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Das wichtigste zum Thema Ayurveda: Behandlung

Ayurveda-Behandlungen© Adobe Stock

Ayurveda-Behandlungen

Ist von Ayurveda die Rede, denken die meisten sofort an entspannende Ölmassagen und Meditation. Dabei ist die Jahrhunderte alte indische „Lehre vom Leben“ sehr komplex und beinhaltet verschiedenste Anwendungen von Massagen über Yoga bis zur ayurvedischen Ernährung. Wir geben Ihnen hier einen kurzen Überblick über die verschiedenen Ayurveda-Behandlungen.

Sinn der meisten Ayurveda-Behandlungen und einer mehrwöchigen Ayurveda-Kur ist das Ausleiten und Entgiften. Demzufolge sind viele der originalen Ayurveda-Behandlungen in irgendeiner Form mit Reinigung verbunden.

Dazu gehören zum Beispiel Anwendungen wie Einläufe und Abführmittel auf Kräuterbasis um den Darm zu reinigen, Nasenreinigungen, Ohrreinigungen und Reinigung der Haut, zum Beispiel durch Öl-Massagen und Dampfbäder.

Harmonie ist das Ziel

Grundsätzlich sind alle Ayurveda-Behandlungen dazu gedacht, Harmonie herzustellen. Harmonie zwischen den einzelnen so genannten Doshas, die die menschliche Konstitution bilden, Harmonie zwischen Geist und Körper und letztlich auch Harmonie zwischen Mensch und Natur.

Die ayurvedische Lehre geht davon aus, dass jede Form von Disharmonie und Ungleichgewicht seelische Störungen und gesundheitliche Schäden hervorruft. Reinigen, entgiften und harmonisieren sind damit die obersten Ziele der Behandlungen.

In den etwa 5000 Jahren, in denen Ayurveda bereits praktiziert wird, hat sich gezeigt, dass die speziell auf das jeweilige Dosha angepassten Behandlungen in der Lage sind, psychosomatische Beschwerden zu lindern und chronische oder akute Gesundheitsstörungen positiv zu beeinflussen.

Individuelle Heilbehandlungen

Jede Ayurveda-Behandlung ist an die Doshas des Patienten angepasst. In einem Vorgespräch wird das Verhältnis der drei Doshas Vata, Pitta und Kapha ermittelt, um anschließend eine entsprechende Behandlung mit Massagen, Bädern und einer entsprechenden Ernährung zusammenstellen zu können.

Massagen dienen im Rahmen der Ayurveda-Behandlung dazu, bestimmte Energiepunkte des Körpers anzuregen und den Stoffwechsel zu stimulieren. So soll zum Beispiel die Kopfmassage die Hirnfunktion anregen, während die Thermomassage mit kleinen Stoffbeuteln Schlacken löst und die Regeneration des Gewebes anregt.

Die sicherlich bekannteste Ayurveda-Behandlung ist der traditionelle Stirnguss, bei dem warmes Öl in einem dünnen Strahl für etwa 20 Minuten auf die Stirn fließt. Neben einer sich unweigerlich einstellenden Entspannung sorgt das Öl auch für die Regeneration des Nervensystems und soll gegen Bluthochdruck, Kopfschmerzen und hormonelle Störungen helfen.

Panchakarma, die „fünf Handlungen“

Die Panchakarma-Kur ist eine der umfangreicheren Ayurveda-Anwendungen und beinhaltet fünf verschiedene Maßnahmen zur inneren und äußeren Reinigung des Körpers. Eine solche Kur hat wenig mit dem zu tun, was man sich in unseren Breiten unter „Wellness“ vorstellt. Natürlich dürfen auch hier Massagen mit warmem Öl und angenehme Dampfbäder nicht fehlen.

Aber Abführtage, das Trinken von warmer Ghee (erwärmte, geklärte Butter mit verschiedenen Kräutern) und Nasenreinigung zum Beispiel sind sicher nicht jedermanns Sache.

So entschlacken Sie mit Ayurveda

Ölziehen und sanfte Ölmassagen sind Ayurveda-Behandlungen, die Sie problemlos auch selbst zu Hause durchführen können. Für beide Anwendungen eignen sich Sesamoder Sonnenblumenöl aus biologischem Anbau.

Ölziehen:

Es dient der Entschlackung von fettlöslichen Stoffwechselprodukten über die Mundschleimhaut.

  • Nehmen Sie morgens vor dem Frühstück einen Esslöffel Öl in den Mund.
  • Bewegen Sie das Öl 10 bis 20 Minuten lang gründlich hin und her und pressen Sie es dabei auch zwischen den Zähnen hindurch.
  • Danach spucken Sie das Öl und die nun darin gelösten Schlackenstoffe aus. Nicht herunterschlucken!
  • Spülen Sie anschließend den Mund aus und putzen Sie sich die Zähne.

Ölmassage:

Die Massage können Sie allein oder zusammen mit einem Partner durchführen. Sie fördert die Hautdurchblutung und den Lymphabfluss. Gleichzeitig wirkt sie entspannend und schützt die Haut.

  • Die besten Zeiten für die Massage sind vor dem Frühstück oder vor dem Abendessen. Sie sollten sich dazu mindestens 10 Minuten Zeit nehmen.
  • Wärmen Sie das Öl leicht auf etwa 40 °C an (im Wasserbad) und verreiben Sie anschließend einige Tropfen zwischen den Handflächen. Dabei sitzen Sie am besten auf einem Hocker in einem nicht zu kalten Raum.
  • Nun massieren Sie mit kreisenden Bewegungen zuerst Stirn, Schläfen, Ohren und die Augenregion.
  • Die weitere Reihenfolge ist: Hals – Nacken – Brust – Bauch – Rücken – Arme – Hände – Beine – Füße.
  • Nach der Massage nehmen Sie eine lauwarme Dusche, um das Öl und die vom Körper ausgeschiedenen Substanzen abzuspülen.

Kuren sind in Indien kein Urlaub

Um mit dem Ayurveda chronische Krankheiten zu heilen, empfiehlt sich in der Regel ein mehrwöchiger Kur-Aufenthalt in einer speziellen Klinik. In Deutschland müssen Sie dabei mit Kosten zwischen 800 und 2.500 € pro Woche rechnen. Die Krankenkasse übernimmt die Kosten dafür nicht. Allerdings können Sie die Kosten der Kur als Sonderausgaben von der Steuer absetzen.

Wesentlich preiswerter sind Kurangebote in Indien oder Sri-Lanka. Auf keinen Fall sollten Sie jedoch mit der Vorstellung dorthin reisen, einen Urlaub mit gelegentlichen Wellness-Angeboten gebucht zu haben. Für Baden im Meer und Sightseeing bleibt in der Regel kaum Zeit, und die Therapie mit ihren strikten Ernährungs- und Verhaltensregeln ist für den europäischen Geschmack oft etwas „hart“.

Wenn Sie sich jedoch ein wenig mit der indischen Denkweise und der Tradition des Ayurveda vertraut gemacht haben, spricht wenig gegen diese preiswerte Variante der Kur. Vielleicht machen Sie vorher einen Ayurveda-Kochkurs oder besuchen einen Yoga-Kurs. Dann wird der Aufenthalt in Indien mit Sicherheit ein Erfolg.