Diabetische Retinopathie: Grundlagen
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Die Diagnose der Zuckerkrankheit kommt unerwartet bei Ihrer jährlichen Untersuchung. Dann eine andere Überraschung – die Liste der Nachfolge-Untersuchungen schließt einen Besuch beim Augenarzt mit ein.
Komplikationen, die mit dem Diabetes zusammenhängen, gehören zwar zu den häufigsten Erblindungsursachen der westlichen Länder, aber auch zu den oftmals vermeidbaren. Diabetes schädigt gewöhnlich die lichtempfindliche Schicht (Retina = Netzhaut) Ihres Auges. Diese Erkrankung heißt diabetische Retinopathie.
Wenn sie frühzeitig erkannt wird, kann das Fortschreiten der diabetischen Retinopathie verlangsamt oder sogar ganz gestoppt werden, bevor dauerhafter Schaden entsteht und das Sehvermögen eingeschränkt ist.
Blutgefäße werden geschädigt
Bei der diabetischen Retinopathie werden die Blutgefäße beschädigt, die die Retina versorgen. Diese Schäden sind die Folge des hohen Blutzuckerspiegels und anderer Faktoren. Bluthochdruck kann den Zustand weiter verschlimmern. Es gibt zwei Formen der diabetischen Retinopathie:
Einfache diabetische Retinopathie – Diese häufige Form ist nicht so schwerwiegend. Typischerweise sind Patienten davon betroffen, die seit fünf Jahren oder länger zuckerkrank sind. Einige der kleinen Gefäße (Kapillaren) können undicht werden und Flüssigkeit in die Netzhaut entlassen, so dass diese anschwellen kann. Gewöhnlich wird die Sehkraft nicht dadurch beeinträchtigt, es sei denn die zentrale Region (Macula) ist betroffen. Das ist die Stelle, die Sie zum Scharfsehen (z. B. Lesen) benutzen.
Fortschreitende diabetische Retinopathie – Diese Form kann sich aus der ersten entwickeln. Davon sind überwiegend Patienten betroffen, die seit über 15 Jahren Diabetiker sind. Winzige, neue Kapillaren wachsen von der Netzhaut in den flüssigkeitsgefüllten Hohlraum (Glaskörper) des Auges ein.

Bei der Diabetischen Retinopathie entwickeln die Blutgefäße der Netzhaut krankhafte Veränderungen, die zu Mikroaneurismen führen können. Diese können Flüssigkeit verlieren und die Netzhaut schwellen lassen. Mit fortschreitender Krankheit können neue, brüchige Blutgefäße die Sehkraft bedrohen.
Wenn diese neuen und sehr empfindlichen Kapillaren platzen und Blut entlassen, kommt es zu einer plötzlichen Erblindung. Narbengewebe kann sich ebenfalls entlang der neuen Blutgefäße bilden und an der Retina ziehen. Dadurch kann sich die Netzhaut vom Auge ablösen – ein Zustand, der zu plötzlicher und möglicherweise dauerhafter Erblindung führt.