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Fehlsichtigkeit: So unterstützen Sie Ihre Augen

Kurzsichtigkeit ist eine der häufigsten Sehschwächen. Sind Sie betroffen, können Sie Objekte, die weit entfernt sind, schlechter sehen als die in der Nähe. Doch wie gehen Sie mit dieser und anderen Fehlsichtigkeiten am besten um?

Inhaltsverzeichnis:

  1. Nur gesunde Augenmuskeln können scharf sehen
  2. Auch Ihre Psyche beeinflusst das Sehen
  3. Sehen Sie nachts schlecht?
  4. Zu Gleitsichtgläsern gibt es nur wenige Alternativen
  5. Der richtige Umgang mit schwacher Sehkraft
  6. Besser sehen durch Gemüse
  7. 11 Übungen für gutes Sehen

Fehlsichtigkeit© lassedesignen -Adobe

Nur gesunde Augenmuskeln können scharf sehen

Um Gegenstände in unterschiedlicher Entfernung wahrnehmen zu können, brauchen Sie die Muskeln Ihrer Augen. Schauen Sie in die Ferne, entspannen sich die Ziliarmuskeln. Die Linse flacht sich ab. Sie befindet sich im normalen Zustand, das Auge ist völlig entspannt.

Anders sieht es aus, wenn Sie etwas betrachten, dass sich direkt vor Ihnen befindet. Die Muskeln spannen sich an und die Linse verdickt sich. Ihr Auge ist in Anspannung und muss sich stark anstrengen. Auf Dauer ist das sehr ermüdend und entspricht doch leider heute immer mehr dem Alltag unserer Augen.

Kurzsichtigkeit

Kurzsichtigkeit ist eine der häufigsten Sehschwächen. Sind Sie betroffen, können Sie weit entfernte Objekte schlechter sehen als die in der Nähe. Es gibt zwei verschiedene Typen der Kurzsichtigkeit. Bei der einen ist der Augapfel zu lang, die Pupille arbeitet ganz normal. Beim zweiten Typ hat der Augapfel eine normale Größe, aber die Pupille hat eine zu hohe Brechkraft des Lichts.

Das Ergebnis ist in beiden Fällen das gleiche: Lichtstrahlen, die von fern liegenden Objekten ausgehen, die also parallel verlaufen, verursachen ein Bild, das vor der Netzhaut entsteht. Das Objekt wird daher nur unscharf wahrgenommen. Um solche Objekte dennoch möglichst scharf zu erkennen, blinzeln Kurzsichtige häufig. Das hat diesem Sehfehler seinen medizinischen Namen Myopie eingebracht. Myops ist das griechische Wort für Blinzelgesicht.

Weitsichtigkeit

Bei der Weitsichtigkeit ist entweder der Augapfel zu kurz oder aber die Brechkraft der Linse zu gering. Daher liegt der Brennpunkt der Lichtstrahlen hinter der Netzhaut, das Bild ist unscharf. Um diesen Fehler auszugleichen, bemüht sich das Auge ständig, die Linse scharf zu stellen, sowohl auf Gegenstände in der Nähe als auch auf solche in der Ferne.

Junge Menschen schaffen dies noch sehr gut. Daher fällt hier Weitsichtigkeit nicht so schnell auf. Hinzu kommt, dass sich Weitsichtigkeit bei Kindern und Jugendlichen auswachsen kann. Bei älteren Menschen aber ist dieses ständige Scharfstellen eine große Anstrengung, die Kopfschmerzen oder auch eine Bindehautentzündung verursachen kann. Bei ihnen macht sich Weitsichtigkeit daher häufiger bemerkbar.

Kontaktlinsen: Achten Sie auf Qualität!

