MenüMenü

Tränen - wozu sind sie gut?

Weinen ist wichtig, um Gefühle zu verarbeiten. Sie sollten Tränen nie unterdrücken und Ihren Kummer in sich hineinfressen. Holen Sie sich hier weitere Informationen zum Thema Tränen. Haben Sie „nah am Wasser gebaut“ und brechen schnell in Tränen aus? Oder gehören Sie eher zu den Zeitgenossen, die die Zähne zusammenbeißen und nie weinen?

Weinen ist wichtig, um Gefühle zu verarbeiten. Sie sollten Tränen nie unterdrücken und Ihren Kummer in sich hineinfressen. In erster Linie haben Tränen aber eine ganz andere Funktion: Sie sollen die Augen schützen.

Von den Tränendrüsen produziert, bilden sie einen Schutzfilm, der das Auge feucht hält und Schmutz und Staub wegspült. Wenn das Auge gereizt wird – zum Beispiel durch einen Fremdkörper oder einen Luftzug – werden mehr Tränen produziert, um das Auge zu schützen und zu reinigen.

Tränen schützen Ihre Augen vor Umwelteinflüssen

Tränen sind ein wirksamer Schutz für unsere Augenoberfläche. Mit jedem Lidschlag, etwa alle fünf bis zehn Sekunden wird die Augenoberfläche mit Tränenflüssigkeit überzogen. Pro Minute wird etwa 16 Prozent der Tränenmenge ausgetauscht, also abtransportiert und aus den jeweiligen Quellen ersetzt.

Bei jedem Lidschlag wird durch fein abgestimmte Muskelbewegungen der Flüssigkeitsstrom von außen nach innen zum Nasenwinkel getrieben. Der Abtransport erfolgt dann über die zwei im Nasenwinkel des Oberund Unterlides gelegenen Tränenpünktchen, die die Flüssigkeit über ein Gangsystem in die Nase ableiten.

Von dort fließen die Tränen schließlich in den Rachen und werden verschluckt. Der Tränen-Schutzfilm spült Verunreinigungen weg, Keime werden ab- getötet, das Auge mit Sauerstoff und Vitamin A versorgt und eben vor dem Austrocknen bewahrt. Darüber hinaus verhindert der Tränenfilm das Reiben der Lider.

Der Tränenfilm setzt sich aus verschiedenen Schichten zusammen, die unterschiedliche Funktionen haben. Die äußere Schicht, eine Fettschicht, verhindert im gesunden Auge die Verdunstung der Feuchtigkeit. Die mittlere Schicht dient der Benetzung und enthält Nähr- und Abwehrstoffe und Sauerstoff.

Die innerste Schicht, eine Schleimschicht, sorgt für eine gleichmäßige Verteilung des Tränenfilms. Sie verhindert ein „Ausperlen“ auf der Augenoberfläche. Ist die Menge oder Zusammensetzung des Tränenfilms nun gestört, reißt er auf und die Schmerzsensoren des Auges werden ständig überreizt.

Bei einer fortgeschrittenen Austrocknung kann es zu einer Hornhauttrübung kommen, die wieder in einer Sehminderung endet. Darüber hinaus kommt es durch den fehlenden Schutz leichter zu bakteriellen und virusbedingten Entzündungen des Auges.

Tränen schützen Ihre Augen vor Umwelteinflüssen

Nach den Minusgeraden in den letzten Wochen scheint es ja im Moment tatsächlich in Richtung Frühling zu gehen – zumindest habe ich eben, als ich einmal kurz in der Stadt war, nicht mehr so gefroren. Anders sieht es morgens früh aus.

Wenn ich dann mit dem Fahrrad zur Arbeit fahre, tränen mir von dem kalten Fahrtwind mächtig die Augen (was mit Brille sehr unangenehm sein kann). Das hört aber auf, sobald ich vom Rad steige – nach 5 Minuten ist wieder alles in Ordnung.

Natürlich fördert Kälte es, dass die Augen tränen, bei manchen Menschen auch jucken. Tritt dies bei Ihnen sehr stark auf, sollten Sie vielleicht einmal mit Ihrem Augenarzt reden, ob bestimmte Augentropfen bei Ihnen Abhilfe schaffen können.

Ansonsten sollte Ihnen (wie auch mir) die Tatsache zum Trost gereichen, dass mit wärmeren Temperaturen auch die tränenden Augen nachlassen. Vorsichtig sollten Sie aber sein, wenn Ihre Augen ununterbrochen gerötet sind, jucken und tränen.

