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Makuladegeneration - was Sie über das alterbedingte Augenleiden wissen sollten

Die Makuladegeneration ist die häufigste Erblindungsursache in Industriestaaten, gefolgt von Glaukom und diabetischer Retinopathie.

  1. Grundlagen
  2. Sie können die Erkrankung nicht verhindern, jedoch den Ausbruch deutlich nach hinten verschieben
  3. Sie können eine Makuladegeneration selbst erkennen
  4. Beugen Sie mit einfachen Mitteln selbst vor
  5. Ganz sicher: Diese Antioxidantien schützen Sie vor der Makuladegeneration
  6. Dieser potente Radikalfänger schützt Sie vor Krebs und Makuladegeneration
  7. Behandlungen: Mit Ihrem Augenarzt können Sie den Krankheitsverlauf aufhalten
  8. Greifen Sie zu optischen Vergrößerungssystemen

Makuladegeneration lässt sich einteilen in trockene Makuladegeneration und feuchte Makuladegeneration; die Krankheit ist zumeist altersbedingt.

Augenarzt untersucht Augen eines männlichen Patientens© WavebreakmediaMicro -Adobe

Die trockene Makuladegeneration tritt sehr viel häufiger auf als die feuchte Makuladegeneration, ist aber weit weniger aggressiv und führt seltener zu einer Erblindung. Als Ursachen der Makuladegeneration gelten neben einer genetischen Veranlagung und erhöhtem Blutdruck das Rauchen.

Schreitet die Schädigung der Makula fort, ergeben sich daraus unter Anderem folgende Beschwerden:

Eine Verschlechterung der allgemeinen Sehfähigkeit, des Kontrastsehens, des Farbsehens, eine verlangsamte Anpassung an wechselnde Lichtverhältnisse, eine erhöhte Blendempfindlichkeit sowie gravierende zentrale Gesichtsfeldausfälle, was nicht nur die Lebensqualität verschlechtert, sondern durchaus zu gefährlichen Situationen im Alltag führen kann.

Da einmal eingetretene Schädigungen der Netzhaut und eine Verschlechterung der Sehkraft nicht rückgängig gemacht werden können, ist ein frühes Erkennen der Makuladegeneration wichtig, um schnell eingreifen und ein Fortschreiten der Erkrankung verhindern oder verlangsamen zu können. Es stehen verschiedene Methoden der Behandlung zur Verfügung.

Grundlagen

Die Makula – auch „gelber Fleck“ genannt – stellt ein kleines hochspezialisiertes Areal auf dem Fotofilm des Auges, der Netzhaut, in der Mitte des Augenhintergrunds dar.

Auge fokussieren© Christian Stoll -Adobe

Dieser nur wenige Quadratmillimeter große Fleck ist für wesentliche Sehleistungen verantwortlich: Lesen, Erkennen von Gesichtern und feinen Einzelheiten, Unterscheiden von Farben. Die ganze übrige Netzhaut nimmt hauptsächlich nur Umrisse und Hell-Dunkel-Kontraste wahr.

In der Makula herrscht ein reger Stoffwechsel, dessen Abbauprodukte von der darunter liegenden Gewebsschicht, dem so genannten Pigmentepithel, entsorgt werden.

Mit zunehmendem Alter kann es dabei zu Störungen kommen, die zu Ablagerungen unter der Netzhaut und zu weiteren Funktionseinbußen führen können. Dies bezeichnet man dann als „altersabhängige Makuladegeneration“ oder kurz „AMD“.

Die Folge ist, dass Sie in der Mitte des Gesichtsfeldes verschwommen, verzerrt oder einen dunklen Fleck sehen. Da nur die Netzhautmitte, also die Makula, betroffen ist, bleibt das äußere Gesichtsfeld erhalten.

Diese Risikofaktoren fördern die Entstehung einer AMD

• genetische Veranlagung, tritt familiär gehäuft auf

• Rauchen

• Bluthochdruck

• erhöhte Blutfettwerte

• strenge Diäten, geringer Konsum von Gemüse und Obst

• UV Licht schädigt Ihre Makula.

Tragen Sie bei starker Sonneneinstrahlung eine Sonnenbrille und im Sonnenstudio unbedingt eine Schutzbrille!

Das sind die Folgen einer Makuladegeneration:

  • Fahruntüchtigkeit
  • Verlust des zentralen Sehfeldes (wichtig z. B. bei Handarbeiten und Lesen)
  • Verlust des Scharfsehens (z. B. werden vertraute Gesichter nicht mehr erkannt)
  • Verlust des Farbensehens

Helle Augen sind besonders gefährdet

Auge - stark vergrößert in Grafik© Andrea Danti – Fotolia

Bei der altersbedingten Makuladegeneration (AMD) führen Abbauprozesse im Bereich der Makula (gelber Fleck) zum Verlust der Sehschärfe und des Farbensehens. Im Spätstadium können die Patienten nur noch Kontraste und Umrisse sehen.
Besonders gefährdet sind Menschen mit hellen, d. h. weniger pigmentierten Augen. Risikofaktoren sind eine hohe UV-Lichtbelastung, Arteriosklerose und Antioxidantienmangel.

Aspirin regelmäßig genommen erhöht AMD-Risiko

Aspirin wird gerne eingesetzt, um zum Beispiel Schlaganfall oder Herzinfarkten vorzubeugen. Aber das Schmerzmittel, dass in diesem Fall zur Blutverdünnung eingesetzt wird, hat einen großen Nachteil: Menschen, die es regelmäßig einnehmen, haben ein deutlich höheres Risiko für eine altersabhängige Makuladegeneration (AMD).

