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Grüner Star: Symptome, Ursachen und Behandlung des Glaukoms

Inhaltsverzeichnis:

  1. Glaukom: Wenn das Auge unter Druck steht
  2. Symptome und Ursachen
  3. Zwei verschiedene Glaukomtypen
  4. Vorsorge reduziert Häufigkeit der Volkskrankheit
  5. Behandlung: Wie der Sehverlust gebremst wird
  6. Wirksame Unterstützung durch Entspannungstechniken
  7. Informationen zur DOG
  8. Selbsttest: Wie hoch ist Ihr Risiko für Grünen Star?

Bei Grünem Star, auch bekannt als Glaukom, ist der Augeninnendruck erhöht und drückt auf den Sehnerv. Die Folgen sind Gesichtsfeldausfälle, im schlimmsten Fall sogar Blindheit. Benannt ist der Grüne Star nach dem grünlichen Schimmer, den er im Auge hinterlässt und der zu den ersten Merkmalen der Augenerkrankung gehört. Im Auge sorgt er für große Probleme. Durch regelmäßige Untersuchungen und einer rechtzeitigen Therapie muss es aber nicht so weit kommen.

Grüner Star© Antonio Gravante -Adobe

Glaukom: Wenn das Auge unter Druck steht

Damit das Auge seine fast kugelige Form halten kann und die visuellen Abläufe im Auge optimal funktionieren, müssen die Druckverhältnisse zwischen innen und außen stimmen. Dafür ist unter anderem das Kammerwasser verantwortlich, das den Augendruck kontrolliert: eine glasklare Flüssigkeit, die zwischen Hornhaut und Linse im vorderen Augenteil zirkuliert. Sie bildet sich ständig neu und versorgt Linse und Hornhaut mit Nährstoffen. In bestimmten Abständen muss der Körper das Kammerwasser über ein spezielles Kanalsystem (Schlemm’scher Kanal) wieder ableiten, um anschließend frisches „nachzuschieben“. Normalerweise herrscht zwischen Bildung und Abfluss es Kammerwassers ein Gleichgewicht, das den Innendruck des Auges konstant hält. In der Regel beträgt der Druck etwa 10 bis 20 mmHg (Millimeter Quecksilbersäule).

Ist die Balance gestört, steigt der Druck im Auge an, beim akuten Glaukom bis über 60 mmHg. Wenn Sie einen erhöhten Augeninnendruck haben, aber noch nicht unter einem Glaukom leiden (etwa 1 Prozent der Bevölkerung ist davon betroffen), profitieren Sie von Druck senkenden Augentropfen. Eine neuere Studie zeigte, dass die Verwendung solcher Augentropfen über fünf Jahre die Wahrscheinlichkeit für die Entwicklung eines Glaukoms bei Risikopatienten von 10 auf 5 Prozent reduzierte. Wenn Sie zu den Risikopatienten gehören, sprechen Sie mit Ihrem Arzt über diese teuren und nebenwirkungsbehafteten Medikamente. Zusammen können Sie Nutzen und Risiken abwägen.

Symptome und Ursachen

Nach Angaben des Initiativkreises zur Glaukomfrüherkennung leiden etwa 80.000 Deutsche an Grünem Star. Es wird allerdings vermutet, dass auf jeden diagnostizierten Fall mindestens einer kommt, der von seiner Erkrankung noch nichts ahnt. Ein möglicher Grund dafür liegt darin, dass keine Symptome bei der häufigsten Form des Grünen Stars auftreten, bis das Gesichtsfeld eingeschränkt ist. Zu diesem Zeitpunkt ist der Sehverlust erheblich und nicht mehr rückgängig zu machen. Unbehandelt kann auch Ihr zentrales Sehvermögen langsam nachlassen, bis Sie vollständig erblindet sind.

Ein Glaukom tritt auf, wenn der Sehnerv am hinteren Augenrand beschädigt wird, wofür meistens ein erhöhter Druck der Augenflüssigkeit verantwortlich ist. Der erhöhte Druck kann sich aufbauen, wenn das Drainagesystem der Augenkammer (Trabekelwerk und Schlemm‘scher Kanal) nicht mehr richtig arbeitet. Dadurch wird der Abfluss des Kammerwassers behindert; eine Flüssigkeit, die ständig neu kurz hinter der Iris gebildet wird. Durch den Rückstau entsteht dann der erhöhte Druck.