Beim Einkaufen im Drogeriemarkt begegnen sie Ihnen: die frei verkäuflichen Kontaktlinsen. Ohne jegliche Beratung können Sie hier verschiedene Linsen erwerben und quasi im „Do-it-yourself“-Verfahren Ihre Brille gegen Kontaktlinsen tauschen. Es ist erschreckend, dass auf den Ständern und auf den Verpackungen dieser Sehhilfen jeglicher Hinweis darauf fehlte, dass der Käufer doch bitte zunächst mit einem Augenarzt oder Optiker sprechen solle, um sich hier die Größe der Linsen anpassen zu lassen und sich eine Kontaktlinsensorte empfehlen zu lassen. Sie mögen vielleicht widersprechen: Schließlich werden diese Linsen eben im Drogeriemarkt verkauft, damit man sich den Gang zum Augenarzt oder Optiker sparen kann. Das aber kann gefährlich sein.

Es geht nicht nur darum, dass Sie die richtige Größe der Kontaktlinsen kennen müssen. Zunächst einmal muss ein Fachmann überprüfen, ob Ihre Augen überhaupt dafür geeignet sind, Kontaktlinsen zu tragen. Dann stellt sich die Frage, ob Sie zu harten oder weichen Kontaktlinsen greifen sollten, denn manchmal vertragen die Augen nur eine der beiden Sorten. Die Kontaktlinsen, die Sie in der Drogerie oder im Supermarkt kaufen können, bergen gleich mehrere Gefahren. Sie können die Augen so beeinflussen, dass Sie winzigste Verletzungen im Auge oder Augenentzündungen zu spät bemerken. Dann kann es zu bleibenden Hornhautschäden kommen. Zudem ist die Passform bei den Billig-Linsen nicht immer optimal, das Auge wird mit zu wenig Sauerstoff versorgt. Die Folge: Die Linsen sitzen zu locker, zu stramm, können sich sogar an der Hornhaut festsaugen und dann kann es beim Herausnehmen zu schweren Schäden kommen. Durch die zu geringe Sauerstoffversorgung kann die Hornhaut des Auges aufquellen, dadurch können Mikroorganismen eindringen. Sie sollten daher auf solche unangepassten Billig-Linsen verzichten. Ihre Augen werden es Ihnen danken.

Kontaktlinsen© Knut Wiarda -Adobe

Freiverkäufliche Brillengläser

Kaufhäuser, Optikerläden und andere Geschäfte bieten freiverkäufliche Brillengläser rezeptfrei an, die viel preiswerter sind als die maßgefertigten auf Rezept. Wenn Sie den Kauf einer freiverkäuflichen Brille erwägen:

  • Machen Sie einen Sehtest – Diese Brille eignet sich lediglich für Personen, die Schwierigkeiten mit dem Sehen in unmittelbarer Nähe (Presbyopie oder Alterssichtigkeit) haben und ansonsten gut sehen. Um andere Störungen auszuschließen, überprüfen Sie Ihre Augen alle zwei bis vier Jahre, wenn Sie zwischen 40 und 65 Jahre sind. Führen Sie dies alle ein bis zwei Jahre durch, wenn Sie über 65 Jahre sind.
  • Informieren Sie sich beim Fachmann – Fragen Sie Ihren Augenarzt, ob freiverkäufliche Brillengläser sich für Sie eignen und welche Stärke er in dem Falle empfiehlt. Die Stärke finden Sie in der Regel auf der Packung oder dem Brillenbügel.
  • Probieren Sie verschiedene Modelle aus – Freiverkäufliche Brillengläser stellen keinen Ersatz für eine individuell vom Augenarzt angepasste Brille dar. Beachten Sie die Angaben zu den verschiedenen Modellen. So finden Sie die Brille, die am besten für Sie geeignet ist und die zu Ihnen passt.
  • Reagieren Sie auf körperliche Warnsignale – Tritt bei Ihnen verschwommenes Sehen, eine gelbstichige Farbwahrnehmung, erhöhte Lichtempfindlichkeit oder ein Gesichtsfeldverlust auf, gehen Sie zum Arzt. Diese Symptome stellen unter Umständen ein Zeichen einer ernsthaften Augenerkrankung dar. Dazu zählen beispielsweise Katarakt (grauer Star) oder Glaukom (grüner Star).