Bei der AMD handelt es sich um die Erkrankung, die in den Industrieländern am häufigsten zum Verlust des Sehvermögens führt. Unterschieden wird zwischen feuchter und trockener Makuladegeneration.

Bei der trockenen AMD handelt es sich um die Frühform, die feuchte ist die Spätform der Erkrankung. An ihr erkranken pro Jahr alleine in Deutschland rund 50.000 Menschen.

Schon seit einigen Jahren deuten Studienergebnisse darauf hin, dass Acetylsalicylsäure, also der Wirkstoff in Aspirin, AMD fördern kann. Nun untersuchten Wissenschaftler der Universität Sydney fast 2.400 Menschen über 15 Jahre hinweg.

260 von ihnen nahmen mindestens einmal pro Woche Aspirin, viele weitere aber deutlich häufiger. Im Verlauf der Studie erkrankten 63 Teilnehmer an AMD, und zwar an der feuchten Form.

Dabei kam es nach fünf Jahren bei fast 2 Prozent der Aspirin-Nutzer zur Erkrankung, nach 15 Jahren bei fast 10 Prozent. Bei denen, die kein Aspirin nahmen und als Kontrollgruppe dienten, lag der Anteil nur bei 0,8 bzw. 3,7 Prozent.

Die Forscher verweisen darauf, dass die regelmäßige Aspirin-Einnahme mit einem deutlich gehäuften Auftreten der feuchten AMD in Zusammenhang stand.

Dennoch weisen sie darauf hin, dass die momentane klinische Praxis, Aspirin zur Vorbeugung und Blutverdünnung zu nehmen, nicht geändert werden solle. Es müssen erst weitere Studien den Verdacht untermauern.

Altersbedingte Makuladegeneration kann Ihre Herzgesundheit bedrohen

Altersbedingte Makuladegeneration ist weit mehr als eine Augenkrankheit. Das haben Forscher der Universität Sydney jetzt festgestellt. Die Forscher führten eine Studie über die Sehkraft bei älteren Menschen durch.

An dieser nahmen zu Beginn rund 3.600 Menschen teil. Etwas über 2.000 von ihnen wurden nach 10 Jahren noch einmal untersucht. Das Ergebnis: Diejenigen, die schon bei der ersten Untersuchung unter einer leichten Makuladegeneration litten, wiesen nach 10 Jahren ein doppelt so hohes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen auf.

Diejenigen, die zu Beginn der Untersuchung an einer fortgeschrittenen Form litten, hatten sogar ein fünfmal so hohes Risiko.

Bei der altersbedingten Makuladegeneration handelt es sich um eine Netzhauttrübung. Es entsteht ein dunkler Fleck im Blickfeld, der zur Erblindung führen kann.

Die Forscher aus Sydney sind der Meinung, dass eventuell die Medikamente gegen die Netzhauterkrankung schuld am erhöhten Krankheitsrisiko sein könnten. Es kann sein, dass diese nicht nur das Wachstum der Gefäße im Auge blockieren. Sie könnten sich auch auf die Gefäße des Herz-Kreislauf-Systems auswirken.

Sie können die Erkrankung nicht verhindern, jedoch den Ausbruch deutlich nach hinten verschieben

Wie der Name schon sagt, tritt die „altersabhängige“ Makuladegeneration erst im Alter, d. h. meist jenseits des 60. Lebensjahres auf. So hängt es mit der steigenden Lebenserwartung zusammen, dass immer mehr Menschen davon betroffen werden.

Die Ursachen der AMD sind noch nicht eindeutig geklärt. Man geht davon aus, dass praktisch jeder Mensch von dieser Erkrankung betroffen ist, wenn er nur ein ausreichend hohes Lebensalter erreicht. Erbliche und Umweltfaktoren bestimmen, wann beim Einzelnen die Erkrankung auftritt.

Wesentlich sind im Auge Probleme bei der Entsorgung von Stoffwechselschlacken. Diese lösen dann Reaktionen aus, die die Netzhautmitte in Mitleidenschaft ziehen. Dabei sind zwei Verlaufsformen zu unterscheiden: die „trockene“ und die „feuchte“ Makuladegeneration.

1. Trockene Makuladegeneration: Bei der „trockenen“ Form wird ein Früh- von einem Spätstadium unterschieden. Das Frühstadium der trockenen Makuladegeneration erkennt der Augenarzt bei der Spiegelung des Augenhintergrunds an so genannte Drusen, das sind kleine gelbliche Ablagerungen unter der Netzhaut.

Dabei ist das Sehen allenfalls geringfügig eingeschränkt. So dauert es z. B. länger, wenn man von draußen in einen dunklen Raum geht, bis man wieder alles erkennt, oder Farben erscheinen blasser.

Im Spätstadium der trockenen Makuladegeneration gehen Sinneszellen zu Grunde und das zentrale Sehen verschlechtert sich erheblich. Im Gegensatz zur feuchten Degeneration schreitet sie aber sehr viel langsamer voran.

Erste Anzeichen bemerken Sie meist zuerst beim Lesen: Neben einer Unschärfe können sich mitten im Schriftbild verschwommene Flecken oder graue Schatten zeigen. Typisch wäre es auch, wenn Sie Gesichter von vertrauten Personen nicht mehr genau erkennen würden.