Symptome eines Glaukomanfalls

  • Gesichtsfeldeinschränkung (zunehmend)
  • hoher Augeninnendruck
  • Schleiersehen, Nebelsehen
  • tränendes und rotes Auge
  • Kopfschmerzen
  • plötzlich auftretende Übelkeit und Erbrechen
  • extrem harter Augapfel
  • Augenschmerzen
  • plötzlicher Sehverlust
  • Sehen von Farbringen
  • Herzrhythmusstörungen

Risikofaktoren

Die Wahrscheinlichkeit, an einem Grünen Star zu erkranken, ist ab dem 40. Lebensjahr erhöht, aber auch bei den folgenden Risikofaktoren:

  • familiäres Auftreten (genetisch)
  • bei höherer Kurzsichtigkeit als minus 5 Dioptrien
  • bei erhöhtem oder stark schwankendem Blutdruck
  • bei Diabetes mellitus Typ II (Zuckerkrankheit)

Erhöhtes Risiko für kurzsichtige Computernutzer

Sitzen Sie viel am Computer und sind dann noch kurzsichtig? Dann sollten Sie regelmäßig die Augen untersuchen lassen. Schon für Normalsichtige ist die Bildschirmarbeit sehr belastend. Sind Sie aber kurzsichtig, dann erhöht die Arbeit am Computer Ihr Risiko für Grünen Star. Japanische Wissenschaftler der Universität Tokio untersuchten über 10.000 Menschen, die in der Stahl- und Elektroindustrie beschäftigt sind. Dabei fanden sie heraus, dass diejenigen, die seit vielen Jahren täglich mehrere Stunden vor dem PC sitzen, ein um 74 Prozent höheres Risiko für Grünen Star aufweisen. Gerade bei kurzsichtigen Studienteilnehmern war das Risiko nochmals erhöht. Das liegt wahrscheinlich daran, dass der Sehnerv empfindlicher auf Belastungen reagiert.

Eine Lösung für Sie ist sicherlich, dass Sie so wenig wie möglich auf den Bildschirm schauen. Machen Sie immer wieder zwischendurch Augengymnastik und legen Sie kleine Pausen ein, in denen sich Ihre Augen erholen können. Lassen Sie sich darüber hinaus regelmäßig auf ein Glaukom untersuchen.

Computerarbeit kann zu Grauem Star führen© giulia186 -Adobe

Zwei verschiedene Glaukomtypen

Das Drainagesystem wird bei den beiden Haupttypen des Glaukoms auf verschiedene Weise gehemmt:

Primäres Offenwinkelglaukom

Dieser Glaukomtyp tritt auf, wenn der Abfluss des Kammerwassers durch das Trabekelwerk nicht mehr richtig funktioniert. Das Kammerwasser fließt zu langsam ab, der Augeninnendruck steigt und Fasern des Sehnervs sterben ab. Diese Form ist für etwa 90 Prozent aller Glaukome verantwortlich. Das primäre Offenwinkelglaukom betrifft in der Regel beide Augen, tritt aber meist zeitversetzt auf. Zudem werden beide Augen nicht gleich stark geschädigt.

Winkelblockglaukom

Dieser Glaukomtyp ist die Folge einer Behinderung oder Blockierung des Abflusses, der durch eine zu starke Annäherung der Iris an die Hornhaut (Kammerwinkel) verursacht wird. Der Winkel zwischen Hornhaut und Iris ist verengt oder ganz blockiert, wodurch das Kammerwasser nicht mehr (oder zu wenig) abfließen kann. Fasern des Sehnervs sterben ab, weil sie durch einen zu hohen Augeninnendruck abgequetscht werden. Das Winkelblockglaukom kann sich allmählich oder plötzlich entwickeln. Wenn sich der Kammerwinkel zwischen Iris und Hornhaut plötzlich verschließt, kann sich schnell ein erhöhter Augeninnendruck aufbauen und eventuell zu Beschädigungen am Sehnerv oder zur Erblindung innerhalb weniger Stunden führen. Zeichen und Symptome eines plötzlichen Kammerwinkelverschlusses sind starke Augenschmerzen, Rötung, verschwommenes Sehen, Lichtringe um Leuchtquellen, Kopfschmerzen oder Übelkeit. Das Winkelblockglaukom ist ein medizinischer Notfall.

