MenüMenü

Ranibizumab bei Makuladegeneration

Die altersbedingte Makuladegeneration steht in den Industrieländern an erster Stelle der Erblindungsursachen bei Personen über 50 Jahren. Die altersbedingte Makuladegeneration betrifft eine dicht mit Sehzellen besetzte Region im hinteren Bereich des Auges, die Makula.

Die Makula ist die Stelle in der Netzhaut (Retina), an der die Bilder mit der größten Schärfe abgebildet werden. Das Ergebnis kann darin bestehen, dass Sie in der Mitte Ihres Sehfeldes verschwommen sehen und möglicherweise dort nur einen grauen oder leeren Fleck wahrnehmen. Eine ganze Reihe von neuen Behandlungen, wie beispielsweise das Medikament Ranibizumab, verbessern die Aussichten von Menschen mit altersbedingter Makuladegeneration (AMD).

Die ersten Anzeichen einer Makuladegeneration können Verschwommensehen und die Verzerrung von Gesichtern oder geraden Linien sein. Es kann außerdem schwieriger werden, Zeitung zu lesen oder Straßenschilder zu erkennen. Unter Umständen bedeckt ein grauer oder leerer Fleck die Mitte des Gesichtsfeldes. Die erste Phase der Erkrankung schreitet in der Regel nur langsam voran, sie kann sich aber auch in einigen Fällen sehr schnell entwickeln. Die Makuladegeneration beeinträchtigt nicht das periphere Gesichtsfeld, sodass die Erkrankung keine vollständige Erblindung verursachen kann.

Bisher haben Wissenschaftler die genaue Ursache der Makuladegeneration noch nicht herausgefunden. Es gibt jedoch einige Faktoren, von denen angenommen wird, dass sie Ihr Risiko erhöhen. Dazu gehören zum Beispiel eine familiäre Vorgeschichte, Genetik, Zugehörigkeit zur weißen Rasse, ultraviolettes Licht, zu geringe Mengen bestimmter Mineralstoffe, Übergewicht, Rauchen sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Bluthochdruck und erhöhter Cholesterinspiegel.

Die feuchte AMD ist hauptsächlich für Erblindung verantwortlich Die feuchte Makuladegeneration tritt nur bei etwa 15% der Fälle auf, allerdings ist sie in der Regel für die meisten Fälle von schwerwiegendem Sehverlust verantwortlich. Die feuchte AMD tritt dann auf, wenn unter der Netzhaut entartete Blutgefäße wachsen. Bei diesem Vorgang, der auch als choroidale Neovaskularisation bezeichnet wird, bilden sich kleine und schwache Blutgefäße, aus denen Flüssigkeit oder Blut austritt (daher stammt auch der Begriff „feuchte“ Makuladegeneration). Auf diese Weise wird die zentrale Sehschärfe stark beeinträchtigt oder der Betroffene verliert sie vollständig.

Ob Augenärzte die feuchte Phase der AMD stoppen können, hängt davon ab, wo sich die entarteten Blutgefäße befinden und in welchem Zustand sie sich befinden. Wissenschaftler machen jedoch Fortschritte. Eine Reihe neuer Therapien lassen in der Tat hoffen, dass in Zukunft diese Augenerkrankung gestoppt oder ihr Fortschreiten verlangsamt werden kann.

Zu den Behandlungen gegen die feuchte AMD gehören:

Ranibizumab (Lucentis®)

Wie Pegaptanib wird auch dieser Wirkstoff eingesetzt, um das Wachstum der entarteten Blutgefäße zu stoppen. Derzeit wird Ranibizumab nur in klinischen Studien eingesetzt, die Zulassung durch die FDA wird aber in diesem Jahr erwartet. Bei 95% der Studienteilnehmer, die dieses Medikament einnahmen, hat sich das Sehvermögen stabilisiert oder verbessert. Einige Ärzte verschreiben einen nahe verwandten Wirkstoff, Bevacizumab (Avastin®), der zur Behandlung von Darmkrebs eingesetzt wird, indem er das Wachstum neuer Blutgefäße hemmt. Dieses Krebs präparat ist zur Behandlung der Makuladegeneration von der FDA nicht zugelassen. Es wird ebenfalls als Injektion ins Auge verabreicht.

