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Laserchirurgie am Auge: Informationen rund um Laseroperationen am Auge

Sie haben von Laseroperationen zur Korrektur von Kurzsichtigkeit gehört. Ist ein Leben ohne Kontaktlinsen vielleicht nur einen Wimpernschlag weit entfernt? Erhalten Sie hier professionelle Informationen rund um die Laserchirurgie am Auge.

Laserchirurgie am Auge© Jürgen Fälchle – Fotolia

  1. Im Brennpunkt: Wieder scharf sehen nach einer Augenoperation
  2. Laserstrahlen zur Korrektur von Kurzsichtigkeit?
  3. Verschiedene Operationen dienen der Verbesserung der Sehschärfe
  4. Laserchirurgie unter die Lupe genommen
  5. Verbesserungen in Sicht!
  6. Mögliche Nebenwirkungen
  7. Die Risiken einer Laser-Operation
  8. Mögliche Langzeitkomplikationen
  9. Informieren Sie sich im Vorfeld
  10. Laserchirurgie am Auge ab 55 möglicherweise ungeeignet
  11. Nachtlinsen hinterlassen keine bleibenden Schäden
  12. Lassen Sie Ihren Führerschein anpassen

Im Brennpunkt: Wieder scharf sehen nach einer Augenoperation

Das Erste, was Sie morgens tun, ist, Ihre Brille zu suchen. Denn über Nacht reinigen Sie Ihre Kontaktlinsen.

Sie haben von Laseroperationen zur Korrektur von Kurzsichtigkeit gehört. Ist ein Leben ohne Kontaktlinsen vielleicht nur einen Wimpernschlag weit entfernt?

Neue Laseroperationen für die Augen können bestimmten Patienten eine bessere Sehkraft verschaffen. Doch wie alle Operationen sind auch sie nicht ohne Risiken.

Laserstrahlen zur Korrektur von Kurzsichtigkeit?

Im Oktober 1994 unternahm ein wissenschaftliches Gremium der amerikanischen Food and Drug Administration den ersten Schritt zur Anerkennung der Photorefraktiven Keratotomie, einem weiteren Verfahren zur Korrektur von Kurzsichtigkeit.

Anstelle von Einschnitten zur Abflachung der Hornhaut benutzt der Ophthalmologe einen Laser, um verzeichnet man bei der Laserchirurgie die größten Erfolge bei einer leichten bis mittleren Kurzsichtigkeit.

Der Eingriff selbst dauert ein bis zwei Minuten. Da keine tiefen Einschnitte angebracht werden, besteht ein geringeres Risiko für verschwommenes Sehen oder Rissbildung infolge einer Verletzung am Auge.

Schlechtes Sehvermögen bei Nacht sowie Narbenbildung sind jedoch nicht auszuschließen. Die Photorefraktive Keratotomie ist darüber hinaus teurer als die radiäre Keratotomie. Die Kosten eine Schicht von der Oberfläche der Hornhaut abzulösen. Wie bei der radiären Keratotomie betragen in den USA schätzungsweise 4.000 Dollar für beide Augen.

Verschiedene Operationen dienen der Verbesserung der Sehschärfe

Im Idealfall trägt die Hornhaut (die durchsichtige Oberfläche des Auges) dazu bei, die Bilder richtig auf der Netzhaut auf der Rückseite des Auges abzubilden. Bei Kurzsichtigen erzeugt die Hornhaut scharfe Bilder vor der Netzhaut; deshalb erscheinen entfernte Gegenstände undeutlich.

ältere Dame beim Augenarzt© Robert Kneschke -Adobe

Bei Weitsichtigen wird das scharfe Bild hinter der Netzhaut erzeugt und Gegenstände erscheinen dadurch verschwommen, ganz gleich, ob sie nah oder entfernt sind. Mittels Laser- oder refraktärer Augenchirurgie kann die Form der Hornhaut so verändert werden, dass sie Gegenstände genauer auf der Netzhaut abbildet.

Solche Eingriffe können von einem Augenarzt ambulant durchgeführt werden. Es können ein oder beide Augen am selben Tag behandelt werden. Die Laseroperation dauert nur einige Minuten, aber die Augen benötigen eventuell 1 bis 2 Tage, um abzuheilen.

Zu den Laseroperationen gehören unter anderem:

  • LASIK – Bei diesem Eingriff, Keratomyleusis oder LASIK genannt, wird ein dünner, bogenförmiger Lappen in die Hornhaut geschnitten und heruntergeklappt. Dann wird per Laser die Form der Hornhaut unterhalb des Lappens modelliert. Der Lappen wird wieder zurückgeklappt und heilt von selbst. LASIK kann geringe Beschwerden verursachen.
  • PRK – Bei der photorefraktären Keratektomie (PRK) formt der Augenchirurg die Hornhaut um, indem er ihre Oberfläche bearbeitet. Dabei wird kein Lappen gebildet. Die PRK kann am ersten Tag mäßige, manchmal aber auch starke Schmerzen hervorrufen.