Grüner und Grauer Star können sich gegenseitig bedingen

Kann durch einen Grünen Star auch ein Grauer Star ausgelöst werden? Das kann tatsächlich passieren. Allerdings ist dies immer abhängig von der Ausprägung des Grünen Stars. Wenn zum Beispiel der Augeninnendruck nicht langsam steigt, sondern sich in Form eines Anfalls rasch erhöht, können Eintrübungen auf der Linse (Glaukomflecke) zurückbleiben. Es kann aber auch sein, dass eine immer weiter fortschreitende Eintrübung der Linse zu einem Glaukomanfall führt.

Vorsorge reduziert Häufigkeit der Volkskrankheit

Die Folge des Glaukoms ist eine Schädigung der Nervenfasern im Auge, die Krankheit kann bis zur Erblindung führen. Wird der Grüne Star aber früh genug erkannt, kann er therapiert werden. Vorsorgeuntersuchungen, bei denen nachgeschaut wird, ob mit Ihrem Auge alles in Ordnung ist, werden generell ab dem 40. Lebensjahr empfohlen. Bei der Vorsorge müssen die Ärzte grundsätzlich den Sehnerv untersuchen, da lediglich daran eine Erkrankung erkennbar ist. Diese kombinierte Untersuchung erlaubt eine Aussage über das Bestehen eines Glaukoms und die Behandlungsnotwendigkeit. Die Vorsorge soll die Zahl der unerkannten Glaukome reduzieren. Experten schätzen deren Anteil in Deutschland derzeit auf 50 Prozent, in anderen Ländern liegt er wesentlich höher.

„Durch qualifizierte Kontrolluntersuchungen lässt sich das Risiko für eine Glaukomerkrankung gut abschätzen und über den Therapiestart entscheiden.“ Das erläutert Professor Lutz Pillunat, Sprecher der Sektion Glaukom der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft (DOG). Die DOG empfiehlt ab dem 40. Lebensjahr alle drei Jahre und ab dem 65. Lebensjahr alle ein bis zwei Jahre eine Untersuchung des Sehnervs und des Augeninnendrucks. Weil die gesetzliche Krankenversicherung diese Untersuchungen nicht bezahlt, müssen Augenärzte sie als Individuelle Gesundheitsleistung (IGeL) anbieten; sie kostet etwa 20 Euro. Sprechen Sie mit Ihrem Augenarzt über Ihr individuelles Risiko und wie oft Sie Ihre Augen untersuchen lassen sollten. Bei Grünem Star oder einem dringenden Verdacht werden die Untersuchungen häufiger durchgeführt und von den gesetzlichen Krankenkassen bezahlt.

Das Auge im Querschnitt, Auge, Iris, Linse, Sehnerv© Henrie -Adobe

Vitalstoffe beugen dem Grünen Star vor

Mit Vitalstoffen halten Sie Ihren Sehnerv gesund. Wenn Sie bereits einen zu hohen Augeninnendruck haben, kann Vitamin C helfen, ihn zu senken. Nehmen Sie dazu täglich zwei Gramm des Vitamins zu sich, die Sie auf mehrere Einzeldosen verteilen sollten. Durch 400 mg Vitamin E täglich werden die Fließeigenschaften des Bluts verbessert und der Sehnerv dadurch besser ernährt.

Eine noch bessere Wirkung erzielen Sie, wenn Sie es mit 2 g Omega-3-Fettsäuren pro Tag in Form von Fischölkapseln kombinieren. Für diese unterstützende Behandlung mit Vitalstoffen sind Präparate, die Sie im Drogeriemarkt erhalten, vollkommen ausreichend.

Regeln zur aktiven Vorbeugung

Zusätzlich können Sie mit diesen Maßnahmen Ihr Augenlicht schützen:

