Netzhautablösung: Operationsverfahren
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Wenn sich die Netzhaut bereits abgelöst hat, kann der Operateur eine der nachfolgenden Methoden empfehlen, wobei Lage, Größe, Dauer der Ablösung sowie Zahl der Löcher bzw. Risse eine Rolle spielen.
Eindellende Operationsverfahren
- Buckelchirurgie – Diese Operations-Methode wird vor allem bei ausgedehnten Netzhautablösungen angewandt und kann unter Lokalbetäubung oder Vollnarkose durchgeführt werden. Zunächst werden mit Hilfe der Kryopexie die Risse oder Löcher der Netzhaut behandelt. Dann wird eine Plombe aus Kunststoff oder Silikonmaterial an der Lederhaut des Auges (Sklera) befestigt. Die Plombe dellt den Augapfel von außen leicht ein, so dass sich die äußeren Schichten des Augapfels der abgehobenen Netzhaut wieder annähert.
Das Silikon-Bändchen trägt dazu bei, dass der Umfang des Glaskörpers schrumpft, um ein weiteres Ablösen zu verhindern. In manchen Fällen wird das Silikon-Bändchen vollständig um das Auge gelegt. Die Plombe wird auf die Lederhaut aufgenäht und verbleibt in der Regel lebenslang.
Eingabe von verschiedenen Gasen ins Auge
- Pneumatische Retinopexie – Diese ambulante Methode unter lokaler Anästhesie wird dann eingesetzt, wenn die Netzhautablösung unkompliziert ist und sich in der oberen Hälfte der Retina befindet. Auch hier wird zunächst der Riss mit Hilfe der Kryopexie vereist. Flüssigkeit, die schon hinter die Netzhaut gelaufen ist, wird abgesaugt. In einem weiteren Schritt wird dann Gas in den Glaskörper eingeführt.
Durch die Zufuhr des Gases und die Ausdehnung des Glaskörpers wird die Netzhaut wieder an die Augenwand gedrückt, so dass keine weitere Flüssigkeit mehr hinter die Netzhaut laufen kann.
Bevor sich das Gas innerhalb von 2 bis 6 Wochen von allein resorbiert, darf der Patient keine Flugreisen unternehmen und auch nicht in die Berge gehen. Ein plötzlicher Druckabfall kann zu einer Ausdehnung der Gasblase im Auge führen und auf das Auge einen gefährlichen Druck ausüben.
Entfernung des Glaskörpers
- Vitrektomie – Bedingt durch Blutungen oder Entzündungen ist der Glaskörper in manchen Fällen eingetrübt, so dass die Einsicht des Operateur auf den Netzhautdefekt behindert wird. In anderen Fällen ist wegen vernarbten Gewebes eine Behebung der Netzhautablösung durch eindellende Operationsverfahren oder eine pneumatische Retinopexie allein nicht möglich. In diesen Situationen kann eine so genannte Vitrektomie durchgeführt werden.
Bei diesem Operationsverfahren wird der trübe Glaskörper oder das narbige Gewebe entfernt und durch eine Salzlösung ersetzt, um den üblichen Augendruck und die Form aufrecht zu erhalten. Nach der Vitrektomie können dann eindellende Operationsverfahren durchgeführt werden. Eine andere Möglichkeit besteht darin, den Glaskörper nach der Vitrektomie mit resorbierbaren Gasen oder durchsichtigem Silikonöl auszufüllen, damit die abgehobene Netzhaut von innen an die Augapfelwand gepresst wird.
Komplikationen infolge einer Netzhaut-Operation sind selten, es kann jedoch zu einem erneuten Auftreten von Netzhautablösung, Grauem Star, übermäßig vernarbtem Gewebe, Glaukom, Entzündung oder Infektion kommen. In manchen Fällen können weitere Operationen erforderlich sein.