Indische Heilkunst: Heilen ohne Nebenwirkungen
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Ein ayurvedischer Arzt vertraut ausschließlich auf natürliche Substanzen – vor allem auf pflanzliche Wirkstoffe. Das Ziel seiner Behandlung: Heilen ohne Nebenwirkungen. Dabei erhält jeder Patient individuell auf ihn zugeschnittene Rezepturen. Wie wirksam die indischen Heilpflanzen sind, zeigen mittlerweile sogar wissenschaftliche Studien: Weihrauch hilft gegen Rheuma und chronische Darmentzündungen, und mit „Guggulipid“ können Sie Ihren Cholesterinspiegel deutlich senken.
Wenn Sie zu Ihrem Hausarzt gehen, wird er Sie fragen: „Was haben Sie für eine Krankheit?“ Ein Ayurveda-Arzt wird sich nach Ihrem Wohlbefinden erkundigen. Denn für ihn sind Krankheiten nicht etwa „Störfälle“ einzelner Organe, sondern sie betreffen den gesamten Menschen, und dazu gehören neben seinem Körper sowohl Geist als auch Seele – und seine Gefühle.
Eine ayurvedische Behandlung hilft Ihrem Körper, sich selbst zu heilen. Dagegen werden bei schulmedizinischen Therapien lediglich die Symptome gelindert, die Anfälligkeit des Körpers bleibt jedoch erhalten und die Gefahr eines Rückfalls ist dann logischerweise wesentlich höher.
Über 700 Pflanzenpräparate stehen zur Verfügung
Für die Behandlung werden neben den auf Seite 5 beschriebenen ausleitenden Verfahren (die vor allem auf inneren und äußeren Öl-Anwendungen beruhen) ausschließlich natürliche Arzneimittel eingesetzt.
Das sind die Heilmittel des Ayurveda:
- Heilpflanzen
- tierische Produkte (z. B. Muschelkalk, Honig, Ghee-Butter)
- mineralische Produkte (z. B. Schieferöl, Eisenoxide)
In der Mehrzahl werden Heilpflanzen verordnet. Diese können Sie in Form von handgedrehten Pillen einnehmen, oder aber sie werden den Ölen beigegeben, mit denen Sie z. B. während einer Panchakarma-Kur ausgiebig eingerieben werden. Auch das Ghee (von Eiweißen und Wasser befreites Butterfett) kann mit Heilkräutern versetzt und zum Trinken verabreicht werden.
Insgesamt gibt es im Ayurveda fast 700 verschiedene Pflanzenpräparate, wobei die Palette von Einzelsubstanzen über Dreierkombinationen bis hin zu Mischungen aus über 50 verschiedenen Heilpflanzen (z. B. dem so genannten Chyawanprash) geht.
Welche dieser Heilmittel bei Ihnen in Frage kommen, richtet sich ähnlich wie bei der Ernährung nicht nach Ihrer Krankheit, sondern danach, zu welcher Dosha-Konstitution Sie gehören, also ob Sie ein Vata-, Pittaoder Kapha-Typ sind. Dabei ist das Ziel des Therapeuten, ein Heilmittel für Sie zu finden, das keine Nebenwirkungen hat. Dies ist bei indischen Heilpflanzen durchaus möglich, da sich ihre Wirkungen grundlegend von schulmedizinischen Präparaten – aber auch von vielen bei uns bekannten Heilpflanzen – unterscheiden.
Beispielsweise kann durch das pflanzliche Heilmittel „Shankapushpi“ der Blutdruck gesenkt werden. Allerdings wirkt es nur gegen krankhaft erhöhte Werte. Bei gesunden Menschen sinkt der Blutdruck nicht weiter ab. Außerdem gibt es z. B. Mittel, die bei Durchfall den Stuhl verfestigen, bei gesunden Menschen jedoch keine Verstopfung auslösen. Ausschwemmende Mittel wirken gegen Ödeme, haben aber bei gesunden Menschen keine harntreibende Wirkung.
Da die Rezepte jeweils individuell erstellt werden, bleibt eine Behandlung mit ayurvedischen Heilpflanzen stets einem erfahrenen Therapeuten vorbehalten.