  • Geben Sie das Rauchen auf, da Nikotin Ihre Gefäße verengt.
  • Sorgen Sie für regelmäßigen Stuhlgang und vermeiden Sie starkes Pressen.
  • Reduzieren Sie Stress, durch den sich Ihre Gefäße verkrampfen.
  • Achten Sie auf eine gute Einstellung Ihrer Stoffwechsellage, wenn Sie an Diabetes leiden.
  • Lassen Sie Ihren Blutdruck kontrollieren und eventuell zu hohe oder zu niedrige Werte behandeln.
  • Verzichten Sie auf abschwellende Nasensprays, da sie den Blutdruck erhöhen können.
  • Treiben Sie dreimal wöchentlich etwa 30 Minuten lang moderaten Ausdauersport (z. B. Walken, Radfahren). Dadurch können Sie den Augeninnendruck um 20 Prozent senken.
  • Vermeiden Sie Kraftsport mit Gewichten, da es hierbei ebenso wie beim Pressen zu einer Druckerhöhung am Auge kommt.
  • Machen Sie zweimal pro Jahr eine Gefäßkur mit Knoblauch, um Ihre Augendurchblutung zu verbessern.
  • Entsäuern Sie Ihren Körper, da sich überschüssige Säuren im Augengewebe ablagern: Essen Sie viel Gemüse, Obst, Trockenfrüchte und Vollkornprodukte.
  • Führen Sie im Frühjahr und im Herbst eine Entgiftungskur durch, um abgelagerte Toxine aus dem Bindegewebe der Augen zu lösen. Gut geeignet ist beispielsweise die Phönix®-Kur mit spagyrischen Tropfen (ca. 45 € aus der Apotheke).
  • Wählen Sie viel gelbes, rotes und dunkelgrünes Gemüse (z. B. Paprika, Brokkoli, Karotten und Tomaten). Auf diese Weise versorgen Sie Ihre Augen mit den Radikalfängern Beta-Carotin, Lutein, Lycopin und Zeaxanthin. Als Alternative nehmen Sie Augenvitamine (z. B. von Pharma-Peter aus der Apotheke, Monatsbedarf ca. 7 €) ein.
  • Essen Sie zweimal pro Woche fetten Seefisch oder nehmen Sie Fischölkapseln ein, um ihren Bedarf an gefäßschützenden Omega-3-Fettsäuren zu decken. Die Anfangsdosis beträgt 3 g Fischöl (3 x 2 Kapseln à 500 mg/Tag). Nach vier Wochen reduzieren Sie auf 3 x 1 Kapsel pro Tag. Bei Blutungsneigung oder einer Therapie mit Gerinngungshemmer (inkl. ASS) ist Fischöl verboten.
  • Bauen Sie Übergewicht ab, wenn Sie an Diabetes, Arteriosklerose oder Gicht leiden.
  • Meiden Sie direktes Sonnenlicht, da die UV-Strahlung Ihre Netzhaut zusätzlich schädigt.
  • Legen Sie beim Arbeiten im Nahbereich alle halbe Stunde eine Fünf-Minuten-Pause ein. Blicken Sie dabei in die Ferne (z. B. aus dem Fenster), um Ihrer Augenmuskulatur zu entkrampfen.
  • Erlernen Sie ein Entspannungsverfahren (autogenes Training, Yoga oder Progressive Muskelentspannung nach Jacobson), wenn Sie unter starkem Stress stehen.

Gute und schlechte Aktivitäten für Glaukom-Patienten

Bei manchen sportlichen Aktivitäten kann sich der Augendruck vorübergehend erhöhen und sogar zu einem Glaukom-Anfall führen.

Senkt den Augendruck:

  • Ausdauersportart (z. B. Laufen, Fahrradfahren, Schwimmen)
  • leichtes Krafttraining (niedriges Gewicht, häufige Wiederholungen) – Vermeiden Sie Pressatmung!

Erhöht den Augendruck:

  • Kopfüberpositionen (z. B. Yoga-Übung „Shirshasana“)
  • intensives Krafttraining (z. B. Bankdrücken, hohes Gewicht) – Vermeiden Sie Pressatmung!

Behandlung: Wie der Sehverlust gebremst wird

Ist durch ein Glaukom der Sehnerv bereits geschädigt oder das Gesichtsfeld beeinträchtigt, kann dieser Schaden nicht mehr rückgängig gemacht werden. Eine rechtzeitige Entdeckung des Glaukoms kann aber den weiteren Verlust des Sehvermögens verlangsamen oder stoppen. Die Aussichten für Ihre Augen sind umso besser, je früher mit der Behandlung begonnen wird. Deshalb sollten Sie nicht zögern und sich so früh wie möglich beim Augenarzt für eine Glaukomuntersuchung entscheiden, um den Verlust Ihres Sehvermögens von vornherein zu verhindern.