2. Feuchte Makuladegeneration: Bei der „feuchten“ Makuladegeneration, sprießen als Reaktion auf die Drusen kleine Gefäßknospen unter der Netzhaut. Diese neu gebildeten Gefäße sind undicht, weshalb die Netzhautmitte anschwillt (Makulaödem).

Auch kann es aus diesen nicht so stabil gebauten Gefäßen bluten. Sie können schließlich dazu führen, dass sich die Netzhautmitte in eine Narbe umwandelt und die Sehzellen zu Grunde gehen.

Bei der feuchten Makuladegeneration gibt es wiederum verschiedene Unterformen, die der Augenarzt mit speziellen Untersuchungen voneinander unterscheiden kann.

Ganz im Gegensatz zur trockenen Spätform kann die feuchte Form mitunter sehr rasch voranschreiten, kommt aber auch schließlich zum Stillstand, ohne die ganze Netzhaut in Mitleidenschaft zu ziehen.

Das wichtigste Krankheitszeichen ist, dass gerade Linien plötzlich verbogen oder verzerrt erscheinen. Beim Blick auf den Türrahmen würde beispielsweise ein Knick auffallen. Im fortgeschrittenen Stadium zeigt sich im zentralen Gesichtsfeld ein dunkler Fleck: Nur der äußere Bereich bleibt erhalten.

Die feuchte AMD kann Ihr Augenarzt durch Medikamente (sogenannte VEGF-Antagonisten) behandeln, die das Gefäßwachstum hemmen. Aus der trockenen Form kann sich die feuchte AMD entwickeln.

Sie können eine Makuladegeneration selbst erkennen

Die angegebenen Beschwerden können sehr unterschiedlich sein. Manchmal wird nur ein Auge betroffen, während das andere für viele Jahre gut sieht.

Mögliche Symptome:

  • Gerade Linien erscheinen verbogen z. B. ein Fensterrahmen („Verzerrtsehen“).
  • Die Farben wirken blasser
  • Worte auf einer Schriftseite sind verschwommen
  • Das Zentrum des Gesichtsfeldes erscheint leer oder als grauer Fleck.
unscharf sehen© fpic -Adobe

Amsler-Test

Kennen Sie den Amsler-Test? Dabei handelt es sich um einen ganz einfachen Test, den Menschen ab 50 Jahre einmal pro Woche durchführen sollten. Das Amsler-Netz ist einfach ein Gitterlinienkreuz. In der Mitte ist ein dicker Punkt.

Sie halten sich abwechselnd erst das linke, dann das rechte Auge zu und blicken mit normalem Leseabstand auf diesen Punkt. Die Linien sollten weiterhin gerade erscheinen, Sie dürfen keinerlei Löcher oder dunkle Stellen erkennen.

Sollte dies doch der Fall sein, suchen Sie einen Augenarzt auf, denn dies ist oft ein Anzeichen altersbedingter Makuladegeneration.

Beugen Sie mit einfachen Mitteln selbst vor

Rauchen und Bluthochdruck sind offenkundige Risikofaktoren bei der altersabhängigen Makuladegeneration. Falls Sie Raucher sind, ist aufhören schon ein erster Schritt in Richtung Prophylaxe.

Nichtraucher© Kathrin39 – Fotolia

Der Blutdruck sollte regelmäßig kontrolliert und nach Empfehlungen des Hausarztes und Internisten mit Medikamenten eingestellt werden. In dem Bestreben, der Netzhaut Substanzen zuzuführen, die in den Stoffwechsel, insbesondere, die so genannten oxidativen Prozesse eingreifen, wird die Wirkung von Nahrungsergänzungsmitteln erprobt.

Schon einer ausgewogenen Ernährung mit reichlich Obst und Gemüse misst man eine schützende Funktion bei. So enthalten beispielsweise grünblättrige Gemüse wie Broccoli oder Mais den Wirkstoff Lutein, der als gelbes Pigment in der Makula vorkommt und sie gegen oxidative Schäden schützt.

Wesentlich ist es, dass Sie bei Auftreten von Symptomen, wie sie oben genannt wurden, besonders auch wenn Ihr zweites Auge betroffen ist, innerhalb von wenigen Tagen einen Augenarzt aufsuchen. Die nachgenannten Behandlungen sind dann am aussichtsreichsten, wenn sie zum frühestmöglichen Zeitpunkt erfolgen.

Aktiver Lebensstil schützt die Makula

Durch regelmäßige Bewegung können Sie Ihr Risiko für die so genannte Makula-Degeneration erheblich senken. Bei der Erkrankung führt ein Absterben der Netzhautzellen zum Verlust der Sehschärfe und macht dadurch Lesen sowie ein aktives Alltagsleben fast unmöglich. Nahezu jeder zehnte Deutsche über 65 Jahren ist davon betroffen.

Forscher der Universität von Wisconsin in Madison/USA haben nun eine Langezeituntersuchung ausgewertet, an der mehr als 3.800 Freiwillige im Alter zwischen 43 und 86 Jahren teilnahmen.

Sie wurden 15 Jahre lang regelmäßig auf die ersten Anzeichen einer Makula-Degeneration untersucht. Die Ergebnisse wurden im November 2006 im British Journal of Ophtalmology vorgestellt.

Bei den Teilnehmern, die körperlich besonders aktiv waren (sie trieben 3mal wöchentlich Sport, sodass sie dabei ins Schwitzen kamen), sank das Risiko für die Augenkrankheit um stattliche 70 %. Doch auch durch leichtere Aktivitäten wie einen täglichen Spaziergang oder regelmäßiges Treppensteigen ließ sich das Risiko immerhin noch um 30 % senken.

