine Alternativ-Behandlung mit Ihrem behandelnden Arzt absprechen, damit er Ihre Medikamente darauf einstellen kann. Setzen Sie zudem nie eigenmächtig Ihre Medikamente ab oder verändern Sie die Dosis ohne Rücksprache mit Ihrem Arzt.
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