Auch Ihre Psyche beeinflusst das Sehen

Wissenschaftler gehen mittlerweile davon aus, dass bei rund 40 Prozent aller Fehlsichtigkeiten auch psychische Ursachen eine Rolle spielen. Bei einem Großteil dieser Erkrankungen sind psychosomatische Beschwerden sogar nachweisbar. Wenn jemand zum Beispiel Angst hat, hat er weit geöffnete Augen. Wie weit die Pupille selbst dabei geöffnet wird, hängt nur zum Teil vom einfallenden Licht ab; eine große Rolle spielt auch das vegetative Nervensystem. Dieses lässt in Angstsituationen Ihre Pupille weit stellen. Die Folge: Sie sehen nur noch unscharf.

Stehen Sie also ständig unter Spannung, kann es sein, dass Sie Ihre Umwelt nur noch verschwommen wahrnehmen. Der Griff zur Brille geschieht dann leider viel zu schnell. Besser wäre es natürlich, ganzheitlich an die Ursachen der Fehlsichtigkeit heranzugehen. Andersherum funktioniert das ebenfalls: Wenn Sie wütend sind, zieht sich die Pupille zusammen – bei manchen Menschen eng wie ein Schlitz. Kurzsichtige Menschen können daher manchmal auch ohne Brille völlig deutlich sehen, wenn sie überaus wütend sind.

Wenn Stress die Augen krank macht

Aber nichts beeinflusst Ihr Sehen so wie Stress und Anspannung in Ihrem Körper. Dabei werden die Stresshormone Adrenalin und Cortisol ausgeschüttet, die eine Erhöhung des Augeninnendrucks erzeugen. Stehen Sie ständig unter Stress, werden die Stresssymptome chronisch.

Chronisch erhöhter Augeninnendruck aber kann zu Grauem und Grünem Star führen. Zudem verspannen sich unter Stress Ihre Nackenmuskeln. Dadurch ist die Durchblutung zu Gehirn und Auge nicht mehr ausreichend gewährleistet. Die Folge kann schlechtes oder unscharfes Sehen sein. Grund genug für Sie, dass Sie sich nicht stressen lassen sollen. Ihr Augenlicht sollte es Ihnen wert sein.

Stress schlägt auf die Augen© drubig-photo – Fotolia

Sehen Sie nachts schlecht?

Viele ältere, aber auch junge Autofahrer fahren nachts nur ungern. Sie fühlen sich unsicher, weil sie im Dunkeln nicht so gut sehen oder sich durch den Gegenverkehr geblendet fühlen. Das kann ernstzunehmende medizinische Gründe haben. Augenprobleme bei Dämmerung oder Dunkelheit sollten Sie vom Augenarzt abklären lassen.

Mögliche Ursachen:

  • Fehlsichtigkeit, die bisher noch nicht festgestellt wurde
  • unangepasste Fehlsichtigkeit trotz Brille oder Kontaktlinsen
  • Probleme mit Gleitsichtgläsern
  • erste Anzeichen für einen Grauen Star

Möglicherweise benötigen Sie für Fahrten in der Dunkelheit bloß eine stärkere Brille und schon ist das Problem behoben. Manchmal ist die Ursache aber ganz banal: Die Windschutzscheibe ist verkratzt oder von innen verschmutzt. Hier hilft Austauschen bzw. Putzen.

Vorsicht: Brillen für gute Nachtsicht erhöhen Unfallgefahr

In einigen Zeitschriften tauchen vor allem vor den Ferien Reklameanzeigen für Brillen auf, die bei schlechtem Wetter und bei Nacht Ihr Sehvermögen deutlich verbessern sollen. Es handelt sich dabei um bestimmte Filtergläser. Wenn Sie Ski fahren, kennen Sie bestimmt diese gelb gefärbten Gläser. Diese werden eben auch Autofahrern als Non-Plus-Ultra bei schlechter Sicht angepriesen. Doch die gelben Gläser wirken trügerisch: Sie scheinen den Kontrast zu verschärfen, weil sie den Anteil des blauen Lichtes in der Umgebung verringern. Dann sieht die Umgebung heller aus. Tatsächlich handelt es sich hierbei nur um einen subjektiven Eindruck.