Bewegung kann Ihre Sehkraft im Alter retten

Laut einer aktuellen US-Studie (The Journal of Neuroscience 2014) kann gemäßigtes körperliches Training die Struktur und Funktion der Photorezeptoren in der Netzhaut vor altersbedingten Abbauprozessen schützen und dadurch Ihre Sehkraft länger erhalten.

Seniorenpaar vergnügt beim Nordic Walking mit Hund© falkjohann – Fotolia

Für diese Ergebnisse trainierte eine Gruppe an Mäusen fünfmal die Woche jeweils eine Stunde im Laufrad. Die Vergleichsgruppe blieb inaktiv. Die aktiven Mäuse besaßen doppelt so viele Sinneszellen in der Netzhaut wie die inaktiven Mäuse.

Darüber hinaus bildeten sie 20 Prozent mehr eines Eiweißstoffes, der für das Nervenwachstum bzw. deren Neubildung mitverantwortlich ist (brain derived neurotropic factor/BDNF).

Zwar handelt es sich lediglich um eine tierexperimentelle Studie, aber das Laufradtraining der Mäuse in der Studie ist für Sie in etwa vergleichbar mit einem täglichen etwa einstündigen Spaziergang – und zwar bitte zügig!

Für Ihre Augengesundheit müssen Sie zwar nicht für einen Marathon trainieren, aber regelmäßig sollte die Bewegung schon sein.

Noch besser wäre es, wenn Sie drei- bis viermal pro Woche 30 Minuten moderat joggen oder zügig walken würden oder 60 bis 90 Minuten Rad fahren. Das zeigten schon ältere Untersuchungen zur Risikosenkung von AMD.

Fisch senkt Ihr Risiko sagen Wissenschaftler der Universität Sydney

Wissenschaftler der Universität Sydney/Australien haben die Ernährungsgewohnheiten von fast 3.000 Menschen analysiert und dann 7 Jahre lang ihre Augengesundheit überprüft.

Das Ergebnis: Wer mindestens einmal pro Woche Fisch verzehrt, hat ein 40 % geringeres Risiko für die gefürchtete Makula-Degeneration. Wer es sogar auf drei Fischportionen wöchentlich bringt, reduziert sein Risiko sogar um 75 %. Das berichteten die Forscher im Juni 2006 in den Archives of Ophtalmology.

Fisch gehört zu den Nahrungsmitteln, die vor Krebs schützen können© kropic – Fotolia

Bei der Makula-Degeneration sterben die zentralen Sinneszellen auf der Netzhaut langsam ab. Den Betroffenen drohen schwere Sehfehler oder sogar das Erblinden. Wenn Sie kein Fischfan sind, können Sie zur Not auch auf Fischölkapseln zurückgreifen, in denen die schützenden Omega-3-Fettsäuren enthalten sind (empfohlene Tagesdosis: 1 bis 2 g).

Fisch senkt Risiko um 50 % sagen Forscher der Universität Boston

Wer zweimal oder noch häufiger pro Woche eine Portion Kaltwasserfisch zu sich nimmt, kann sein Risiko für eine altersbedingte Makula-Degeneration (AMD) mindestens halbieren. Diese beeindruckende Entdeckung haben Forscher der Harvard Universität in Boston/USA bei einer Zwischenauswertung der AMD-Zwillingsstudie gemacht.

An dieser Langzeitstudie nehmen 681 US-Zwillinge teil, in deren Familien die altersbedingte Makula-Degeneration, die bis zur Erblindung führen kann, gehäuft auftritt. Bislang erkrankten 222 Teilnehmer der Studie an einer AMD.

Wie die US-Fachzeitschrift für Augenheilkunde Archives of Ophthalmology im Juli 2006 berichtete, können die Omega-3-Fettsäuren im Fisch sogar jede fünfte AMD-Erkrankung vollständig verhindern.

Tipp: Falls Sie Makrele, Hering, Wildlachs oder Thunfisch nicht mögen, sollten Sie täglich 1 g Fischöl in Form von Fischölkapseln (aus Drogerie, Supermarkt oder Apotheke; Monatsbedarf: ca. 8 bis 12 €) einnehmen, um Ihr Augenlicht zu schützen.

Ganz sicher: Diese Antioxidantien schützen Sie vor der Makuladegeneration

Beugen Sie vor mit B-Vitaminen

Forscher der Harvard-Universität in Boston/USA haben im Juni 2009 den bislang aussagekräftigsten beweis dafür geliefert, dass Sie mit einem B-Vitamin-Präparat der altersbedingten Makula-Degeneration (AMD) vorbeugen können.

Bei der Augenerkrankung sterben die Sinneszellen im zentralen Bereich der Netzhaut ab. Im Extremfall führt das zum Erblinden.

Wie die Forscher in den Archives of Internal Medicine berichteten, erhielten 5.000 Frauen im Alter über 40 Jahren in einer Studie entweder ein Präparat (2,5 mg Folsäure, 50 mg Vitamin B6 und 1 mg B12 täglich) oder ein Placebo.

Nach sieben Jahren waren 55 Frauen aus der Vitamin-Gruppe an AMD erkrankt, aber 82 aus der Placebo-Gruppe. Das entspricht einer Senkung des Krankheitsrisikos um 34 %.