Lebenslange Behandlung mit Augentropfen nötig

Da das Glaukom eine chronische und nicht heilbare Erkrankung ist, muss es dauerhaft behandelt werden. Vordringlichste Maßnahme ist dabei die Senkung des Augeninnendrucks. Hierfür stehen heute eine Reihe wirksamer Medikamente zur Verfügung, die meist als Augentropfen angewendet werden. Die aus der Herz- und Kreislaufmedizin bekannten Betablocker können beispielsweise die Bildung des Kammerwassers im Auge verringern. Die neuerdings eingesetzte Substanz Latanoprost erleichtert hingegen den Abfluss des Kammerwassers und senkt den Innendruck auf diese Weise. Sie verbessert überdies die Blutversorgung des Sehnervs und hat obendrein noch eine nervenschützende Wirkung.

Die regelmäßige Anwendung ist bei den Augentropfen besonders wichtig. Bei den modernen Glaukommedikamenten ist eine einmalige Anwendung pro Tag ausreichend. Früher musste bis zu viermal täglich geträufelt werden. Das hat sich insbesondere bei hochbetagten Menschen häufig als Problem erwiesen, wenn die Sehkraft nicht mehr ausreicht und zudem noch die Hände ungelenk und zitterig werden.

Augentropfen bei Glaukom© photocrew – Fotolia

Bewährte Mittel

Augentropfen, die entweder die Produktion des Kammerwassers herabsetzen oder den Abfluss verbessern, gehören meist zum Mittel der Wahl. Zu diesen Medikamenten gehören:

  • Betablocker wie Betaxolol (Betoptima), Carteolol (Arteoptic®), Levobunolol (Vistagan®), Metipranolol (Betamann, Normoglaucon) und Timolol (Arutimol®, Dispatim®, u. a.)
  • Karboanhydratase-Inhibitoren wie Dorzolamid (Trusopt®)
  • Alpha-Adrenerge Wirkstoffe wie Apraclonid (Iopidine®) und Brimonidin (Alphagan®)
  • Prostaglandin-Analoga wie Bimatoprost (Lumigan®) und Latanoprost (Xalaton®)
  • Miotika wie Pilocarpin (Pilomann®, Fotil® u. a.)

Wenn die Augentropfen alleine nicht die erwünschte Drucksenkung erreichen, kann Ihr Arzt Ihnen auch ein orales Medikament verschreiben, das jedoch meistens nur für eine kurzfristige Einnahme gedacht ist. Am häufigsten werden dann Karboanhydratase-Inhibitoren verschrieben. Dazu gehört Acetazolamid (Diuramid®, Glaupax®, Diamx®). Derzeit werden auch neuartige Kontaktlinsen getestet, die die Wirkstoffe sofort ins Auge abgeben und gleichzeitig eine Fehlsichtigkeit korrigieren.

Augentropfen ohne Konservierungsmittel bevorzugen

Konservierungsmittel in Augentropfen verhindern, dass Krankheitserreger ins Auge gelangen. Über lange Zeit und häufig angewendet schädigen sie jedoch die Augen. Das in der Augenheilkunde gängige Benzalkoniumchlorid führt unter Umständen zu einer chronischen Entzündung der Augenoberfläche. Daraus gehen die typischen Beschwerden des Trockenen Auges hervor. Ein Wechsel auf andere Konservierungsmittel oder konservierungsmittelfreie Augentropfen ist möglich. Man sollte allerdings die Vor- und Nachteile abwägen, raten die Augenärzte der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft.

Seit 1978 sind Konservierungsmittel in allen Augentropfen gesetzlich vorgeschrieben, die der Patient länger als 24 Stunden anwendet. In Mehrdosisbehältnissen vermehren sich sonst Bakterien oder Pilze. Zu den Vorteilen gehört außer dem Infektionsschutz, dass bestimmte Konservierungsstoffe das Eindringen einiger Wirkstoffe ins Auge verbessern. Allerdings bieten Konservierungsmittel keinen absoluten Schutz vor Erregern. Oft benutzt, finden sich in einem Drittel der konservierten Tropfen nach 15 Tagen Bakterien.

Alternative Möglichkeiten

Einige Augentropfen enthalten mittlerweile Konservierungsmittel wie Polyquad, das die Oberfläche weniger schädigt als BAC. Ebenso gibt es Natriumperborat und Oxychloro-Komplex (Purite), die sich bei Kontakt mit Tränenflüssigkeit oder bei Licht in unschädliche Bestandteile auflösen. Die meisten Patienten vertragen diese Konservierungsmittel besser. Völlig ausschließen lässt sich eine Reizung nicht.