Wenn Sie mit diesen Brillen im abgedunkelten Bereich einen Sehtest absolvieren würden, würden Sie feststellen, dass Sie nichts besser erkennen können. Tatsächlich führt die rein subjektiv bessere Sicht sogar dazu, dass Sie als Fahrer riskanter fahren, denn Sie meinen ja, durch die (scheinbar) gute Sicht alles unter Kontrolle zu haben. Dadurch nimmt die Unfallwahrscheinlichkeit sogar zu. Wenn Sie merken, dass Sie im Dunkeln Schwierigkeiten mit der Sicht haben, sollten Sie lieber von Augenarzt oder Optiker abklären lassen, ob Sie eine (andere) Brille brauchen oder sogar eine Störung vorliegt, die sich negativ auf das Nachtsehen auswirkt.

Zu Gleitsichtgläsern gibt es nur wenige Alternativen

Wenn Sie kurzsichtig sind und dann eine Altersweitsicht hinzu kommt, bekommen Sie meist eine Brille mit Gleitsichtgläsern. Die Eingewöhnung ist nicht ganz einfach, doch leider ist es nicht in allen Fällen möglich, diese Brille zu umgehen. Es gibt Gleitsicht-Kontaktlinsen, in denen ist auch ein Teil für die Nähe und einer für die Ferne gedacht.

Darüber hinaus wird manchmal die Methode angewandt, dass die Augen unterschiedlich korrigiert werden. Bei dem einen wird die Weitsichtigkeit, bei dem anderen die Kurzsichtigkeit behoben. Diese Methode aber verschlechtert Ihr räumliches Sehen und sie wird nicht von allen Menschen vertragen. Eine dritte Möglichkeit ist es, bei einer Operation gegen Grauen Star eine Kunstlinse einzupflanzen.

Gleitsichtbrille© Irina Fischer -Adobe

Multifokale Linsenimplantate

Meist wird bei einer Katarakt-Operation eine monofokale Linse eingesetzt. Diese verbessert dann entweder Ihre Nah- oder Fernsicht, aber nicht beides gleichzeitig. Die ersten multifokalen Linsen wurden 1997 in den USA eingeführt. Theoretisch machen diese Linsen den Gebrauch von Brillen nach einer Katarakt-Operation überflüssig. Jedoch müssen selbst nach einer erfolgreichen Implantierung von multifokalen Linsen noch gewisse Einschränkungen in Kauf genommen werden.

Mit einer multifokalen Linse können Sie wieder sowohl im Nah- als auch im Fernbereich scharf sehen, verlieren aber trotzdem an Sehqualität. Vor allem der Kontrast wird schwächer („Weichzeichner-Effekt“). Die Wissenschaftler arbeiten jedoch an einer Verbesserung der neuen Linsentypen. Außerdem befinden sich bereits neue Linsenimplantate in der Entwicklung, die flexibel sind und den Mechanismus des natürlichen Fokussierens nachahmen sollen.

Der richtige Umgang mit schwacher Sehkraft

Als schwache Sehkraft bezeichnet man eine verminderte Sehkraft, die man nicht durch Medikamente, Brillen oder Kontaktlinsen kompensieren kann. Existiert kein Mittel, das Ihnen die Sehkraft zurückgibt, erkundigen Sie sich nach Umgangsmöglichkeiten mit dieser Einschränkung. Einige spezialisierte Augenärzte bieten dabei ihre Hilfe an.