Bisher war vor allem bekannt, dass Antioxidantien wie Vitamin E oder Carotinoide das Absterben der Sehzellen in der Netzhaut bremsen können. Zusätzlich sollten Sie nach dieser Studie auch ein Vitamin-B-Präparat einnehmen (Vitamin-B-Komplex, z. b. von Taxofit oder ratiopharm, Monatstherapiekosten ca. 3 €)

Nahrungsergänzung - Vitamine und Präparate© cirquedesprit – Fotolia

Vitamin C!

Dieses Vitamin ist der wichtigste Stoff für gesunde Augen. Es ist in der Augenlinse und Tränenflüssigkeit hoch konzentriert enthalten – seine Konzentration ist hier rund 50-mal so hoch wie im Blut. Auf der Augenlinse wird es durch die Tränenflüssigkeit verteilt und fängt hier die ersten freien Radikalen ab. Vitamin C ist in allen Obstsorten reichlich enthalten.

Beta-Karotin!

Es handelt sich um die Vorstufe von Vitamin A, das auch als Augenvitamin bekannt ist. Beta-Karotin fängt nicht nur freie Radikale, sondern verhindert, dass schädliches LDL-Cholesterin entsteht, das die Gefäße in der Netzhaut verengt und Ihr Sehvermögen zusätzlich schädigt. Beta-Karotin finde Sie nicht nur in Möhren, sondern auch in grünem Blattgemüse.
So steigern Sie die Verwertung von Karotinoiden
• Je stärker Sie die Zellwände von Gemüse und Obst zerkleinern, desto mehr Karotinoide kann Ihr Körper aufnehmen: Gemüse sehr klein schneiden oder raspeln, Suppen pürieren.

• Kurzes Erhitzen verbessert die Verfügbarkeit, sehr langes Kochen zerstört die Karotinoide.

• Karotinoide sind fettlöslich. Die Zugabe von Fett steigert die Aufnahme in Ihr Blut.

Fazit: Dünsten Sie klein geschnittenes Gemüse nur kurz in etwas Olivenöl oder Butter.

Luthein und Zeaxanthin!

Beides sind gelbe Pflanzenfarbstoffe, die sowohl in grünem Blattgemüse als auch in gelben Sorten wie Paprika oder Mais vorkommen. Sie schützen Ihre Augen nicht nur vor freien Radikalen, zusätzlich sind sie auch in der Lage, UV-Strahlen abzufangen und damit die Schäden durch das Sonnenlicht zu verhindern.

Tipp: Gemüse ist der beste Schutz 
Die „fünf am Tag“ schützen Ihre Augen. Da diese wichtigen Augenschutzstoffe in Obst und Gemüse reichlich vorhanden sind, reichen die immer wieder empfohlenen fünf Portionen Obst und Gemüse am Tag eigentlich aus. Leider aber sind diese Lebensmittel häufig zu lange gelagert, und gerade das wichtige Vitamin C geht dadurch verloren.

Die besten Nahrungsquellen für Lutein und Zeaxanthin sind grünes Gemüse wie etwa Grünkohl, Spinat, Mangold, Petersilie, Kresse, Rucola, Feldsalat, Zucchini etc.

Wenn Sie über 65 Jahre sind und nicht genau wissen, ob Ihr Obst und Ihr Gemüse wirklich frisch sind, sollten Sie ein Nahrungsergänzungsmittel zu sich nehmen. Geeignet ist zum Beispiel eines speziell zur Vorbeugung der Makuladegeneration wie Orthomol vision AMD.

Es kostet pro Monat rund 40 Euro. Sie erhalten dieses Präparat in jeder Apotheke. Fragen Sie Ihren Arzt, was er Ihnen empfiehlt, um Ihre Augen gesund zu halten.

Dieser potente Radikalfänger schützt Sie vor Krebs und Makuladegeneration

Mit einer Kohlsaftkur können Sie sogar chronische Prostataleiden lindern. Haben Sie einmal beobachtet, wie viele Menschen Kohlgemüse kaufen? Richtig, es sind die wenigsten. Kohl gilt heute als wertloses Arme-Leute-Essen.

Doch das ist ein fatales Vorurteil, denn kaum ein anderes Gemüse ist ein so potenter Zellschützer, Bakterienbekämpfer und Krebsvorbeuger wie der Kohl. Dafür ist sein hoher Gehalt an sekundären Pflanzenstoffen – von den Glucosinolaten bis zum Lutein – verantwortlich. Wir zeigen Ihnen, wie Sie diese Heilstoffe am besten nutzen.

Kohl enthält viele heilende Phytamine

Unter Phytaminen versteht die Naturheilkunde (heilsame) Pflanzenstoffe mit einem Eiweiß als Trägerstoff. Die meisten sind Farb- bzw. Aromasubstanzen und zählen zu den sekundären Pflanzenstoffen.

Wintergemüse Kohl© Adobe Stock

Zu den wichtigsten Phytaminen des Kohls gehören:

  • Anthocyane (rote Farbstoffe)
  • Beta-Carotin und Lutein (gelbrote Farbstoffe)
  • Glucosinolate (Senföle, schwefelhaltige Aminosäuren und deren Abkömmlinge Sulforaphan und Indole)
  • Quercetin und Kaempferol (Farbbausteine)

Je nach Kohlsorte variiert die Zusammensetzung. So enthalten Rot-, Weiß-, Blumen- und Rosenkohl sowie Brokkoli wesentlich mehr entzündungs- und krebshemmende Schwefelverbindungen als Grünkohl. Dafür versorgt dieser Sie mit den augenschützenden Carotinoiden (siehe Abbildung unten).

