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Dieser potente Radikalfänger schützt Sie vor Krebs und Makula-Degeneration

Mit einer Kohlsaftkur können Sie sogar chronische Prostataleiden lindern. Haben Sie einmal beobachtet, wie viele Menschen Kohlgemüse kaufen? Richtig, es sind die wenigsten. Kohl gilt heute als wertloses Arme-Leute-Essen.

Doch das ist ein fatales Vorurteil, denn kaum ein anderes Gemüse ist ein so potenter Zellschützer, Bakterienbekämpfer und Krebsvorbeuger wie der Kohl. Dafür ist sein hoher Gehalt an sekundären Pflanzenstoffen – von den Glucosinolaten bis zum Lutein – verantwortlich. Wir zeigen Ihnen, wie Sie diese Heilstoffe am besten nutzen.

Kohl enthält viele heilende Phytamine

Unter Phytaminen versteht die Naturheilkunde (heilsame) Pflanzenstoffe mit einem Eiweiß als Trägerstoff. Die meisten sind Farb- bzw. Aromasubstanzen und zählen zu den sekundären Pflanzenstoffen.

Zu den wichtigsten Phytaminen des Kohls gehören:

  • Anthocyane (rote Farbstoffe)
  • Beta-Carotin und Lutein (gelbrote Farbstoffe)
  • Glucosinolate (Senföle, schwefelhaltige Aminosäuren und deren Abkömmlinge Sulforaphan und Indole)
  • Quercetin und Kaempferol (Farbbausteine)

Je nach Kohlsorte variiert die Zusammensetzung. So enthalten Rot-, Weiß-, Blumen- und Rosenkohl sowie Brokkoli wesentlich mehr entzündungs- und krebshemmende Schwefelverbindungen als Grünkohl. Dafür versorgt dieser Sie mit den augenschützenden Carotinoiden (siehe Abbildung unten).

Genauso vielseitig wie seine Farben und Formen sind auch die Heilwirkungen des Kohls, die von der Entzündungshemmung bis zur Krebsvorbeugung reichen.

Das sind die medizinischen Wirkungen von Kohl:

  • Er bekämpft schädliche Bakterien (v. a. im Verdauungs- und Urogenitaltrakt) sowie Wundkeime.
  • Er fängt freie Sauerstoffradikale und schützt die Zellen.
  • Er hemmt die Vermehrung von Krebszellen und verhindert die Bildung von hormonabhängigen Krebsarten.
  • Er fördert die Ausleitung von Giften.

Außerdem liefert Ihnen Kohl reichlich Magnesium, Kalzium, Kupfer und Eisen sowie B-Vitamine einschließlich Folsäure. Damit ist das Gemüse gerade in der Winterzeit eine unverzichtbare und vielseitige Vitalstoffquelle.

Senföle hemmen schädliche Bakterien in Magen und Darm

Der Pharmokologe Professor Jed W. Fahey von der John-Hopkins-Universität in Baltimore/US-Bundesstaat Maryland war einer der Ersten, der die antibiotische Wirkung der schwefelhaltigen Senföle bzw. ihres Abkömmlings Sulforaphan eindeutig belegen konnte. Wie die renommierte US-Fachzeitschrift Proceedings of the National Academy of Science im April 2002 berichtete, blockiert Sulforaphan den Stoffwechsel des Magenkeims Helicobacter pylori, der Magengeschwüre und Magenkrebs begünstigt.

Kohl für Ihre Augen

Je dunkler seine Blätter, desto mehr Lutein enthält der Grünkohl.

Damit belegte Professor Fahey auch die jahrhundertealte Erfahrung der Naturheilkunde, dass die Einnahme von Kohlsäften z. B. Magenbeschwerden heilt.

Schwefelstoffe verhindern die Vermehrung von Krebszellen

Ebenfalls im Jahr 2002 wies ein Forscherteam unter der Leitung von Dr. Jerry Kosmeder an der Universität Chicago/US-Bundesstaat Illinois im Tierversuch nach, dass Sulforaphan aus Brokkoli sogar die Teilung von Brustkrebszellen blockiert. Das Team arbeitet nun daran, ein Medikament aus synthetisch hergestelltem Sulforaphan (Bezeichnung: Oxomat) zu entwickeln, das in etwa sechs Jahren auf den Markt kommen soll.

Einen weiteren krebshemmenden Stoff entdeckten Forscher des finnischen Lebensmittelinstituts Jokioinen im Sauerkraut. Dabei handelt es sich ebenfalls um schwefelhaltige Substanzen, so genannte Isothiocynate, die beim milchsauren Vergären des Weißkohls entstehen.

Dunkelgrüne Kohlsorten bewahren Ihr Augenlicht

Dunkelgrüne Kohlsorten wie Grünkohl, Brokkoli, Rosenkohl und Wirsing liefern Ihnen das wichtige Augenvitamin Lutein, das Sie nachgewiesenermaßen vor dem Grauen Star (Linsentrübung) und der gefährlichen Makula-Degeneration bewahren kann (siehe auch N&G SR Besser sehen). Brokkoli und Wirsing enthalten überdies Beta-Carotin, das als Baustein des Sehpigments Rhodopsin für das Hell-Dunkel-Sehen und die Unterscheidung von Grautönen zuständig ist.

Die Radikalfänger schützen auch Ihre Blutgefäße

Die krebsschützende Wirkung von Kohl wird durch dessen hohen Gehalt an potenten Radikalfängern (Antioxidantien) unterstützt. Dazu zählen v. a. die Anthocyane des Rotkohls sowie die Indole aus der Gruppe der Glucosinolate. Auch die Flavonoide Quercitin und Kaempherol, die auch Ihren täglichen Apfel so wertvoll machen, schützen Ihre Zellen vor dem schädlichen Angriff freier Sauerstoffradikale. Auf diese Weise verhindern sie Zellschäden, die zur Bildung von Krebszellen führen können.

Mit Ausnahme der roten Farbstoffe wirken diese Radikalfänger zudem als Phytohormone und können sogar die Entwicklung von hormonabhängigen Krebsarten (bestimmte Prostata- und Brusttumore) verhindern.

Und nicht zuletzt unterbinden die Radikalfänger auch Gefäßschäden durch das LDL-Cholesterin. Daher können Sie mit Kohl auch der Arteriosklerose wirksam vorbeugen.

Unsere Empfehlung: Essen Sie möglichst viel Blumen-, Rosen-, Rot-, Grün- und Weißkohl sowie Brokkoli als Gemüsebeilage, denn diese Kohlsorten sind besonders reich an antioxidativen Substanzen. Im Kasten auf Seite 3 geben wir Ihnen wertvolle Tipps, wie Sie die heilsamen Inhaltsstoffe durch die richtige Zubereitung am besten aufschließen.

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