Empfohlene anpassungsfähige Technologien und Geräte

  • optische Geräte: Lupen helfen dabei, Gegenstände im Nahbereich scharf zu sehen. Kleine Ferngläser verbessern die Fernsicht.
  • gute Beleuchtung: Ausreichendes Licht gilt als wesentlich für Sehen im Nahbereich.
  • große Schrift: Bestimmte Bücher und Zeitschriften, Spielkarten, Armbanduhren oder Tastentelefone sind mit großer Schrift erhältlich.
  • elektronische oder computergestützte Lesegeräte: Dazu gehören Videosysteme, welche die Schrift vergrößern und auf einem Bildschirm darstellen. Mittlerweile gibt es Programme, die Wörter oder Ziffern erkennen und laut vorlesen.
  • Veränderungen Ihres Zuhauses: Bewegungsmelder schalten die Zimmerbeleuchtung beim Eintreten an. Eine Zwischensprechanlage am Eingang erleichtert Ihnen die Identifizierung von Besuchern. Vermeiden Sie Stolperfallen wie Teppiche.
  • Erhaltung der Mobilität: Nutzen Sie ein spezielles Training, um ein selbständiges Zurechtfinden in fremder Umgebung zu erleichtern (z. B. bei der Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel).

Besser sehen durch Gemüse

Dass Möhren gut für die Augen sind, ist allseits bekannt. Denn die Carotinoide schützen die strahlenempfindliche Makula. Vitaminreiche Ernährung reduziert insgesamt das Risiko einer altersbedingten Makuladegeneration. Bei dieser Erkrankung verringert sich die Sehschärfe durch die Schädigung des gelben Flecks durch die ständige Lichteinstrahlung. Unter der Retina entstehen Ablagerungen, die das Sehvermögen beeinträchtigen. Carotinoide schützen vor diesem Prozess, so der Ernährungswissenschaftler Professor Hans Konrad Biesalski von der Universität Stuttgart-Hohenheim.

Das Alter ist einer der gravierenden Risikofaktoren für das Augenleiden. Frauen erkranken häufiger als Männer. Raucher haben generell ein höheres Risiko. Auch unter Weitsichtigen ist die Erkrankungsrate höher. Vor allem eine vitaminreiche Ernährung gilt als Schutz. Besonders die beiden Pflanzenstoffe Lutein und Zeaxanthin wirken Wunder. Sie stecken in Erbsen, Spinat, Sellerie, Lauch, Brokkoli, Kopfsalat, Grünkohl, Kürbis und Rosenkohl.

11 Übungen für gutes Sehen

Sie sollten Ihre Augen bei Fehlsichtigkeit rund eine halbe Stunde pro Tag trainieren. Dabei brauchen Sie aber nicht jede Übung zu machen. Suchen Sie sich die drei aus, die Ihnen am besten gefallen. Wichtig dabei ist: Sie dürfen sich zu nichts zwingen und sollten ganz entspannt sein. Die Augenübungen gegen Fehlsichtigkeit sind übrigens auch sehr gut geeignet, wenn Sie zwischendurch Wartezeiten überbrücken müssen.

Augentraining© Picture-Factory -Adobe

1. Palmieren Sie Ihre Augen

Setzen Sie sich vor einen Tisch und stützen Sie Ihre Ellenbogen auf die Tischplatte. Bedecken Sie nun Ihre geschlossenen Augen sanft mit Ihren gewölbten Handinnenflächen. Wichtig ist, dass kein Licht an Ihre Augen dringt. Sie können Ihren Kopf leicht auf die Hände stützen, dürfen jedoch keinerlei Druck auf Ihre Augäpfel ausüben. Sie sollen sich dabei entspannen, auf keinen Fall dürfen Sie eine Anstrengung in Ihren Augen spüren. Atmen Sie ruhig und genießen Sie die Dunkelheit.

Sie können in dieser Stellung so lange verharren, wie Sie sich dabei wohl fühlen. Dann nehmen Sie langsam Ihre Hände von den Augen. Erst danach öffnen Sie Ihre Augen ganz langsam. Mit dieser Übung können sich Ihre Augenmuskeln entspannen, die den ganzen Tag damit beschäftigt sind, sich scharf einzustellen. Zudem können sich Ihre äußeren Augenmuskeln lockern. Ihre Augen gehen in Ruhestellung, sind nach oben und außen gedreht. Sie sollten diese Übung vor allem dann anwenden, wenn Sie Ihre Augen über Stunden hinweg anstrengen müssen. Sie können mit ihr übrigens auch chronische Verspannungen lösen.

