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Behauptungen rund um die Kontaktlinse – wahr oder falsch?

Wenn Sie, wie ich, Kontaktlinsen tragen, werden Sie wahrscheinlich auch schon einmal mit „klugen“ Behauptungen konfrontiert. Es gibt einige Ammenmärchen rund um die Linsen – manche können sogar Ihrer Gesundheit schaden; andere Behauptungen stimmen dagegen. Doch was ist wahr, was ist falsch?

  • Schnell können Kontaktlinsen hinter die Augen rutschen. So schlimm sich das anhört, so wenig ist es möglich. Denn eine Kontaktlinse wird auf die Hornhaut im Auge aufgesetzt. Diese ist mit der Bindehaut fest verbunden. Und die Bindehaut ihrerseits ist fest verbunden mit Ober- und Unterlid des Auges. Es gibt also in Ihrem Auge gar keine Öffnung, durch die die Linse nach hinten rutschen könnte.
  • Kontaktlinsen können dazu beitragen, dass das Auge austrocknet. Es kann tatsächlich durch Kontaktlinsen zu trockenen Augen kommen. Grund dafür ist, dass es Menschen gibt, deren Augen von vornherein sehr trocken sind. Nun kommt es darauf an, wie Sie sich verhalten. Starren Sie lange auf einen Gegenstand, zum Beispiel auf einen Bildschirm? Dann blinzeln Sie weniger, Ihre Augen werden noch weniger befeuchtet. Menschen mit extrem trockenen Augen sollten sich daher beim Augenarzt beraten lassen, ob sie auf Kontaktlinsen verzichten sollten oder ob das zwischenzeitliche Anwenden einer Nachbenetzer-Flüssigkeit ausreicht.
  • Kontaktlinsen mit integriertem UV-Schutz sind praktisch – man kann auf eine Sonnenbrille verzichten. Dies ist gefährlich – denn eine Kontaktlinse sitzt nur auf einem Teil des Auges. Gerade die Bindehaut, die besonders gefährdet ist, wird durch die Linsen nicht geschützt. Daher brauchen Sie auch bei Sonnenbrillen mit UV-Schutz eine Sonnenbrille.
  • Man kann mit Kontaktlinsen schlafen. Es gibt Linsen, die nur nachts getragen werden und das Sehvermögen für den Tag verbessern sollen. Diese sind extra für das Tragen in der Nacht gemacht. Bei normalen Linsen sieht es anders aus. Es gibt zwar Kontaktlinsen, die Sie durchaus ab und an einmal vergessen können, ohne dass es zu gravierenden Problemen kommt. Aber generell kann schon ein einmaliges Tragen in der Nacht dazu führen, dass Sie unter Bindehautentzündung leiden oder Ihre Augen zumindest gereizt und gerötet sind.
  • Linsen können sich festsaugen – man muss sie dann durch eine Operation entfernen. Diese Behauptung wird immer wieder aufgestellt, aber sie stimmt nicht. Denn Sie bekommen ja nicht einfach so Kontaktlinsen. Vielmehr werden diese angepasst – sie sind also auf Ihre Augen angepasst. Zwar schmiegen sie sich an, saugen sich aber nicht fest.
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Dr. Martina Hahn-Hübner
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Alte Kommentare
  • Maritta schrieb am 02.04.2012, 20:25 Uhr

    Hallo, ich trage seit 42 Jahren Kontaktlinsen und stimme Ihnen durch meine eigene Erfahrung in den ersten 4Punkten überein. Beim letzten Punkt allerdings habe ich leider schon gegenteilige Erfahrung gemacht - zwar gemessen an den Jahrzehnten selten, aber die Linse hatte sich schon vollkommen festgesaugt. Ich hatte damals sehr viel Geduld und Zeit benötigt um die Linse wieder anheben zu können. Danach war genauso groß wie die Linse ein roter blutunterlaufener Fleck.

  • Andrea schrieb am 03.04.2012, 10:51 Uhr

    Hallo, als ich mich vor ca 25 Jahren für Kontaklinsen entschieden habe, war für mich die Grundvoraussetzung, dass ich mit den Linsen auch schlafen kann - abends raus und morgens rein kam für mich nicht in Frage. Seit damals trage ich ausschließlich Tag&Nacht-Linsen. Dabei handelt es sich NICHT um die von Ihnen erwähnten Speziallinsen, sondern um hochsauerstoffdurchlässige Linsen, die u.a. extra auch für das nächtliche Tragen gemacht sind. Solche Linsen gibt es mittlerweile von fast jeden Hersteller. Sie sind superverträglich, meine Augen sind pumpengesund und morgens beim ersten blinzeln gleich etwas sehen zu können, möchte ich nicht mehr missen.