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Altersbedingte Augenleiden: Nehmen Sie die Früherkennung ernst!

Die gefährlichsten Augenleiden stellen sich schleichend mit dem Älterwerden ein. Leider nehmen viele Menschen das Erblindungsrisiko auf die leichte Schulter. So weit muss es jedoch gar nicht kommen. Gehen Sie deshalb vom 40. Lebensjahr an einmal jährlich zum Augencheck, auch wenn Sie diesen selbst bezahlen müssen.

Inhaltsverzeichnis:

  1. Nehmen Sie die Früherkennung ernst!
  2. So erkennen Sie mögliche Augenleiden
  3. Häufige Augenerkrankungen im Alter
  4. Normale Folge des Alterns: Altersweitsichtigkeit

Altersbedingte Augenleiden© Nejron Photo – Fotolia

Nehmen Sie die Früherkennung ernst!

Der Grüne Star (medizinisch Glaukom) beispielsweise ist noch immer eine der häufigsten Ursachen für Blindheit und damit die gefährlichste Augenerkrankungen im Alter. Und eine der tückischsten dazu, denn Sie bemerken sie anfangs gar nicht: Ihr Blickfeld verengt sich allmählich immer mehr, ohne dass Sie dies auf Anhieb gewahr werden. Hauptursache für das Glaukom ist ein zu hoher Druck im Auge, der allmählich den empfindlichen Sehnerv quetscht und unwiderruflich zerstört. Die bereits eingetretenen Sehverluste lassen sich nicht wieder gut machen.

Netzhautleiden wie Ablösungen oder Makuladegeneration und Starerkrankungen gefährden bei Millionen Bundesbürgern über 50 Jahren das Augenlicht. Hinzu kommen Millionen von Diabetikern, die unter einer Starerkrankung oder einer diabetischen Retinopathie, einer gefährlichen Unterversorgung der Netzhaut, leiden. Gerade die riskantesten Augenerkrankungen zeigen wie das Glaukom zunächst keinerlei erkennbare Symptome, sie tun nicht weh und der Sehverlust fällt anfangs kaum auf. Dabei sind sie heute einfach zu diagnostizieren. In den meisten Fällen kann man sie mit Medikamenten, operativen Eingriffen und Laserbehandlungen stoppen oder zumindest die Sehprobleme beseitigen.

So erkennen Sie mögliche Augenleiden

Eine gründliche Augenuntersuchung beginnt wahrscheinlich mit einer Befragung durch Ihren Augenarzt, bei der geklärt wird, ob Sie oder Ihre Familie schon einmal Augenprobleme hatten. Eine Reihe von Tests dient der Überprüfung Ihrer Sehkraft. Dazu gehört das Ablesen von einer Tafel mit verschieden großen Buchstaben (Sehschärfetest) oder der Blick durch verschiedene Linsen, um die Korrekturlinse für den optimalen Ausgleich der Fehlsichtigkeit zu finden (subjektive Refraktometrie). Weitere Untersuchungen können Folgendes beinhalten:

  • Gesichtsfeld-Test (Perimetrie) – Ihr Arzt wird Sie fragen, ob Sie in der Lage sind, kleine Objekte oder Lichtpunkte vor Ihrem Auge zu sehen. Mithilfe dieser Daten kann er eine Karte Ihres Gesichtsfeldes erstellen.
  • Tonometrie – Bei dieser Augenuntersuchung (auch Glaukomtest genannt) bestimmt der Arzt den Augeninnendruck, indem er die Kraft misst, die zum Einbeulen der Hornhaut notwendig ist. Der kurze Druck wird durch einen Luftstoß oder einen abgeflachtes Messköpfchen erzeugt.
  • Spaltlampenmikroskopie – Eine Spaltlampe ist ein Mikroskop, das einen intensiv leuchtenden Spalt als Lichtquelle nutzt. Ihr Augenarzt verwendet dieses Gerät, um einen Querschnitt durch Hornhaut, Iris und Linse zu untersuchen.
  • Untersuchung mit erweiterter Pupille – Ihr Arzt kann einiges über Ihr Auge herausfinden, indem er in Ihren Augeninnenraum blickt. Um eine bessere Sicht zu erhalten, gibt es Augentropfen, die die Pupille erweitern. Verschiedene Sichtgeräte wie Ophthalmoskop (Augenspiegel) oder Spaltlampenmikroskop dienen Ihrem Augenarzt dazu, Ihre Linse, Retina und den Sehnerv zu untersuchen.
  • Fluorescein-Angiographie – Für diesen Test wird Ihnen ein Farbstoff (Fluorescein) injiziert. Während der Farbstoff durch die Blutgefäße in Ihrem Auge strömt, leuchten diese gelb auf. Mithilfe eines Fotoapparates werden alle paar Sekunden Bilder gemacht. Diese Bilder helfen dem Arzt bei der Begutachtung der Netzhautgefäße oder bei der Identifizierung von neuen Gefäßaussprossungen.