2. Entspannen Sie Ihren Nacken

Verspannungen im Nacken führen auch zu Sehstörungen bzw. Fehlsichtigkeit, hervorgerufen durch eine mangelnde Durchblutung des Kopfes und damit der Augen. Die Augen werden dann nicht mehr ausreichend mit Nährstoffen versorgt und können nicht mehr richtig sehen. Sitzen Sie die ganze Übung hindurch aufrecht auf einem Stuhl. Lassen Sie zu Beginn der Übung Ihr Kinn langsam nach vorne sinken. Es sollte Ihre Brust berühren. Verharren Sie in dieser Stellung, dann heben Sie Ihren Kopf wieder an, bis Sie ihn im Nacken haben. Ebenfalls wieder verharren, danach wieder nach vorne. Ihr Kopf sollte aufrecht sein. Nun drehen Sie ihn nach rechts, aber stoppen Sie sofort, wenn es Ihnen unangenehm wird. Halten Sie Ihren Kopf an dieser Stelle. Dann drehen Sie ihn langsam zurück und anschließend zur linken Seite.

Achten Sie darauf, dass Sie die ganze Zeit aufrecht sitzen. Nun neigen Sie Ihren Kopf nach rechts. Wichtig ist, dass Sie ihn aufrecht halten, er darf nicht nach vorne pendeln. Halten Sie den Kopf, dann bewegen Sie ihn zurück, um ihn danach zur linken Seite zu neigen. Lassen Sie Ihren Kopf locker nach vorne hängen. Nun rollen Sie ihn entgegen dem Uhrzeigersinn, von vorne nach links hinten und wieder nach rechts vorne. Sie sollten zwar große Kreise beschreiben, dennoch keine Kraft aufwenden. Nach drei bis fünf Drehungen sollten Sie die Richtung wechseln. Alle vier Phasen sollten Sie 10- bis 15-mal wiederholen.

3. Entspannen Sie durch den Fernblick

Den ganzen Tag über sind Ihre Augen gezwungen, im Nahbereich zu sehen. Das ist eine Distanz, die zwei Meter nicht überschreitet. Ganz gleich, ob Sie lesen, vor dem Bildschirm sitzen, nähen, kochen oder aufräumen: weiter als zwei Meter schweifen Ihre Augen dabei nicht in die Ferne. Diese Dauer-Akkomodation führt dazu, dass Ihre inneren Augenmuskeln ständig angespannt sind. Es kann zu chronischen Verspannungen kommen, die dazu führen, dass Sie nicht mehr klar sehen können.

Blicken Sie daher jede Stunde zehn Minuten lang in die Ferne, nach Möglichkeit auf etwas Grünes. Grün ist die angenehmste Farbe für Ihre Augen. Sie vermeiden so die Überanstrengung Ihrer Augenmuskeln.

4. Fixieren Sie in Nähe und Ferne

Suchen Sie sich einen Gegenstand, der sich in knapper Entfernung vor Ihnen befindet, rund 30 cm entfernt. Fixieren Sie diesen Gegenstand zehn Sekunden lang, dann schauen Sie aus dem Fenster in die Ferne, ebenfalls zehn Sekunden lang. Diese Übung sollten Sie zehnmal wiederholen. So trainieren Sie Ihre Muskeln, sich anzuspannen und wieder zu lockern. Vorsicht: Wenn Ihnen schwindelig wird oder Ihre Augen schmerzen, hören Sie sofort mit den Übungen auf.

5. Üben Sie Ihre Blickbeweglichkeit

Diese Übung ist nicht einfach, zeigt aber eine große Wirkung. Ihre Augenmuskeln werden dabei zu ihrer vollen Beweglichkeit angeregt. Die folgenden vier Übungssequenzen sollten Sie jeweils 10- bis 15-mal wiederholen. Achten Sie darauf, dass Ihre Blickbewegungen möglichst harmonisch sind. Halten Sie Ihren Kopf die ganze Zeit gerade. Schauen Sie ganz nach rechts, bis Sie mit Ihren Augäpfeln nicht mehr weiter können. Nun wechseln Sie schnell Ihre Blickrichtung ganz nach links, ohne vorher etwas fixiert zu haben.