Ein anderer Eingriff ist die radiale Keratotomie (RK). Dabei werden von Hand mehrere Schlitze in die Hornhaut geschnitten, um ihr eine andere Form zu geben. Bei der RK können innerhalb der ersten beiden Tage Schmerzen auftreten. Das Interesse an dieser Operation hat nachgelassen; LASIK und PRK gelten als sicherer.

Eine Methode, die auch Ihnen wieder zu Sehschärfe verhilft?

Die typischen Patienten für eine refraktäre Augenoperation sind gesunde Erwachsene zwischen 22 und 55 Jahren, die an leichter bis mittelschwerer Kurzsichtigkeit und Astigmatismus (ungleichmäßige Krümmung der Hornhaut) leiden.

Wenn Sie an trockenen Augen, grauem Star (Katarakt) oder anderen Augenerkrankungen leiden oder wenn Sie schwanger sind, ist dieser operative Eingriff für Sie nicht geeignet.

LASIK und PRK werden auch in der Behandlung der Weitsichtigkeit angewandt, aber die Ergebnisse sind weniger berechenbar. Sie werden nicht in der Behandlung anderer Augenerkrankungen, die die Sehkraft betreffen, eingesetzt.

Insgesamt bieten Laseroperationen für die Augen gute Resultate bei geeigneten Personen. In Studien über LASIK und PRK werden bei 80 bis 90 Prozent der behandelten Patienten Sehschärfen von 20/40 erreicht (20/20 ist ideal). Langzeitergebnisse sind nicht bekannt.

Laserchirurgie unter die Lupe genommen

Die amerikanische Food and Drug Administration (FDA) erteilte die Zulassung für die photorefraktive Keratotomie (Hornhautchirurgie). Dabei handelt es sich um eine Laserchirurgie für leichte bis mäßige Kurzsichtigkeit, die auch in Deutschland stattfindet.

Während des ein- bis zweiminütigen operativen Eingriffs flacht der Chirurg die Hornhaut ab. Dazu verdampft der Ophthalmologe winzig kleine Splitter von der Hornhautoberfläche. Durch das Abflachen der Hornhaut sieht der Patient besser in der Ferne, da die Lichtstrahlen auf der Netzhaut fokussiert sind.

Der FDA legte man Studien des Laserherstellers vor, aus denen hervorgeht, dass die meisten Patienten nach dem chirurgischen Eingriff keine Korrekturgläser mehr benötigten. Einige hingegen brauchten weiterhin eine Brille oder Kontaktlinsen.

Als Nebenwirkungen traten schlechtes Nachtsehen, morgendliche Augenschmerzen sowie Schmerzempfindlichkeit und vorzeitige Weitsichtigkeit auf. Bei rund 5 Prozent der Patienten verschlechterte sich das Sehvermögen nach dem operativen Eingriff.

Verbesserungen in Sicht!

Wenn Sie stark kurzsichtig oder weitsichtig sind oder an Astigmatismus (Stabsichtigkeit) leiden, wirkt die photorefraktive Hornhautchirurgie nicht. Wenn Sie leicht bis mäßig kurzsichtig sind und eine Laseroperation in Erwägung ziehen, raten die Augenärzte der Mayo Clinic, noch zu warten.

Demnächst gibt es wahrscheinlich einen verbesserten Laser, bei dem das Risiko von Nebenwirkungen geringer ausfällt. Mit zunehmender Verbreitung dieser Behandlungsmethode sinken die Behandlungskosten. Die photorefraktive Hornhautchirurgie kostet in den USA zwischen 1.500 bis 2.000 US-Dollar pro Auge. Die Krankenversicherungen übernehmen dies allgemein nicht.

Mögliche Nebenwirkungen

Nachtblindheit

  • Nachtblindheit: Betroffene sehen eventuell „Halos” (Farbkreise) um Lichter herum. Dies tritt häufiger bei Personen auf, die nachts besonders weite Pupillen haben.
  • Blendung: Manche Patienten sind danach lichtempfindlicher und fühlen sich leicht geblendet.
  • Nebelsehen: Bei einigen Patienten vernebelt sich die Hornhaut wie im „Dunst”. Dies tritt bei PRK häufiger und bei LASIK seltener auf.