Genauso vielseitig wie seine Farben und Formen sind auch die Heilwirkungen des Kohls, die von der Entzündungshemmung bis zur Krebsvorbeugung reichen.

Das sind die medizinischen Wirkungen von Kohl:

  • Er bekämpft schädliche Bakterien (v. a. im Verdauungs- und Urogenitaltrakt) sowie Wundkeime.
  • Er fängt freie Sauerstoffradikale und schützt die Zellen.
  • Er hemmt die Vermehrung von Krebszellen und verhindert die Bildung von hormonabhängigen Krebsarten.
  • Er fördert die Ausleitung von Giften.

Außerdem liefert Ihnen Kohl reichlich Magnesium, Kalzium, Kupfer und Eisen sowie B-Vitamine einschließlich Folsäure. Damit ist das Gemüse gerade in der Winterzeit eine unverzichtbare und vielseitige Vitalstoffquelle.

Senföle hemmen schädliche Bakterien in Magen und Darm

Der Pharmokologe Professor Jed W. Fahey von der John-Hopkins-Universität in Baltimore/US-Bundesstaat Maryland war einer der Ersten, der die antibiotische Wirkung der schwefelhaltigen Senföle bzw. ihres Abkömmlings Sulforaphan eindeutig belegen konnte. Wie die renommierte US-Fachzeitschrift Proceedings of the National Academy of Science im April 2002 berichtete, blockiert Sulforaphan den Stoffwechsel des Magenkeims Helicobacter pylori, der Magengeschwüre und Magenkrebs begünstigt.

Kohl für Ihre Augen

Je dunkler seine Blätter, desto mehr Lutein enthält der Grünkohl.

Damit belegte Professor Fahey auch die jahrhundertealte Erfahrung der Naturheilkunde, dass die Einnahme von Kohlsäften z. B. Magenbeschwerden heilt.

Schwefelstoffe verhindern die Vermehrung von Krebszellen

Ebenfalls im Jahr 2002 wies ein Forscherteam unter der Leitung von Dr. Jerry Kosmeder an der Universität Chicago/US-Bundesstaat Illinois im Tierversuch nach, dass Sulforaphan aus Brokkoli sogar die Teilung von Brustkrebszellen blockiert. Das Team arbeitet nun daran, ein Medikament aus synthetisch hergestelltem Sulforaphan (Bezeichnung: Oxomat) zu entwickeln, das in etwa sechs Jahren auf den Markt kommen soll.

Einen weiteren krebshemmenden Stoff entdeckten Forscher des finnischen Lebensmittelinstituts Jokioinen im Sauerkraut. Dabei handelt es sich ebenfalls um schwefelhaltige Substanzen, so genannte Isothiocynate, die beim milchsauren Vergären des Weißkohls entstehen.

Dunkelgrüne Kohlsorten bewahren Ihr Augenlicht

Dunkelgrüne Kohlsorten wie Grünkohl, Brokkoli, Rosenkohl und Wirsing liefern Ihnen das wichtige Augenvitamin Lutein, das Sie nachgewiesenermaßen vor dem Grauen Star (Linsentrübung) und der gefährlichen Makula-Degeneration bewahren kann (siehe auch N&G SR Besser sehen). Brokkoli und Wirsing enthalten überdies Beta-Carotin, das als Baustein des Sehpigments Rhodopsin für das Hell-Dunkel-Sehen und die Unterscheidung von Grautönen zuständig ist.

verschiedener grüner Kohl© Wolfgang Jargstorff -Adobe

Die Radikalfänger schützen auch Ihre Blutgefäße

Die krebsschützende Wirkung von Kohl wird durch dessen hohen Gehalt an potenten Radikalfängern (Antioxidantien) unterstützt. Dazu zählen v. a. die Anthocyane des Rotkohls sowie die Indole aus der Gruppe der Glucosinolate. Auch die Flavonoide Quercitin und Kaempherol, die auch Ihren täglichen Apfel so wertvoll machen, schützen Ihre Zellen vor dem schädlichen Angriff freier Sauerstoffradikale. Auf diese Weise verhindern sie Zellschäden, die zur Bildung von Krebszellen führen können.

Mit Ausnahme der roten Farbstoffe wirken diese Radikalfänger zudem als Phytohormone und können sogar die Entwicklung von hormonabhängigen Krebsarten (bestimmte Prostata- und Brusttumore) verhindern.

Und nicht zuletzt unterbinden die Radikalfänger auch Gefäßschäden durch das LDL-Cholesterin. Daher können Sie mit Kohl auch der Arteriosklerose wirksam vorbeugen.

Unsere Empfehlung: Essen Sie möglichst viel Blumen-, Rosen-, Rot-, Grün- und Weißkohl sowie Brokkoli als Gemüsebeilage, denn diese Kohlsorten sind besonders reich an antioxidativen Substanzen. Im Kasten auf Seite 3 geben wir Ihnen wertvolle Tipps, wie Sie die heilsamen Inhaltsstoffe durch die richtige Zubereitung am besten aufschließen.

Behandlungen: Mit Ihrem Augenarzt können Sie den Krankheitsverlauf aufhalten

Mittlerweile gibt es Behandlungsverfahren, mit denen der Krankheitsprozess aufgehalten oder zumindest verlangsamt werden kann.

Laserbehandlung
In früheren Stadien der „feuchten“ Makuladegeneration kann eine Behandlung mit dem Laserstrahl sinnvoll sein. Diese Behandlung erfolgt ambulant und ist in aller Regel schmerzfrei.

