MenüMenü

Laserchirurgie: Risiken, Nebenwirkungen und Aussichten

Insgesamt bieten Laseroperationen für die Augen gute Resultate bei geeigneten Personen. In Studien über LASIK und PRK werden bei 80 bis 90 Prozent der behandelten Patienten Sehschärfen von 20/40 erreicht (20/20 ist ideal). Langzeitergebnisse sind nicht bekannt.

Laserchirurgie unter die Lupe genommen

Die amerikanische Food and Drug Administration (FDA) erteilte die Zulassung für die photorefraktive Keratotomie (Hornhautchirurgie). Dabei handelt es sich um eine Laserchirurgie für leichte bis mäßige Kurzsichtigkeit, die auch in Deutschland stattfindet. Während des ein- bis zweiminütigen operativen Eingriffs flacht der Chirurg die Hornhaut ab. Dazu verdampft der Ophthalmologe winzig kleine Splitter von der Hornhautoberfläche. Durch das Abflachen der Hornhaut sieht der Patient besser in der Ferne, da die Lichtstrahlen auf der Netzhaut fokussiert sind.

Der FDA legte man Studien des Laserherstellers vor, aus denen hervorgeht, dass die meisten Patienten nach dem chirurgischen Eingriff keine Korrekturgläser mehr benötigten. Einige hingegen brauchten weiterhin eine Brille oder Kontaktlinsen. Als Nebenwirkungen traten schlechtes Nachtsehen, morgendliche Augenschmerzen sowie Schmerzempfindlichkeit und vorzeitige Weitsichtigkeit auf. Bei rund 5 Prozent der Patienten verschlechterte sich das Sehvermögen nach dem operativen Eingriff.

Verbesserungen in Sicht!

Wenn Sie stark kurzsichtig oder weitsichtig sind oder an Astigmatismus (Stabsichtigkeit) leiden, wirkt die photorefraktive Hornhautchirurgie nicht. Wenn Sie leicht bis mäßig kurzsichtig sind und eine Laseroperation in Erwägung ziehen, raten die Augenärzte der Mayo Clinic, noch zu warten.

Demnächst gibt es wahrscheinlich einen verbesserten Laser, bei dem das Risiko von Nebenwirkungen geringer ausfällt. Mit zunehmender Verbreitung dieser Behandlungsmethode sinken die Behandlungskosten. Die photorefraktive Hornhautchirurgie kostet in den USA zwischen 1.500 bis 2.000 US-Dollar pro Auge. Die Krankenversicherungen übernehmen dies allgemein nicht.

Mögliche Nebenwirkungen

  • Nachtblindheit: Betroffene sehen eventuell „Halos” (Farbkreise) um Lichter herum. Dies tritt häufiger bei Personen auf, die nachts besonders weite Pupillen haben.
  • Blendung: Manche Patienten sind danach lichtempfindlicher und fühlen sich leicht geblendet.
  • Nebelsehen: Bei einigen Patienten vernebelt sich die Hornhaut wie im „Dunst”. Dies tritt bei PRK häufiger und bei LASIK seltener auf.

Es besteht ein geringes Risiko, dass Ihre Sehkraft nach dem Eingriff schlechter ist als zuvor. Sie brauchen eventuell weiterhin Brille oder Kontaktlinsen. In einigen Fällen sind wiederholte Operationen für die gewünschte Wirkung notwendig. Derartige Operationen halten nicht die Sehschärfenveränderungen infolge von Weitsichtigkeit auf.

Informieren Sie sich im Vorfeld

Bei Interesse an Laseroperationen für die Augen sollten Sie nach einem Augenarzt Ausschau halten, der bereits viele Eingriffe durchgeführt hat. Fragen Sie nach den Vorteilen, Risiken und Nachkontrollen. Die Auswirkungen solcher Eingriffe bestehen dauerhaft. Stellen Sie aus diesem Grund sicher, dass Sie wissen, was Sie erwartet.

In Deutschland bezahlt die gesetzliche Krankenkasse laserchirurgische Eingriffe an der Hornhaut nicht (AOK Bundesverband, Bonn).

Laserchirurgie am Auge ab 55 möglicherweise ungeeignet

Lasereingriffe zur Korrektur des Sehvermögens empfehlen sich für die meisten Menschen über 55 Jahre nicht. Je älter Sie werden, desto schwieriger ist es, durch die altersbedingten Veränderungen wie verminderte Tränenproduktion, Grauer Star und Versteifung oder Vergrößerung der Linse (Alterssichtigkeit) eine korrekte und stabile Korrektur des Sehvermögens zu erreichen.

Das schließt jedoch nicht notwendigerweise alle Personen über 55 von dieser Operationsmethode aus. Falls Sie einen solchen Eingriff für sich in Erwägung ziehen, sollten Sie in jedem Fall einen Augenchirurgen konsultieren und ihn um eine Einschätzung Ihres Falles bitten. Er klärt Sie über die Risiken einer Laseroperation auf.

Lassen Sie Ihren Führerschein anpassen

Das Lasern der Augen wurde inzwischen fast zu einem Routine-Eingriff. Viele Menschen wollen auf diese Art und Weise ihre Kurzsichtigkeit und damit die störende Brille loswerden. Verläuft der Eingriff erfolgreich, ist keine Brille mehr nötig, es sei denn, Sie entwickeln nach und nach eine Alterssichtigkeit. Haben Sie einen solchen Eingriff hinter sich, sollten Sie aber einmal genau in Ihren Führerschein schauen. Es geht nicht darum, wie sehr Sie sich verändert haben, seitdem Ihr Führerscheinfoto aufgenommen wurde.

Lesen Sie nach, ob in Ihrem Führerschein notiert ist, dass Sie zum Auto fahren eine Brille tragen müssen. Findet sich dieser Passus, fahren Sie ohne Brille und werden Sie angehalten, müssen Sie 25 Euro Strafe zahlen. Das gilt auch, wenn Sie die Brille nicht mehr brauchen. Eigentlich ist es ja logisch: Woher soll der Polizist in der Kontrolle erkennen, ob Sie Ihre Brille vergessen haben oder Ihre Augen sich verbessert haben bzw. gelasert wurden? Nach einer solchen Behandlung bzw. wenn bei Ihnen aus anderen Gründen keine Brille mehr nötig ist, sollten Sie daher Ihren Führerschein umschreiben lassen. Für die Übergangszeit, bis Sie den geänderten Führerschein in den Händen halten, können Sie sich eine Bescheinigung vom Augenarzt oder Optiker mitgeben lassen, dass Sie aufgrund verbesserten Sehvermögens keine Brille mehr benötigen.

© FID Verlag GmbH, alle Rechte vorbehalten