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Farbenblindheit - was Sie über die Farbsehstörung wissen sollten

Es gibt viele verschiedene Arten der Farbenblindheit und der Farbsehstörung. Ist die Schwäche angeboren, ist den Betroffenen oft gar nicht bewusst, dass sie bestimmte Farben nicht oder schlechter erkennen können. Schließlich haben sie Farben ja noch nie anders gesehen.

Die Spanne reicht vom Wahrnehmen nur einer einzigen Farbe über das Verwechseln zweier Farben (zum Beispiel Rot und Grün oder seltener Blau und Gelb) bis zu verschiedenen Unterformen der Rot-Grün-Blindheit.

Davon zu unterscheiden ist die komplette Farbenblindheit, die Achromatopsie, bei der die Betroffenen lediglich verschiedene Graustufen unterscheiden können. Hinzu kommen verminderte Sehschärfe und eine hohe Empfindlichkeit gegen Licht.

Die totale Farbenblindheit ist ein angeborener genetischer Defekt, bei dem die Sinneszellen auf der Netzhaut, die so genannten Zapfen, nicht funktionieren.

Auch eine Farbsehschwäche wie die Rot-Grün-Blindheit wird in den meisten Fällen vererbt. Normalerweise wird das entsprechende Gen von Müttern auf ihre Söhne übertragen.

In seltenen Fällen tritt sie als Symptom anderer Erkrankungen auf, beispielweise bei Störungen des optischen Nervs oder speziellen Arten von Schlaganfällen. Farbenblindheit betrifft einen von 8 Männern aber nur eine von 64 Frauen.

Diagnose der Farbsehstörung

Viele Ärzte benutzen zur Diagnose einer Farbenfehlsichtigkeit so genannte pseudoisochromatische Tafeln. Auf ihnen sind Muster aus vielen verschiedenen Farbpunkten abgebildet. In jedem Muster ist eine Zahl, zusammengesetzt aus Punkten der Verwechslungsfarben, versteckt.

Farbtest, Rot-Grünschwäche© Xaver Klaussner -Adobe

Normalsichtige Menschen erkennen die Zahl, während solche, die eine Farbsehschwäche haben, nur Punkte oder eine falsche Zahl erkennen.

Die meisten Betroffenen können verschiedene Farbtöne nicht voneinander unterscheiden. Unter den Farbfehlsichtigkeiten kommt die Rot-Grün-Blindheit am häufigsten vor.

Menschen, die davon betroffen sind, sehen an den Stellen mit den roten oder grünen Punkten nur ein oder zwei neutrale oder graue Bereiche. Wesentlich seltener sind Menschen, die blau und gelb nicht unterscheiden können.

Steckt dahinter eventuell noch eine Augenkrankheit?

Falls Sie Probleme damit haben, bestimmte Farbtöne wahrzunehmen, sollten Sie (mit Hilfe ihres Arztes) herausfinden, an welchem Typ der Farbenfehlsichtigkeit Sie leiden. Sie sollten in jedem Fall abklären lassen, ob damit eine weitere Augenerkrankung verbunden ist.

Übrigens: Einem Menschen mit Rot-Grün-Schwäche wird normalerweise die allgemeine Fahrerlaubnis nicht verwehrt. Da ja bei einer Ampel die Farben immer in der gleichen Weise angeordnet sind, müssen Betroffene lernen, nicht entsprechend der aufleuchtenden Farbe zu handeln, sondern nach der Position des Lichtes.

Machen Sie den Farb-Seh-Test: Können Sie Euro-Münzen unterscheiden?

Rot-Grün-Schwäche wird häufig mit der Farbenblindheit in einen Topf geworfen. Dabei ist sie etwas anderes – es ist einfach nur eine harmlose Sehschwäche, bei der es den Betroffenen nicht möglich ist, verschiedene Rot, oder/und Grüntöne voneinander zu unterscheiden.

Ansonsten haben sie keinerlei Seh-Probleme. Ob jemand betroffen ist, können Sie mit den Euro-Münzen herausfinden. Sie brauchen dafür ein 5- und ein 20-Cent-Stück, das Sie vor den Betroffenen auf den Tisch legen – mit der Länderseite nach oben.

Euromünzen gestapelt© martinprague -Adobe

Die Farbwerte dieser Münzen sind sehr ähnlich, so dass es jemandem mit Rot-Grün-Blindheit nicht möglich ist, die Münzen zu unterscheiden.

Bis auf die Schwierigkeit, diese Farbtöne zu erkennen, haben Betroffene keine Seh-Probleme – es ist ihnen aus Sicherheitsgründen lediglich verboten, zum Beispiel Polizist, Pilot oder LKW-Fahrer zu werden. Mit etwas Glück vermindert sich die Sehschwäche zudem mit den Jahren.