Auge wird gelasert© RioPatuca Images – Fotolia

Mit dem Laserstrahl werden dabei neu aussprossende und undichte Gefäße verödet, die die Makula schädigen. Dabei hat sich jedoch gezeigt, dass auch bei zunächst erfolgreicher Laserbehandlung im weiteren Verlauf wieder neue abnormale Gefäße aussprossen können.

Zu den Behandlungen gegen die AMD gehören:

Ranibizumab (Lucentis®)

Wie Pegaptanib wird auch dieser Wirkstoff eingesetzt, um das Wachstum der entarteten Blutgefäße zu stoppen. Derzeit wird Ranibizumab nur in klinischen Studien eingesetzt, die Zulassung durch die FDA wird aber in diesem Jahr erwartet.

Bei 95% der Studienteilnehmer, die dieses Medikament einnahmen, hat sich das Sehvermögen stabilisiert oder verbessert. Einige Ärzte verschreiben einen nahe verwandten Wirkstoff, Bevacizumab (Avastin®), der zur Behandlung von Darmkrebs eingesetzt wird, indem er das Wachstum neuer Blutgefäße hemmt.

Dieses Krebs präparat ist zur Behandlung der Makuladegeneration von der FDA nicht zugelassen. Es wird ebenfalls als Injektion ins Auge verabreicht.

Photokoagulation

Bei der Photokoagulation verbrennt und zerstört ein hochenergetischer Laserstrahl die entarteten Blutgefäße hinter der Makula, sodass die entarteten Blutgefäße keine weiteren Schäden mehr anrichten können. Allerdings eignet sich nur ein kleiner Prozentsatz der AMD-Patienten für dieses Verfahren.

Triamcinolon (Volon A®)

Triamcinolon ist ein Kortisonpräparat, das in den Glaskörperraum gespritzt wird und dort über einen Zeitraum von etwa 3 Monaten langsam freigesetzt wird. Bisher wurde Triamcinolon eingesetzt, um Entzündungen und Makulaödeme zu behandeln.

Derzeit wird untersucht, ob das Kortisonpräparat das Sehvermögen bei einer Makuladegeneration verbessern kann. In Kombination mit der photodynamischen Therapie kann Triamcinolone die Effekte der PDT verstärken. Derzeit wird in Studien die Wirksamkeit der Kombination beider Therapien untersucht.

Pigmentepithel-Aderhaut-Translokation (PATCH)

Die Pigmentepithel- Aderhaut-Translokation ist ein neues chirurgisches Verfahren für die Makuladegeneration. Hierbei wird ein Stück Aderhaut mit den darüber liegenden Pigmentzellen aus der Peripherie der Netzhaut zentral unter die Makula verpflanzt.

Dieses Verfahren kann nur eingesetzt werden, wenn der Verlust des Sehvermögens erst kürzlich aufgetreten, die Ausbildung der entarteten Blutgefäße begrenzt und das Gewebe um die Makula gesund ist.

Photodynamische Therapie (PDT)
Bei dieser Behandlungsform für ein bestimmtes Stadium der feuchten Makuladegeneration wird zunächst eine Substanz in die Armvene gespritzt, die dann im Auge die Gefäßwucherungen für den Laserstrahl empfindlicher macht.

Damit können auch abnormale Gefäße behandelt werden, die sich bereits unter der Netzhautmitte befinden. Allerdings kommen nur ganz bestimmte Gefäßneubildungen dafür in Frage, was durch den Augenarzt mit der Gefäßdarstellung (Fluoreszenzangiographie) vorher festgestellt wird.

Auch ist diese Behandlung nur in einem relativ frühen Stadium der feuchten Makuladegeneration sinnvoll. Ist schon eine Narbe entstanden, hat sie keinen Einfluss mehr. Die Behandlung muss meist mehrfach, typischerweise in Abständen von zwei bis drei Monaten, erfolgen, da sich die Gefäße nicht mit einer einzigen Therapie verschließen lassen.

Medikamente
In letzter Zeit wurden zahlreiche neue Medikamente entwickelt, die die Gefäßwucherungen bei der feuchten Makuladegeneration beeinflussen könnten. Diese müssen allerdings noch allen klinischen Prüfungen standhalten, weshalb sie gegenwärtig noch nicht allgemein eingesetzt werden können.

Zu warnen ist vor Heilmethoden, die viel versprechen und nichts halten: Infusionsbehandlungen, Gabe von Sauerstoff, Spritzen hinter das Auge und was immer auch an „Wundermitteln“ angepriesen wird. Das alles hilft nur dem Anbieter und kostet Sie viel Geld.

Erfolge, von denen die Medien manchmal berichten, erklären sich zum Teil dadurch, dass die Makuladegenration von selbst zum Stillstand kommen kann und dass die Sehschärfe sich gelegentlich sogar spontan etwas bessert.

Resveratrol – neue Hoffnung im Kampf gegen Makula-Degeneration

Ein Stoff, der in Weintrauben in großer Menge enthalten ist, hat sich im Tierversuch als hilfreich erwiesen, wenn es darum geht, altersbedingte Augenerkrankungen zu verhindern und zu heilen.

Forscher der St. Louis-Universität in Missouri haben eine Resveratrol-Substanz an Mäusen mit erkrankter Netzhaut getestet. Die Mäuse litten unter krankhaft wuchernden Blutgefäßen in der Netzhaut – vergleichbar mit der altersbedingten Makuladegeneration beim Menschen.

