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Trockene Augen: Was Sie tun können, wenn Ihnen im Winter Heizungsluft und Klimaanlagen zu schaffen machen

von Dr. Ulrich Fricke, Chefredakteur von "Länger und gesünder leben"

Leiden Sie vor allem in der kalten Jahreszeit an ständig brennenden und geröteten Augen, oder werden Ihre Augen schnell müde? Dann könnte eine Krankheit dahinter stecken, die etwas unpräzise als "Trockenes Auge" bezeichnet wird. Schuld ist in den meisten Fällen ein zu dünner Tränenfilm, der eine wichtige Schutz- und Versorgungsfunktion für die Augen hat. Lesen Sie hier, warum Sie gerade im Winter davon betroffen sein können und was Sie bzw. Ihr Augenarzt dagegen unternehmen können.

Der Tränenfilm ist für gutes Sehen unerlässlich

Der von den Tränendrüsen abgesonderte Tränenfilm benetzt die Hornhaut, die Innenseite des Augenlids sowie die Übergangszone zwischen beiden, die Bindehaut. Er ist nicht nur ein Schmiermittel, sondern besteht aus drei Schichten mit ganz unterschiedlichen Aufgaben

Das sind die Aufgaben des Tränenfilms:

  • Ausgleich von Hornhautunebenheiten (erst das sorgt für scharfes Sehen)
  • Schutz vor Austrocknung
  • Infektionsschutz
  • Sauerstoffversorgung der Hornhaut

Aus diesem vielfältigen Aufgabenkatalog wird klar, dass eine Benetzungsstörung nicht nur unangenehm ist, sondern das Auge nachhaltig schädigen kann. In schweren Fällen kann die Hornhaut ihre Transparenz verlieren, die Augenlinse trübt sich ein, und unbehandelt könnte das zur Erblindung führen.

Das moderne Wohnen schwächt den Schutzfilm

In den letzten Jahren beobachten Augenärzte eine stetige Zunahme von Benetzungsstörungen. Als Ursache gelten neben "natürlichen" Ursachen wie eine sich mit dem Alter abschwächende Tränenproduktion oder hormonelle Schwankungen vor allem Umwelteinflüsse.

Schädigende Einflüsse auf den Tränenfilm:

  • trockene Heizungsluft
  • Klimaanlagen
  • Autogebläse
  • Tabakrauch
  • Bildschirmarbeit
  • Mangelernährung
  • Ozon und UV-Strahlen
  • Medikamente (Psychopharmaka, Beta-Blocker, Antiallergika, die "Pille")
  • chronische Krankheiten (Diabetes, Rheuma)

Ein zunehmendes Problem ist vor allem die Bildschirmarbeit. Vor dem PC-Monitor vermindert sich unweigerlich Ihre Lidschlagfrequenz, doch erst ein regelmäßiger Lidschlag sorgt für einen stets frischen Tränenfilm.

Das können Sie gegen trockene Augen tun:

  • Sorgen Sie stets für genügend Frischluft.
  • Vergewissern Sie sich, dass die Klimaanlage eine ausreichende Luftfeuchtigkeit gewährleistet.
  • Stellen Sie im Auto den Gebläsestrahl nicht direkt auf das Gesicht.
  • Verzichten Sie auf Alkohol und Zigaretten.
  • Trinken Sie täglich 2 l Flüssigkeit.
  • Achten Sie am PC-Monitor auf einen regelmäßigen Lidschlag und legen Sie öfter eine Pause ein.
  • Tragen Sie bei starkem Sonnenlicht eine Sonnenbrille mit UV-Schutz.

Gehen Sie rechtzeitig zum Augenarzt

Außerdem gut bewährt haben sich gegen trockene Augen heiße Kompressen mit einem Frotteetuch, das in heißes Wasser getaucht, ausgewrungen und dann für 5 Min. auf die Augen gelegt wird. Die Wärme steigert die Ausschüttung von Fetten in den Tränenfilm. Dadurch verdunstet dieser langsamer. Wenn Sie die Störung mit diesen Maßnahmen nicht in den Griff bekommen, ist es unbedingt ratsam, einen Augenarzt aufzusuchen. Er kann Ihnen ein passendes Tränenersatzmittel verordnen, das Sie regelmäßig in die Augen träufeln müssen. Allerdings können unabhängig von den besonderen Einflüssen des Winters auch andere körperliche Erkrankungen hinter den trockenen Augen stecken (z. B. Allergien, Pilzinfektionen). In diesen Fällen sollte zunächst das Grundleiden behandelt werden.

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