Befolgen Sie nach schmerzlichen Fehltritten die PECH-Regel
Helmut Erb in Fit in 8 Minuten
vom 16.10.2007 05:00 Uhr
GNL5356
Liebe Leser,
es gibt kaum einen Sportler, der sich nicht ab und an eine kleine Verletzung zuzieht – egal ob Sie Hobby- oder Leistungssportler sind. Eine der häufigsten Diagnosen lautet „Daneben getreten - Fuß verknackst“. Schon ein einziger falscher Tritt beispielsweise auf Steppmaster, Laufband, unebenem Boden oder bei einer Gymnastikübung kann dazu führen, dass Sie mit Ihrem Fußgelenk umknicken. Ich kann Ihnen gar nicht sagen, wie viele Male ich mir schon den Fuß verdreht habe. Das tut höllisch weh, und es dauert meist nicht lange, bis das Gelenk anschwillt. Auch ein bläulicher Bluterguss lässt in der Regel nicht auf sich warten.
An diesen Symptomen können Sie allerdings nicht die Schwere Ihrer Verletzung abschätzen. Eine leichte Zerrung macht manchmal mehr Probleme als ein Knochenbruch. Deswegen ist es ratsam, einen ernsthaft „verknacksten“ Fuß vom Arzt abklären zu lassen. Schon deswegen, weil ein gebrochener Fuß in den ersten sechs Stunden operiert werden sollte.
Kühlen und Ruhigstellen lautet das Patentrezept
Ist Ihnen der Unfall beim Sport passiert, sollten Sie Ihre Aktivitäten natürlich sofort einstellen. Jeder weitere Schritt sorgt für weitere Probleme. Nun sollten Sie die PECH-Regel in die Tat umsetzen:
P wie Pause: Sport oder Training sofort einstellen, damit Schmerzen und Schwellung nicht schlimmer werden
E wie Eis: Kühlen Sie das verletzte Gelenk mit kalten Umschlägen oder Eisbeuteln, das dämmt die Schwellung ein und lindert die Schmerzen (niemals Eis oder Eisbeutel direkt auf die Haut legen, immer ein Taschentuch oder einen Waschlappen dazwischen geben)
C wie Compression: Legen Sie sich einen Druckverband an (nehmen Sie dazu eine elastische Binde aus Ihrer Hausapotheke), um die Schwellung zu mildern
H wie Hochlagern: Legen Sie Ihren verletzten Fuß hoch (legen Sie ein Kissen oder – wenn Sie noch draußen sind – Ihre Sportjacke unter), damit das Blut besser zirkulieren kann. Auch das lindert Schmerzen und Schwellung.
Ist Ihr Fuß ernsthaft verdreht, sollten Sie den Arzt oder Notarzt rufen. Er wird Ihnen Schmerzmittel in das Gelenk spritzen und den Fuß so schnell wie möglich wieder in die richtige Position bringen. Für Sie selbst heißt es: Hände weg. Denn durch unsachgemäße Manipulation kann es zu nachhaltigen Gelenkproblemen kommen.
Ich gebe Ihnen aus meiner Erfahrung noch diesen Rat: Sie können viele derartige Verletzungen vermeiden, wenn Sie sich vor dem Training einige Aufwärmübungen gönnen. Auch bieten Ihnen höhere Sportschuhe, die über den Knöchel gehen, mehr Halt und Schutz. Bei Sportarten, bei denen Sie viel beschleunigen und abbremsen müssen wie Tennis, Squash oder Basketball, sollten Sie sich vorsorglich einen Tapeverband anlegen, der Ihrem Sprunggelenk Halt gibt.
In einer der nächsten Ausgaben erkläre ich Ihnen, wie Sie das am besten machen.
Ihr
Helmut Erb