Ausgespuckte Energie-Drinks foppen Ihr Gehirn
Helmut Erb in Fit in 8 Minuten
vom 27. April 2009, 05:00 Uhr
GNL5356
Ich kenne das noch aus meiner Zeit als Fußballspieler: einen kräftigen Schluck aus der Trinkflasche nehmen, Mund ausspülen, wieder ausspucken, fertig. Bei uns damals gab es mit Zucker gesüßten Tee. Sie werden sich aber vielleicht fragen: Warum schlucken die Sportler das Getränk nicht einfach herunter?
Eine Studie von der Universität Birmingham konnte belegen, warum diese Praxis Sinn macht: Die Energie-Drinks setzen selbst dann neue Kräfte frei, wenn die Sportler sie gar nicht trinken, sondern sich nur den Mund damit ausspülen. Die Forscher hatten drei identisch schmeckende Getränke zum Testen angerührt, In dem einen steckte Zucker, im zweiten Maltodextrin und im dritten reines Wasser. Geschmacklich auf Linie gebracht wurden sie mit einem kalorienfreien Süßstoff. Spülten sich die Testpersonen mit Drink 1 (Zucker) oder Drink 2 (Maltodextrin) den Mund aus, setzten sie danach mehr Kraft frei, ohne sich mehr anstrengen zu müssen. Bei Drink 3 (Wasser mit Süßgeschmack) blieb diese günstige Wirkung aus.
Das Fazit der Forscher: Im Mund muss es bislang noch unbekannte Rezeptoren geben, die direkt ans Gehirn melden, wie es um den Energiegehalt einer Flüssigkeit bestellt ist, die sich vermeintlich auf dem Weg in den Magen befindet. Dieses sorgt dann dafür, dass schon vor der realen Energiezufuhr Leistungsreserven bereitgestellt werden. Im sportlichen Wettkampf ist es aber oft nicht sinnvoll, sich mit größeren Mengen Flüssigkeit zu belasten. So gesehen ist die Täuschung des Gehirns eine feine Sache.