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TRÄNENDRÜSEN ARBEITEN WIE DIE MÜLLABFUHR

Eingebettet in den Augenhöhlen, über der äußeren Hälfte des linken und rechten Auges, liegen die Tränendrüsen, die ständig eine klare, alkalische, leicht salz- und eiweißhaltige sowie antibiotisch wirkende Flüssigkeit absondern. Diese gelangt durch mehrere Ausführungsgänge in die Bindehautsäcke (innere Augenwinkel) und wird mit dem Lidschlag über die Augenhornhaut verteilt: ein wichtiger Schutzmechanismus, der die Augen vor dem Austrocknen bewahrt. Über Tränenpünktchen und -röhrchen gelangt die Flüssigkeit in die Tränensäcke und von dort in den unteren Nasengang, wo sie dann abfließen kann.

Ins Auge dringende Fremdkörper oder Reizstoffe (z. B. Schwefelsäure aus Zwiebeln) fördern die Tränenproduktion so stark, dass die Abflussgänge überflutet werden und die Augen überlaufen: Wir weinen, und die Nase läuft. Auch Depressionen sowie manche neurologischen Erkrankungen können den Tränenfluss steigern. Bei heftigen Gemütsbewegungen oder Schmerz ändert sich die chemische Zusammensetzungder Tränenflüssigkeit: Emotionale Tränen enthalten erheblich größere Mengen des Hormons Prolaktin  und auch mehr Mangan und andere Substanzen als reine Befeuchtungstränen. Die Tränendrüsen fungieren dann als „Müllabfuhr“ für Stoffe, die der Organismus bei Stress vermehrt produziert.

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