Die gleiche Übung machen Sie jetzt, indem Sie nach oben und unten schauen. Blicken Sie anschließend nach rechts oben. Dann lassen Sie Ihren Blick nach links unten wandern. Schauen Sie nun nach links oben, dann nach rechts unten. Wechseln Sie die Blickrichtung wieder, ohne etwas fixiert zu haben. Nach der Hälfte der Wiederholungen wechseln Sie die Richtung. Schauen Sie nach unten. Nun fangen Sie an, Ihre Augen zu rollen. Achten Sie darauf, dass Sie so weit nach außen schauen wie möglich.

6. Üben Sie die Konvergenz

Halten Sie einen Bleistift in Ihrer Hand möglichst weit von Ihrer Nase weg. Fixieren Sie ihn, bis Sie ihn scharf sehen. Nun bewegen Sie ihn langsam zur Nase hin, dabei dürfen Sie ihn nicht aus den Augen verlieren. Sie sollten ihn immer scharf sehen. Halten Sie ihn einen Moment weg, um ihn dann wieder auf Sie zuzubewegen.

So üben Sie die Konvergenz. Das ist die Fähigkeit Ihrer Augen, beide zeitgleich auf einen Punkt zu blicken. Sie brauchen eine gute Konvergenz, um im Nahbereich arbeiten zu können. Weicht nur ein Auge ab, beginnen Sie, doppelt zu sehen. Diese Übung gegen Fehlsichtigkeit sollten Sie sofort abbrechen, wenn es unangenehm wird, ansonsten beträgt die Übungsdauer zwei bis drei Minuten.

7. Schulen Sie Ihr beidäugiges Sehen

Dazu brauchen Sie einen Partner, der einen Bleistift vor Ihnen senkrecht nach oben und unten bewegt. Sie versuchen nun, diesen Stift mit einem zweiten Stift am oberen Ende zu berühren. Als Profi können Sie die Übung auch mit einem Auge probieren, halten Sie das andere geschlossen. Sie schulen hiermit die Zusammenarbeit Ihrer beiden Augen. Diese ist wichtig für die Arbeit am Bildschirm, fürs Lesen und für andere Aufgaben im Nahsichtbereich. Zudem ist beidäugiges Sehen sehr wichtig, denn nur dann können Sie auch räumlich sehen.

8. Befeuchten Sie Ihre Augen durch Blinzeln

Das sollten Sie zwischendurch immer wieder machen, besonders wenn Sie am Bildschirm arbeiten: Blinzeln Sie einfach bewusst häufig. So erhöhen Sie die Befeuchtung Ihres Augapfels, der dadurch besser mit Nährstoffen versorgt wird. Gleichzeitig beugen Sie brennenden Augen vor. Stört Sie häufiges Blinzeln beim Arbeiten? Das nächste Telefongespräch ist dazu ebenfalls sehr gut geeignet.

9. Fahren Sie „Achterbahn“

Schließen Sie Ihre Augen und stellen Sie sich eine stehende Acht vor. Nun fahren Sie die Umrisse dieser Acht mit Ihren geschlossenen Augen nach, ohne dass Sie dabei den Kopf bewegen. Fahren Sie dreimal links- und dreimal rechtsherum.

10. Trainieren Sie Ihre Augenbeweglichkeit

Fixieren Sie ein Objekt, das sich rund 6 Meter von Ihnen entfernt befindet. Bei 6 Metern muss sich die Augenlinse nicht mehr angestrengt scharf stellen. Umfahren Sie die Konturen des Objekts mit Ihren Augen, ohne dass Sie den Kopf bewegen. So üben Sie die Beweglichkeit Ihrer Augen.

11. Entspannung durch Anspannung

Setzen Sie sich bequem hin. Nun kneifen Sie Ihre Augen zu, so fest es geht. Halten Sie die Spannung zehn Sekunden lang, dann öffnen Sie sie wieder für zehn Sekunden. Wiederholen Sie diesen Wechsel zwischen Anspannung und Entspannung fünfmal.