Die sicherste Wahl sind Augentropfen ohne Konservierungszusatz. Diese findet man heute in speziellen Behältnissen, so sind einige mit versilberten Stahlventilen ausgestattet. Sie verhindern das Eindringen von Keimen. Bei anderen Flaschen saugt ein Filter den Konservierungsstoff vor dem Kontakt mit dem Auge auf. Meist liefern die Hersteller unkonservierte Augentropfen in Einmalophtiolen. „Neuere Untersuchungen zeigen, dass Tropfbehälter ohne Konservierungsmittel nach wiederholter Anwendung zu 98 Prozent keimfrei blieben“, berichtet DOG-Expertin Messmer. Bei kurzfristiger und seltener Anwendung sind konservierungsstoffhaltige Augentropfen unbedenklich. „Bei Patienten mit chronischen Erkrankungen wie Trockenem Auge und Glaukom oder einer gesicherten Konservierungsmittelallergie sollte der Arzt konservierungsmittelfreie Augentropfen verordnen“, rät Messmer. Dies gelte darüber hinaus für Träger von Kontaktlinsen.

Letzte Möglichkeit: Operation

Bei den meisten Glaukomerkrankungen reichen die Augentropfen zur Behandlung völlig aus. Eine Operation wird im Allgemeinen erst vorgenommen, wenn Augentropfen und orale Medikamente keinen Erfolg haben. Bei einem operativen Verfahren verwendet der Chirurg einen Laser (Iridotomie), mit dem er unter lokaler Betäubung kleine Löcher in das Abflusssystem „schießt“, damit das Kammerwasser abfließen kann. Dieser Eingriff, der fast immer ambulant durchgeführt wird und meist eine umgehende Sehverbesserung mit sich bringt, muss allerdings meist nach einigen Jahren wiederholt werden.

Andere operative Verfahren sorgen für einen neuen Abfluss oder implantieren einen winzigen Abflussschlauch. Bei der Operation sind Mittel zur Entspannung sowie zur Betäubung des Körpers erforderlich. Danach können zeitweise Antibiotika und antientzündliche Augentropfen eingesetzt werden, um Augeninfektionen sowie Narbenbildungen zu verhindern. Durch die Operation muss aber die Verwendung von Augentropfen oder oralen Medikamenten nicht unbedingt überflüssig werden. Außerdem müssen die neuen Drainagewege nicht unbegrenzt offen bleiben und können Ihr Risiko für Augeninfektionen heraufsetzen.

Wirksame Unterstützung durch Entspannungstechniken

Klassischerweise wird die Erkrankung mit Medikamenten und teilweise mit Operationen behandelt. Häufig aber reicht dies nicht aus. Daher sind Forscher damit beschäftigt, weitere Therapiemöglichkeiten zu finden. Was die Wissenschaftler wissen: Stress erhöht auf Dauer den Augeninnendruck, verringert die Durchblutung und kann zu Schäden am Sehnerv führen. Auf diese Weise kann er dazu beitragen, dass sich Grüner Star entwickelt. Dieser löst bei vielen Erkrankten die Angst aus, zu erblinden, was wiederum zu Stress führt, der den Augeninnendruck noch weiter erhöhen kann.

Entspannung durchbricht den Teufelskreis

Deutsche Wissenschaftler haben aufgrund dieses Wissens nun untersucht, wie sich eine Stressreduktion durch Entspannungsverfahren auf die Augen auswirken. Dazu werteten sie unterschiedliche Studien aus. Und in der Tat entdeckten sie, dass sowohl Autogenes Training als auch Hypnose und Musiktherapie die klassischen Behandlungsverfahren von Grünem Star unterstützen können. Allen diesen Verfahren ist eines gemeinsam: Sie senken den Augeninnendruck und fördern zudem die Durchblutung des Sehnervs. Außerdem verbessern sie die seelische Gesundheit der Patienten deutlich. Gerade letzteres sorgt dafür, dass der Stresslevel sinkt und damit auch der Druck im Auge.