Es besteht ein geringes Risiko, dass Ihre Sehkraft nach dem Eingriff schlechter ist als zuvor. Sie brauchen eventuell weiterhin Brille oder Kontaktlinsen. In einigen Fällen sind wiederholte Operationen für die gewünschte Wirkung notwendig. Derartige Operationen halten nicht die Sehschärfenveränderungen infolge von Weitsichtigkeit auf.

Die Risiken einer Laser-Operation

  • chronisch trockene Augen
  • Blendempfindlichkeit (z. B. bei nächtlichen Autofahrten)
  • Einschränkungen des Nachtsehens
  • Infektionen durch den Eingriff
  • Über- oder Unterkorrektur des Sehfehlers (Folge: Sie benötigen weiterhin eine Brille)
  • Hornhautwucherungen
  • Infektionen der Hornhaut mit bleibenden Narben
  • Schattenbilder
  • Verlust der Kontraste
  • störende Lichtreflexe
  • Überkorrektur

Am häufigsten kommt es nach einer Laser-Operation zu chronisch trockenen Augen. Fast 40 % der Patienten sind davon mehr oder weniger stark betroffen. Viele sind auf künstliche Tränen angewiesen. Der Grund: Bei der Operation durchtrennt man feine, aber wichtige Nerven, die die Hornhaut durchziehen.

Mögliche Langzeitkomplikationen

Professor Michael Foerster, Augenspezialist an der Charité in Berlin, warnt nach einem Bericht der Ärztezeitung im September 2005 vor den möglichen Spätfolgen und Nebenwirkungen.

Bei 5 bis 10 Prozent der Behandelten gebe es Langzeitkomplikationen. In einigen Fällen wird die Hornhaut so „kaputtgelasert“, dass nur die Transplantation einer Spenderhornhaut den Schaden behebt.

Eine Brille ist etwas unpraktisch, aber sie besitzt den Vorteil, dass sie garantiert keine Nebenwirkungen aufweist. Das sollten Sie bedenken, wenn Sie eventuell aus kosmetischen Gründen eine Laseroperation der Hornhaut in Erwägung ziehen.

Informieren Sie sich im Vorfeld

Bei Interesse an Laseroperationen für die Augen sollten Sie nach einem Augenarzt Ausschau halten, der bereits viele Eingriffe durchgeführt hat. Fragen Sie nach den Vorteilen, Risiken und Nachkontrollen. Die Auswirkungen solcher Eingriffe bestehen dauerhaft.

Stellen Sie aus diesem Grund sicher, dass Sie wissen, was Sie erwartet. In Deutschland bezahlt die gesetzliche Krankenkasse laserchirurgische Eingriffe an der Hornhaut nicht (AOK Bundesverband, Bonn).

Laserchirurgie am Auge ab 55 möglicherweise ungeeignet

Lasereingriffe zur Korrektur des Sehvermögens empfehlen sich für die meisten Menschen über 55 Jahre nicht. Je älter Sie werden, desto schwieriger ist es, durch die altersbedingten Veränderungen wie verminderte Tränenproduktion, Grauer Star und Versteifung oder Vergrößerung der Linse (Alterssichtigkeit) eine korrekte und stabile Korrektur des Sehvermögens zu erreichen.

Das schließt jedoch nicht notwendigerweise alle Personen über 55 von dieser Operationsmethode aus. Falls Sie einen solchen Eingriff für sich in Erwägung ziehen, sollten Sie in jedem Fall einen Augenchirurgen konsultieren und ihn um eine Einschätzung Ihres Falles bitten. Er klärt Sie über die Risiken einer Laseroperation auf.

Nachtlinsen hinterlassen keine bleibenden Schäden

Eine Alternative, die ohne Schnitte und dauerhafte Veränderungen des Augengewebes auskommt, sind die so genannten Orthokeratologie-Linsen („Ortho-K-Linsen“). Sie tragen sie während des Schlafs wie normale Kontaktlinsen. Die Linsen formen die Hornhaut so, dass auf der Netzhaut ein scharfes Bild entsteht.

Der große Vorteil gegenüber dem Lasern: Der Patient kann die Behandlung bei Problemen zu jeder Zeit abbrechen. Spätestens 14 Tage nach dem Absetzen der Linsentherapie wölbt sich die Hornhaut in ihrer ursprünglichen Form.

Danach können Sie auf eine Brille oder herkömmliche Kontaktlinsen wechseln. Das bedeutet für Sie keine irreversible Schädigungen. Nachdem man die Linse am Morgen aus dem Auge entfernt, bleibt die Hornhaut den ganzen Tag über in der richtigen Form.

Das bestätigt beispielsweise eine Untersuchung der Höheren Fachschule für Augenoptik in Köln aus dem Jahr 2005. Bei 100 Trägern der Nacht-Linsen untersuchten Forscher, wie lange die Sehschärfekorrektur über den Tag anhält.

