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Trockene Augen: Auch eine Leberschwäche kann zum Versiegen der Tränen führen

von Inga-Maria Richberg, Chefredakteurin von "Natur und Gesundheit", dem Dienst, der Ihnen hilft, vorzubeugen, zu heilen und gesund zu bleiben – mit den Kräften der Natur

Jeder fünfte Patient, der zum Augenarzt kommt, klagt über ein unangenehmes Trockenheitsgefühl in den Augen. Im Winter sind nach Schätzung des Berufsverbands der Augenärzte Deutschlands fast 12 Millionen Bundesbürger von trockenen Augen betroffen. Leider machen sich nur wenige Augenärzte die Mühe, den Beschwerden wirklich auf den Grund zu gehen. Lesen Sie, warum die Tränenproduktion so häufig versiegt, welche Rolle Ihre Leber dabei spielt und Sie Ihre schützenden Tränen mit natürlichen Mitteln wieder zum Fließen bringen.

Tränen: der natürliche Schutz vor Staub und Bakterien

Bei trockenen Augen – Mediziner sprechen von einer trockenen Bindehautreizung (Keratokonjunktivitis sicca) – reicht entweder die Menge der Tränenflüssigkeit nicht aus, oder ihre Zusammensetzung aus Wasser, Lipiden (Fetten) und Muzin (Schleim) ist nicht mehr in Ordnung. Dadurch reißt der Tränenfilm zwischen den einzelnen Lidschlägen ab. Das Auge ist Wind, Staub und Erregern in der Luft ungeschützt ausgesetzt. Eine trockene Bindehautreizung sollten Sie niemals auf die leichte Schulter nehmen. Denn durch die gestörte Benetzung der Bindehaut steigt die Gefahr von Infektionen und Allergien: Zu wenig Tränenflüssigkeit führt zu einer verminderten Immunabwehr im Bereich der Bindehaut, da die Tränen antimikrobielle und antiallergische Inhaltsstoffe, z. B. Lysozyme, enthalten. Trockene Augen können durch die verschiedensten Faktoren hervorgerufen werden.

Auch Medikamente können Ihre Augen "austrocknen"

So können Sie Frühzeichen bestimmter Erkrankungen sein, z. B. Autoimmunerkrankungen des Bindegewebes wie Sklerodermie, Sjögren-Syndrom, Reiter- oder Bechterew-Krankheit.

Zu den Auslösern und Ursachen von trockenen Augen zählen:

  • trockene bzw. staubige Luft
  • Zugluft, auch durch Klimaanlagen
  • heißes Klima, hohe Ozonwerte und starke UV-Strahlung
  • Zigarettenrauch
  • Überanstrengung der Augen durch Lesen, Handarbeiten oder PC-Arbeiten
  • Unverträglichkeit oder langjähriges Tragen von Kontaktlinsen
  • hormonelle Veränderungen, z. B. Schwangerschaft und Wechseljahre bei Frauen
  • Stoffwechselerkrankungen, v. a. Diabetes
  • Augenkosmetika
  • Augenoperationen, auch Laserkorrekturen der Hornhaut
  • seelische Belastungen

Werden diese Ursachen abgestellt bzw. behandelt, normalisiert sich die Tränenbildung oft von ganz allein. Verzichten Sie aber unbedingt auf so genannte Weißmacher gegen rote Augen, die Ihre Beschwerden auf Dauer nur verschlimmern. Auch Medikamente, z. B. die Pille, Betablocker, Antihistaminika, Hormonpräparate und Antidepressiva stören die Augenbenetzung. Aus naturheilkundlicher Sicht kommen noch drei weitere wichtige Aspekte hinzu, an die schulmedizinisch ausgerichtete Augenärzte – und das sind die meisten Augenärzte – nur selten denken.

Eine Leberschwäche stört die Tränenbildung

Die erste, vielfach unterschätzte Ursache für trockene Augen ist eine Störung im Funktionskreis Leber. Die Traditionelle Chinesische Medizin (TCM) spricht hier von einem Mangel an Leberblut, d. h., die Leber speichert bzw. reinigt nicht genug Blut. Da die Energiebahn der Leber, der Leber-Meridian, bis zu den Augen führt, beeinträchtigt eine Leberschwäche auch die Tränenbildung und macht sich durch unangenehme Trockenheit bzw. Hitze in den Augen bemerkbar.

Unser Rat: Lassen Sie unbedingt Ihren Lebermeridian von Ihrem Therapeuten kontrollieren, besonders wenn Ihnen zudem ungewohnte Müdigkeit zu schaffen macht, denn diese gilt in der Naturmedizin als der "Schmerz der Leber".

Nehmen Sie genug Vitamin A zu sich?

Bei Vitamin A (Retinol) und Beta-Carotin denkt jeder zunächst an die Sehkraft, weniger an die gute Benetzung der Bindehaut. Doch Vitamin A ist wirklich in doppeltem Sinne das Augenvitamin. Denn es sorgt auch für die ordnungsgemäße Funktion der Schleimhäute und ihrer kleinen Drüsen. Bei Vitamin-A-Mangel kann es daher zu einer falschen Zusammensetzung der Tränenflüssigkeit und damit zu trockenen Augen kommen.

Unser Rat: Achten Sie besonders jetzt im Winter auf die ausreichende Zufuhr von Vitamin A (Tagesbedarf: 1,0 mg für Männer, 0,8 mg für Frauen) und Beta-Carotin. Möhren, Honigmelonen, getrocknete Aprikosen, Grünkohl und Gemüsepaprika sind wichtige Lieferanten. Auch eine zu geringe Flüssigkeitsaufnahme kann sehr schnell zu trockenen Augen führen, denn der Körper "spart Wasser". Nicht nur Senioren trinken aufgrund ihres geringeren Durstempfindens oft zu wenig. Auch viele jüngere Menschen haben das richtige Trinken nicht erlernt.

Unser Rat: Trinken Sie täglich mindestens 2 Liter reine Flüssigkeit, z. B. stilles Mineralwasser, verdünnte Frucht- und Gemüsesäfte oder Früchtetees. Das unterstützt und reinigt übrigens auch Ihre Leber!

Wenn Sie wissen möchten, wie Sie Ihren Körper mit den Mitteln der Natur stärken und gesund erhalten, ist das hier vielleicht etwas für Sie:

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