Die Resveratrol-Substanz konnte die Wucherungen stoppen und schon entartete Zellen zerstören. Grund dafür ist die antioxidative Wirkung des Resveratrols. Nun soll überprüft werden, wie sich die Substanz auf den Menschen auswirkt.

Endlich: Ein neues Medikament kann den schleichenden Sehverlust aufhalten

Jeder 10. über 65 leidet an einem allmählichen Verlust der zentralen Sehkraft, weil Sinneszellen der Netzhaut absterben. Bisher standen die Betroffenen dem schleichenden Sehverlust hilflos gegenüber. Doch ein neues Medikament scheint mehr als nur ein Silberstreif am Horizont zu sein.

Wir haben für Sie recherchiert, wie hoch die Erfolgschancen mit Macugen® tatsächlich sind, wo seine Grenzen liegen und mit welchen Nebenwirkungen Sie rechnen müssen.

Die Makuladegeneration ist in Deutschland die häufigste Ursache für schwere Sehfehler, die sogar bis zur Erblindung führen können.

Pegaptanib (Macugen®)

Pegaptanib wurde 2004 in den USA von der Food and Drug Administration (FDA) zur Behandlung der feuchten Makuladegeneration zugelassen. In einer Serie von Injektionen in den Glaskörperraum wird dieser Wirkstoff im Abstand von 4 bis 6 Wochen über einen Zeitraum von etwa 2 Jahren verabreicht.

Pegaptanib zielt auf einen wichtigen Wachstumsfaktor – VEGF (vascular endothelial growth factor) –, der für das Auswachsen neuer Gefäße und für eine Ödembildung verantwortlich ist. Pegaptanib hemmt VEGF, um die Ausbildung neuer Blutgefäße zu stoppen oder zu verlangsamen. Die Zulassung von Pegaptanib in Deutschland erfolgte im Mai dieses Jahres unter dem Namen Macugen.

Das sollten Sie über Macugen® wissen

  •  Macugen® hemmt die Einsprossung neuer Blutgefäße in die Netzhaut. Es ist daher nur gegen die so genannte „feuchte“ Makula-Degeneration wirksam.
  •  Macugen® kann die Krankheit nicht heilen, sondern lediglich ihr weiteres Voranschreiten verlangsamen.
  •  In Studien war es etwa bei einem von zwei Patienten wirksam.
  •  Als Nebenwirkungen sind u. a. Augenentzündungen aufgetreten. Etwa einer von 100 Patienten hat deshalb an Sehschärfe eingebüßt.
  •  Ob die Krankenkassen die sehr hohen Kosten der Therapie (ca. 700 € pro Injektion) übernehmen müssen, ist bisher noch nicht einheitlich geregelt. Fragen Sie vor der Behandlung auf jeden Fall nach.

Bei der „trockenen“ Makuladegeneration schreitet das Leiden nur relativ langsam voran. Wesentlich aggressiver verläuft die feuchte Makuladegeneration. Hier versucht der Körper, die mangelnde Versorgung der Netzhautzellen durch das Einsprossen neuer Blutgefäße auszugleichen.

Doch die neuen Gefäße wachsen sehr schnell und sind deshalb von minderer Qualität. Folge: Aus ihnen tritt Blutflüssigkeit leicht nach außen, was zu weiteren Schädigungen und Vernarbungen auf der Netzhaut führt.

Lediglich 10% der Betroffenen leiden an dieser schnell voranschreitenden feuchten Form, allerdings ist sie für 90% der wirklich schweren Sehbehinderungen verantwortlich.

Das neue Medikament mit dem Namen Macugen® (Wirkstoff Pegaptanib) kann das Einsprossen neuer Gefäße in die geschädigte Makula verhindern. Es ist also nur gegen die feuchte Form der Erkrankung wirksam.

Jeder zweite Patient profitiert vom neuen Wirkstoff

Pegaptanib ist ein speziell im Labor entwickelter Wirkstoff, der einen Wachstumsfaktor für Blutgefäße blockiert. So können keine neuen Gefäße mehr entstehen.

Der Wirkstoff kann nicht als Tablette verabreicht werden, sondern die Patienten bekommen ihn unter örtlicher Betäubung direkt in den Glaskörper des Auges gespritzt. Alle 6 Wochen ist eine erneute Behandlung notwendig, da dann der Hemmstoff aufgebraucht ist.

In einer Studie der Harvard-Universität in Boston/USA wurde die Wirksamkeit des neuen Mittels an mehr als 1.100 Patienten getestet. Nach einer einjährigen Behandlung war bei der Hälfte der Teilnehmer die Sehschärfe besser oder zumindest gleich wie zu Beginn der Therapie. In einer Kontrollgruppe, die lediglich Kochsalzlösung injiziert bekam, lag dieser Anteil nur bei 23%.

Greifen Sie zu optischen Vergrößerungssystemen

Wenn eine Behandlung mit den heute zur Verfügung stehenden Methoden nicht Erfolg versprechend ist, wird der Augenarzt seinen Patienten über die Möglichkeiten informieren, die vergrößernde Sehhilfen bieten.

Dabei handelt es sich um optische und elektronische Hilfsmittel, mit denen auch bei fortgeschrittener Erkrankung vor allem die Naharbeit und das Lesen wieder möglich werden können.

Mit den optischen Hilfsmitteln wird durch Vergrößerung das intakte äußere Gesichtsfeld besser ausgenutzt. Ausgewählt und verordnet werden sie von besonders spezialisierten Augenärzten oder den Sehbehinderten-Ambulanzen großer Augenkliniken.

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