Photokoagulation

Bei der Photokoagulation verbrennt und zerstört ein hochenergetischer Laserstrahl die entarteten Blutgefäße hinter der Makula, sodass die entarteten Blutgefäße keine weiteren Schäden mehr anrichten können. Allerdings eignet sich nur ein kleiner Prozentsatz der AMD-Patienten für dieses Verfahren.

Photodynamische Therapie (PDT)

Auch diese Behandlungsmethode zielt auf die entarteten Blutgefäße ab. Wenn ein hochenergetischer Laser eingesetzt wird, besteht die Gefahr, dass das zentrale Gesichtsfeld zerstört wird. Deshalb kann die Photokoagulation auch nur dann angewendet werden, wenn die entarteten Blutgefäße nicht unter dem Zentrum der Makula liegen. Bei der PDT hingegen ist die Chance größer, dass ein Teil der zentralen Sehschärfe erhalten bleibt. Zunächst wird intravenös ein photosensibilisierender Farbstoff verabreicht, der über den Blutweg in die entarteten Blutgefäße gelangt und sich dort anreichert. Durch einen nichtthermischen Laser wird diese Substanz aktiviert, was zu einer Verödung der entarteten Blutgefäße führt, ohne dass die Makula beschädigt wird.

Triamcinolon (Volon A®)

Triamcinolon ist ein Kortisonpräparat, das in den Glaskörperraum gespritzt wird und dort über einen Zeitraum von etwa 3 Monaten langsam freigesetzt wird. Bisher wurde Triamcinolon eingesetzt, um Entzündungen und Makulaödeme zu behandeln. Derzeit wird untersucht, ob das Kortisonpräparat das Sehvermögen bei einer Makuladegeneration verbessern kann. In Kombination mit der photodynamischen Therapie kann Triamcinolone die Effekte der PDT verstärken. Derzeit wird in Studien die Wirksamkeit der Kombination beider Therapien untersucht.

Pigmentepithel-Aderhaut-Translokation (PATCH)

Die Pigmentepithel- Aderhaut-Translokation ist ein neues chirurgisches Verfahren für die Makuladegeneration. Hierbei wird ein Stück Aderhaut mit den darüber liegenden Pigmentzellen aus der Peripherie der Netzhaut zentral unter die Makula verpflanzt. Dieses Verfahren kann nur eingesetzt werden, wenn der Verlust des Sehvermögens erst kürzlich aufgetreten, die Ausbildung der entarteten Blutgefäße begrenzt und das Gewebe um die Makula gesund ist.

Pegaptanib (Macugen®)

Pegaptanib wurde 2004 in den USA von der Food and Drug Administration (FDA) zur Behandlung der feuchten Makuladegeneration zugelassen. In einer Serie von Injektionen in den Glaskörperraum wird dieser Wirkstoff im Abstand von 4 bis 6 Wochen über einen Zeitraum von etwa 2 Jahren verabreicht. Pegaptanib zielt auf einen wichtigen Wachstumsfaktor – VEGF (vascular endothelial growth factor) –, der für das Auswachsen neuer Gefäße und für eine Ödembildung verantwortlich ist. Pegaptanib hemmt VEGF, um die Ausbildung neuer Blutgefäße zu stoppen oder zu verlangsamen. Die Zulassung von Pegaptanib in Deutschland erfolgte im Mai dieses Jahres unter dem Namen Macugen.

Das sollten Sie über Macugen® wissen

  •  Macugen® hemmt die Einsprossung neuer Blutgefäße in die Netzhaut. Es ist daher nur gegen die so genannte „feuchte“ Makula-Degeneration wirksam.
  •  Macugen® kann die Krankheit nicht heilen, sondern lediglich ihr weiteres Voranschreiten verlangsamen.
  •  In Studien war es etwa bei einem von zwei Patienten wirksam.
  •  Als Nebenwirkungen sind u. a. Augenentzündungen aufgetreten. Etwa einer von 100 Patienten hat deshalb an Sehschärfe eingebüßt.
  •  Ob die Krankenkassen die sehr hohen Kosten der Therapie (ca. 700 € pro Injektion) übernehmen müssen, ist bisher noch nicht einheitlich geregelt. Fragen Sie vor der Behandlung auf jeden Fall nach.

 

© FID Verlag GmbH, alle Rechte vorbehalten