Bandscheibenvorfall: Bewegung und Schmerzbekämpfung sind das A und O
Helmut Erb in Fit in 8 Minuten zum Thema Bandscheibenvorfall
vom 05.12.2007 05:00 Uhr
GNL5356
Liebe Leser,
„seit Jahren habe ich ein Problem mit der Bandscheibe,
bin bereits 3mal operiert worden. Nun habe ich große Schmerzen, denn das Narbengewebe drückt auf die Nerven. Eine weitere Operation wurde von Seiten der Ärzte abgelehnt. Wissen Sie Rat?“ fragte mich Leser Friedrich T. dieser Tage.
Bandscheibenvorfälle sind ein typisches Männerleiden. Vor allem dort, wo körperlich noch schwer geschuftet wird, wo Verschleißerscheinungen an der Tagesordnung sind, stellen sich häufig die sehr beeinträchtigenden Bandscheibenvorfälle ein. Weitere Risikofaktoren sind Übergewicht, Bewegungsmangel und eine überwiegend sitzende Tätigkeit.
So kommt es zum Bandscheibenvorfall: Die Bandscheiben sitzen zwischen den Wirbelkörpern und sind elastisch, damit sie Bewegungen und Stöße abpuffern können. Am geringsten ist der Druck im Liegen, am stärksten beim Sitzen (rumlümmeln). Die Bandscheiben können vor allem dann zum Problem werden, wenn Sie die Rücken- und Bauchmuskulatur nicht ausreichend trainiert haben, um unterschiedliche Druckbelastungen ausgleichen zu können. Am häufigsten sind die unteren Lendenwirbel von einem Vorfall (medizinisch: Prolaps) betroffen.
Die Bandscheiben sind sehr verschleißanfällig und können mit der Zeit dünner werden oder zwischen den Wirbelkörpern hervortreten. Dann drücken sie auf das Rückenmark beziehungsweise auf eine Nervenwurzel. Das tut höllisch weh. Die Schmerzen können bis in die Beine ausstrahlen. Im Extremfall kommt es zu Lähmungserscheinungen.
Im akuten Fall wird Ihnen zunächst einmal
- Bettruhe verordnet, um die Wirbelsäule zu entlasten. Die Unterschenkel sollten bei auf übereinander gestapelten Kissen oder Decken lagern.
- Medikamente verabreicht. Sie dämpfen den Schmerz. Zum Einsatz kommen Mittel wie Voltaren oder Ibuprofen, Kortison zum Abschwellen, muskelentspannende Mittel, bei starken Schmerzen Antidepressiva oder Opiate in Form eines Schmerzpflasters.
- ein sanftes Training für Ihre Wirbelsäule verordnet, um die Rückenmuskulatur zu kräftigen. Dies ist auch die wichtigste Maßnahme gegen einen Rückfall.
Helfen kann Ihnen dabei alles, was entspannt, aber die Muskeln gezielt aufbaut und gleichzeitig ein neues Körpergefühl weckt. Dazu gehören Übungen nach Feldenkrais, Progressive Muskelentspannung nach Jacobson, Pilates, Kieser-Training oder die Rückenschulung, wie sie von etlichen Krankenkassen angeboten wird. Ich werde Ihnen diese Methoden demnächst im Einzelnen vorstellen.
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