Bis zum Abend nahm sie durchschnittlich um 0,25 Dioptrien ab. Das ist ein Wert, der im Alltagsleben kaum auffällt. Bei jeder zweiten Testperson blieb die Sehkraft über 48 Stunden fast unverändert, das heißt sie müssten die Linsen theoretisch lediglich jede zweite Nacht tragen.

Nächtliche Autofahrten können problematisch sein

Schwierigkeiten machen Ihnen die Linsen, wenn Sie nachts auf das Auto angewiesen sind. Viele Patienten sehen zum Beispiel Lichter anderer Fahrzeuge doppelt und schätzen deren Geschwindigkeit falsch ein.

Vernünftigerweise sollten Sie in solch einem Fall auf die Linsen oder das Auto verzichten. Allerdings: Dieses Phänomen verschwindet, wenn Sie die Linsen absetzen. Dagegen haben viele Laser-Patienten ein Leben lang damit zu kämpfen.

Die Nachtlinsen sind mit Sicherheit nicht für jeden Menschen gleich gut geeignet. Immerhin bricht jeder vierte Patient die Testphase ab. Doch Sie müssen nicht mit bleibenden Schäden rechnen. Aus diesem Grund stellen sie eindeutig die bessere Lösung dar als eine Laser-Operation, die mit einem unsicheren Ausgang behaftet ist.

Das sollten Sie über Ortho-K-Linsen wissen

  • Das Prinzip: Man trägt die Linsen nachts. Sie formen die Hornhaut des Auges so, dass ein scharfes Bild auf der Netzhaut entsteht.
  • Für wen geeignet? Die Linsen sind für kurzsichtige Patienten mit bis zu 6 Dioptrien geeignet. In Einzelfällen glichen sie bis zu 10 Dioptrien aus. Der Tränenfluss sollte nicht gestört sein (keine trockenen Augen).
  • Der Vorteil: Es bleiben keine irreversiblen Schäden am Auge zurück. Der Patient kann die Therapie jederzeit abbrechen.
  • Die Verträglichkeit: Etwa 75 % der Patienten kommen mit den Linsen gut zurecht. Dennoch brechen 25 % die Testphase ab, weil die Linsen zu fest sitzen, ein Fremdkörpergefühl verursachen oder die Korrektur des Sehfehlers nicht gelingt. Alle sechs Monate sollten Sie eine Untersuchtung der Hornhaut vornehmen.
  • Die Kosten: Die Kosten der Anpassung liegen zwischen 250 und 350 €. Dazu kommen wie bei herkömmlichen Linsen auch die Kosten für die Pflegemittel (ca. 20 € pro Monat). Die Krankenkassen zahlen keinen Zuschuss. Sowohl Augenärzte als auch Augenoptiker passen die Linsen an. Die Haltbarkeit liegt zwischen ein und zwei Jahren.

Lassen Sie Ihren Führerschein anpassen

Das Lasern der Augen wurde inzwischen fast zu einem Routine-Eingriff. Viele Menschen wollen auf diese Art und Weise ihre Kurzsichtigkeit und damit die störende Brille loswerden. Verläuft der Eingriff erfolgreich, ist keine Brille mehr nötig, es sei denn, Sie entwickeln nach und nach eine Alterssichtigkeit.

Führerschein Autoschlüssel © stockWERK -Adobe

Haben Sie einen solchen Eingriff hinter sich, sollten Sie aber einmal genau in Ihren Führerschein schauen. Es geht nicht darum, wie sehr Sie sich verändert haben, seitdem Ihr Führerscheinfoto aufgenommen wurde.

Lesen Sie nach, ob in Ihrem Führerschein notiert ist, dass Sie zum Auto fahren eine Brille tragen müssen. Findet sich dieser Passus, fahren Sie ohne Brille und werden Sie angehalten, müssen Sie 25 Euro Strafe zahlen.

Das gilt auch, wenn Sie die Brille nicht mehr brauchen. Eigentlich ist es ja logisch: Woher soll der Polizist in der Kontrolle erkennen, ob Sie Ihre Brille vergessen haben oder Ihre Augen sich verbessert haben bzw. gelasert wurden?

Nach einer solchen Behandlung bzw. wenn bei Ihnen aus anderen Gründen keine Brille mehr nötig ist, sollten Sie daher Ihren Führerschein umschreiben lassen.

Für die Übergangszeit, bis Sie den geänderten Führerschein in den Händen halten, können Sie sich eine Bescheinigung vom Augenarzt oder Optiker mitgeben lassen, dass Sie aufgrund verbesserten Sehvermögens keine Brille mehr benötigen.

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