Indische Heilkunst: Guggul
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Eine weitere sehr wirksame Heilpflanze aus dem Ayurveda ist das Guggul (Commiphora mukul), ein naher Verwandter der Myrrhe. Ein Extrakt aus dem Harz der Pflanze mit dem Namen Guggulipid ist ein natürlicher Wirkstoff zur Senkung des Cholesterinspiegels. Seine Inhaltsstoffe aktivieren Rezeptoren in der Leber, die dem Blut vor allem das „schlechte“ LDL-Cholesterin entziehen.
In einer Studie der Universität Moradabad/Indien aus dem Jahre 1994 wurden 60 Patienten, die an erhöhten Cholesterinwerten litten, ein halbes Jahr lang mit Guggulipid (2-mal täglich 50 mg) behandelt. Dadurch konnte der Wert des schädlichen LDL-Cholesterins um durchschnittlich 12,5 % gesenkt werden. Die Neutralfette nahmen um 12 % ab. Der Wert des „guten“ HDL-Cholesterins blieb dagegen unverändert. In einer Kontrollgruppe, die lediglich ein Scheinmedikament (Placebo) erhalten hatte, ergaben sich keinerlei Veränderungen der Blutfettwerte.
Die Verträglichkeit des indischen Harzes ist im Vergleich zu synthetischen Blutfettsenkern (z. B. den so genannten Statinen) ausgesprochen gut. Ganz selten wurden Hautausschlag, Kopfschmerzen, Durchfall oder Magenverstimmungen beobachtet. Nehmen Sie das Guggulipid dennoch nicht auf eigene Faust ein, sondern besprechen Sie den Einsatz stets mit Ihrem Therapeuten. Im Handel sind neben dem Extrakt Guggulipid (Monatsbedarf etwa 20 €) auch Präparate, die das ursprüngliche (unverarbeitete) Harz enthalten. Diese sollten Sie jedoch nicht anwenden, weil die Nebenwirkungen durch die im Harz noch vorhandenen Zusatzstoffe stärker sein können.
Die Beispiele Weihrauch und Guggulipid zeigen, dass die alte indische Heilkunst sich keinesfalls hinter den Produkten der Pharma-Industrie verstecken muss. Bei vielen Mitteln steckt die Forschung noch in den Kinderschuhen, doch der reichhaltige Heilpflanzenschatz des Ayurveda wird uns sicher noch weitere Überraschungen bescheren.