Entspannungsverfahren sind zudem eine perfekte Ergänzung der medizinischen Behandlung: Sie sind sehr preiswert. In der Regel haben sie den Vorteil, dass sie sehr einfach zu erlernen sind. Und bei ihnen kann es im Gegensatz zu medizinischer Behandlung nicht zu Nebenwirkungen kommen. Daher fordern Experten jetzt schon, dass Entspannungsverfahren in das Gesamtkonzept zur Behandlung von Grünem Star aufgenommen werden sollen. Denn sie können eine sehr gute und sinnvolle Ergänzung der ärztlichen Therapie darstellen. Aber Achtung: Niemals dürfen Sie Entspannungsverfahren anwenden und dafür Ihre ärztliche Therapie beenden und Ihre Medikamente absetzen. Sowohl Medikamente aus auch die regelmäßigen Kontrollen beim Augenarzt schützen Sie vor Erblindung. Entspannungstherapien sind immer nur ein Zusatz zur Behandlung.

Entspannung für Ihre Augen© Robert Kneschke – Fotolia

Autogenes Training

Yoga-Übungen sind nur eingeschränkt bei einem krankhaft erhöhten Augeninnendruck (Glaukom) geeignet, weil sie zum Teil den Körper zu stark belasten und dadurch auch den Innendruck der Augen steigern können. Bei Grünem Star empfiehlt sich eher Autogenes Training. Wählen Sie möglichst einen Therapeuten (z. B. Augenarzt), bei dem Sie das preisgekrönte Marburger Spezialtraining für Glaukom-Patienten erlernen können, das auf dem klassischen Autogenen Training basiert und von der Augenärztin Professor Ilse Strempel und dem Psychologen Dr. Gert Kaluza entwickelt wurde.

Dieses Programm, das im Jahr 2000 mit dem Continentale-Förderpreis für Naturheilkunde ausgezeichnet wurde, besteht aus acht aufeinander aufbauenden Sitzungen. In einer Studie der Universität Marburg senkte dieses Spezialtraining bei rund 40 Prozent der Probanden den Augeninnendruck so weit, dass sie keine Medikamente mehr brauchten. Diese positive Wirkung blieb auch nach Beendigung der Studie bestehen.

Informationen zur DOG

Die Deutsche Opththalmologische Gesellschaft (DOG) gilt als medizinisch-wissenschaftliche Fachgesellschaft für Augenheilkunde in Deutschland. Sie vereint unter ihrem Dach mehr als 6.000 Ärzte und Wissenschaftler, die augenheilkundlich forschen, lehren und behandeln. Wesentliches Anliegen der DOG stellt die Förderung der Forschung in der Augenheilkunde dar.

Sie unterstützt wissenschaftliche Projekte und Studien, veranstaltet Kongresse und gibt Fachzeitschriften heraus. Darüber hinaus setzt sich die DOG für den wissenschaftlichen Nachwuchs ein, indem sie zum Beispiel Stipendien vor allem für junge Forscher vergibt. Sie gilt als älteste medizinisch-wissenschaftliche Fachgesellschaft der Welt.

Selbsttest: Wie hoch ist Ihr Risiko für Grünen Star?

1. Sind Sie älter als 40 Jahre?janein
2. Sind direkte Verwandte von Ihnen (Eltern, Geschwister, Kinder, Großeltern) an einem Grünen Star erkrankt?janein
3. Ist bei Ihnen schon einmal ein erhöhter Augeninnendruck (> 21 mm/Hg) gemessen worden?janein
4. Haben Sie Probleme mit Ihrem Blutdruck (zu niedrig, zu hoch, stark schwankend)?janein
5. Haben Sie häufiger Durchblutungsstörungen (kalte Hände, kalte Füße, Schwindel, Ohrgeräusche?)janein
6. Leiden Sie an Diabetes oder Gicht?janein
7. Sind Sie kurzsichtig (minus 5 Dioptrien und mehr)?janein
8. Leiden Sie an Migräne mit Sehstörungen?janein
9. Nehmen Sie dauerhaft Kortison-Präparate ein?janein
10. Stehen Sie unter Dauerstress oder gibt es in Ihrem Leben immer wieder starke Belastungsspitzen?janein

Wenn Sie nur Frage 1 mit „ja“ beantwortet haben, ist Ihr aktuelles Risiko gering. Trotzdem sollten Sie alle zwei bis drei Jahre Ihren Augeninnendruck und Ihren Augenhintergrund vom Augenarzt kontrollieren lassen. Wenn Sie mehrere Fragen mit „ja“ beantwortet haben, ist Ihr Glaukomrisiko erhöht. Lassen Sie Ihren Augeninnendruck und Ihren Augenhintergrund baldmöglichst vom Augenarzt überprüfen.

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