Hält dies über 2 Tage lang an, sollten Sie auf jeden Fall einen Augenarzt aufsuchen, denn dann kann eine Bindehautentzündung dahinter stecken. Sehr leicht können Sie sich mit dieser Krankheit infizieren – Sie brauchen nur jemandem die Hand zu geben, der selber davon betroffen ist und sich anschließend durch die Augen zu reiben.

Abhilfe verschafft meist ein Antibiotikum, manchmal auch eine Cortisonbehandlung. Schon nach wenigen Tagen haben Sie dann wieder klaren Durchblick.

So fließen bei Ihnen wieder Tränen

Wenn Sie den ganzen Tag auf einen Computerbildschirm starren, kann das Ihre Augen so irritieren, dass sie brennen. Wenn Sie dieses Gefühl aber sehr oft haben, kann es sein, dass Sie unter trockenen Augen leiden. Allein in Amerika betrifft dies 14 Millionen Menschen.

Ausbleibende Tränen haben immense Auswirkungen auf das Leben

Viele Erkrankte müssen aufgrund dessen ihr Leben ändern. Sie können nicht mehr so viel lesen und fernsehen, viele können keine Kontaktlinsen mehr tragen. Manchmal sind die Augen so gereizt, dass die Erkrankten sie nur noch geschlossen halten wollen. Dieses Syndrom kann sehr hinderlich sein.

Trockene Augen können nicht nur ein brennendes, juckendes Gefühl hervorrufen, als ob Fremdkörper in den Augen sind, sondern auch Kopfschmerzen oder Schleier vor dem Blickfeld. Wenn die Symptome unbehandelt bleiben, kann die Hornhaut beschädigt werden oder es kommt zu Sehbeschwerden.

Da die Oberfläche der Augen nicht durchblutet ist, braucht das empfindliche Gewebe die Tränen. Bei trockenen Augen fehlt der Tränenfilm, weil die Tränen entweder verdunsten oder gar nicht erst genug Flüssigkeit produziert wird.

Risikogruppen und -faktoren

Frauen sind von diesem Syndrom übrigens dreimal so oft betroffen wie Männer – schon eine Frau zu sein, ist also ein Risikofaktor. Denn gerade während der Wechseljahre sinkt der Östrogenspiegel und dadurch verändern sich oft Qualität und Quantität der Tränenflüssigkeit.

Der andere Risikofaktor ist das Altern. Fast 80 % der Menschen über 80 Jahre leiden unter trockenen Augen, da die Tränenmenge im Alter nachlässt. Unglücklicherweise kann das trockene Auge nicht geheilt werden.

Es ist vergleichbar mit Schuppen: Sie können es unter Kontrolle bekommen, aber es geht nie wirklich weg. Wenn Sie meinen, dass Sie unter trockenen Augen leiden, sollten Sie zuerst einen Augenarzt aufsuchen, um sich die Diagnose bestätigen zu lassen.

Es gibt mittlerweile eine Reihe von Behandlungsmöglichkeiten, mit denen Sie Ihre Beschwerden mildern können:

– freiverkäufliche Augentropfen: Dies sind in der Regel künstliche Tränen, die jene Zellen im Innern des Auges vergrößern, die einen Teil der Tränen produzieren. Achten Sie darauf, dass Sie eine Sorte ohne Konservierungsmittel wählen; diese können nämlich Allergien auslösen.

Wenn Sie diese Tropfen aber öfter als fünf bis sechs Mal pro Tag brauchen, sprechen Sie mit Ihrem Arzt über höher dosierte, verschreibungspflichtige Tropfen.

– verschreibungspflichtige Tropfen: Diese Mittel können den Teufelskreis aus Infektionen und zurückgehender Tränenflüssigkeit durchbrechen; theoretisch sogar den Normalzustand wieder herstellen. Sie wirken auch bei ganz schweren Fällen.

– Vitamine: Mittlerweile gibt es auch schon Vitaminprodukte extra für Menschen, die unter trockenen Augen leiden. Sie enthalten angereichertes Flaxöl, Omega–3- und Omega–6-Fettsäuren und Vitamin E. Sie sollen so wirken, dass sie Entzündungen hemmen und das Auge anregen, wieder selber Tränenflüssigkeit zu produzieren.

– künstliche Tränenkanäle: Diese Methode sollte als allerletzte Möglichkeit angewandt werden. Der Augenarzt kann kleine, weiche Silikonstecker in die Tränenkanäle des Auges einsetzen. Diese Stecker halten die Tränen, die noch produziert werden, länger im Auge und verbessern so die Feuchtigkeit. Diese Stecker halten dauerhaft; nur in seltenen Fällen kann einmal einer herausfallen.