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Bei Neurodermitis, Allergie und Gürtelrose jährlich zum Augenarzt!

Patienten, die unter bestimmten Hauterkrankungen leiden, sollten besonders auf ihre Augen achten. Erfahren Sie hier mehr!

Allergie-Patienten sind anfällig für das Trockene Auge. In schweren Fällen von Neurodermitis steigt die Gefahr für Bindehaut-Tumoren. Eine Gürtelrose kann durch eine Entzündung im Augeninneren schaden. Betroffene sollten aus diesen Gründen jährlich den Augenarzt aufsuchen, um sich untersuchen zu lassen. Darauf weist die Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft (DOG) hin.

Neurodermitis

Menschen mit schwerer Neurodermitis entwickeln in vielen Fällen Erkrankungen der Augenoberfläche. Bei schweren Krankheitsverläufen steigt das Risiko für bösartige Wucherungen an der Bindehaut. „Diese Tumorvorstufen (Präkanzerosen oder konjunktivale Plattenepithelkarzinome) müssen Ärzte möglichst früh operativ entfernen. Unter Umständen muss eine Chemotherapie in Form von Augentropfen oder Bestrahlung die Operation begleiten.“ Dies erklärt Dr. med. Henrike Westekemper, Oberärztin der Universitäts-Augenklinik in Essen.

Dass Erkrankungen der Haut und der Augenoberfläche zusammen auftreten, liegt in der embryonalen Entwicklung begründet. Haut und Auge entstammen demselben Gewebe. „Wir empfehlen Neurodermitikern, sich jährlich beim Augenarzt untersuchen zu lassen“, rät Henrike Westekemper. Darüber hinaus sollten die Patienten zusätzliche Risikofaktoren wie starke UV-Strahlung oder Rauchen meiden, betont die DOG-Expertin.

Allergie

Pollenallergiker sollten ebenfalls auf ihre Augen achten. Neben den allergischentzündlichen Reaktionen sind sie anfällig für die Ausbildung eines Trockenen Auges. Warnzeichen für ein Trockenes Auge sind Fremdkörpergefühl, Kratzen und Trockenheit. Des Weiteren zeigt das umgekehrte Phänomen die Erkrankung an: stark tränende Augen, worunter Allergiker ohnehin häufig leiden.

„Der Augenarzt erkennt mit der Spaltlampe feine Veränderungen an der Oberfläche und beurteilt, ob sich ein Trockenes Auge entwickelt.“ Dies erläutert Professor Dr. med. Klaus-Peter Steuhl, Präsident der DOG und Ärztlicher Direktor der Universitäts-Augenklinik Essen. Abhilfe schaffen Tränenersatzmittel, die das Auge zusätzlich befeuchten. „Kortison sollten Augenärzte nur bei Entzündungen verordnen“, betont Klaus-Peter Steuhl.

Gürtelrose im Gesicht

Schließlich kann eine Gürtelrose im Gesichtsbereich auf die Augen übergreifen und das Augeninnere befallen. Handlungsbedarf besteht, wenn der Ausschlag die Nasenspitze befällt. „Der Befall ist streng sektorförmig und scharf begrenzt und sieht typischerweise wie ausgestanzt aus“, erklärt Henrike Westekemper.

„In diesem Fall muss der Patient unverzüglich den Augenarzt konsultieren. Dann ist auch das Augeninnere gefährdet und es drohen bleibende Schäden bis hin zur Erblindung.“ Die Augenärzte behandeln die durch Herpes-Viren verursachte Erkrankung mit antiviralen Medikamenten und Kortison.

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