Test zur Überprüfung der Sehstärke© Robert Kneschke -Adobe

Häufige Augenerkrankungen im Alter

Altersbedingte Augenprobleme sind weit verbreitet. In Deutschland leben etwa 155.000 blinde Menschen (Deutscher Blinden- und Sehbehindertenverband, DBSV, Berlin). Davon sind 84 Prozent über 40 Jahre alt. Die Zahl der Sehbehinderten, die weniger als 30 Prozent ihres Sehvermögens besitzen, wird auf 1,5 Millionen geschätzt. Viele der Sehbehinderungen werden durch altersbedingte Erkrankungen hervorgerufen. Zu den häufig vorkommenden Krankheiten zählen:

  • Glaukom (Grüner Star): Zu hoher Druck im Auge. Hierbei steigt der im Auge, weil das Kammerwasser nicht abfließen kann oder generell zu viel Kammerwasser gebildet wird. Vermutlich spielen auch Durchblutungsstörungen des Auges eine Rolle. Das gefährdet die Fasern des Sehnervs, die dadurch absterben können. Es droht Erblindung. Risikofaktoren sind Alter, erbliche Vorbelastung, starke Kurzsichtigkeit, Diabetes, Gefäßleiden, Rauchen, bestimmte Verletzungen oder schwere Entzündungen im Organismus. Im Frühstadium verläuft das Glaukom unbemerkt. Verloren gegangene Sehfähigkeit lässt sich nicht wieder herstellen. Ansonsten wird das Glaukom mit modernen, Druck senkenden Augentropfen sehr erfolgreich behandelt. Eine Operation kann den Abfluss des Kammerwassers verbessern.
  • Katarakt (Grauer Star): Getrübte Linsen. Hierbei trübt sich die normalerweise klare Augenlinse ein, was sich ebenfalls auf das Sehvermögen niederschlägt. Fast jede zweite 60-Jährige leidet darunter. Mit dem Alter werden es noch mehr. Risikofaktoren sind familiäre Vorbelastung, Diabetes, Verletzungen des Auges und Sonneneinwirkung auf der Netzhaut. Auch beim Grauen Star gibt es lange keine spürbaren Anzeichen, dass sich etwas krankhaft verändert. Doch mit zunehmender Linsentrübung sehen Sie unscharf und verschwommen. Helles Licht wird als unangenehm empfunden, alles wirkt blasser. Abhilfe schafft hier eine Operation. Der zehnminütige Eingriff wird ambulant unter örtlicher Betäubung vorgenommen. Dabei entfernt der Arzt die trübe Linse durch einen winzigen Schnitt in die Hornhaut und ersetzt sie durch eine Kunststofflinse. Die meisten Operierten können sofort nach dem Eingriff wieder besser sehen, nicht selten sogar besser als je zuvor. Tipp: Die Augen bei Sonne mit einer Sonnenbrille schützen.
  • diabetische Retinopathie: Blutungen im Auge. Langfristige Störungen des Blutzuckerspiegels schädigen die Netzhaut des Auges durch eine Minderdurchblutung. Denn junge Blutgefäße sprossen in den Glaskörper ein und halten dem Druck nicht stand. Erst kommt es zu Blutungen, dann drohen Netzhautablösung und Erblindung. Bei Diabetes verschlechtert sich das Sehvermögen oft akut. Durch eine korrekte Einstellung von Blutzucker und Blutdruck lassen sich kleinere Schäden wieder beheben. Größere Schäden werden mit dem Laser behandelt, der die einsprossenden Gefäße verödet und abgelöste Teilchen wieder verschweißt. Blutzucker und Blutdruck sollten im Alter generell, besonders aber bei Diabetikern gut eingestellt sein, damit es gar nicht erst so weit kommt.
  • Makuladegeneration: Die Netzhaut stirbt ab. Bei dieser Augenerkrankung sterben Sinneszellen im Zentrum der Netzhaut (Makula) ab. Das führt über kurz oder lang zu starkem Sehverlust. Die Makuladegeneration (altersbedingte Makuladegeneration, AMD) ist die häufigste Ursache für schwere Sehbehinderungen. Rauchen und Mangelernährung gelten als Risikofaktoren. Frühe Warnzeichen sind Sehveränderungen: Linien erscheinen verzerrt, Buchstaben verschwommen. Im Zentrum des Sehfeldes ist ein dunkler Fleck sichtbar, der beim Gucken stört. Am Rand sieht die Betroffene noch klar. Die therapeutischen Möglichkeiten sind noch begrenzt und haben überdies nur im frühen Stadium Erfolg.

Wenn die Augenumgebung betroffen ist

Neben den Veränderungen im Auge gibt es auch altersbedingte Beeinträchtigungen der Augenoberfläche und in der Augenumgebung. Zu diesen Veränderungen zählen:

  • Entropium und Ektropium – Bei diesen Zuständen wölbt sich ein Augenlid (typischerweise das untere) entweder nach innen, sodass Ihre Wimpern gegen den Augapfel reiben, oder nach außen, sodass Ihre Lidschleimhaut exponiert ist (Ektropium = Hängelid). Diese Zustände können zu Reizungen, übermäßigem Tränenfluss, Schleimabsonderung oder Verkrustung um das Lid führen. In schweren Fällen können eingedrehte Lider Ihre Hornhaut verkratzen und eine Infektion oder Vernarbung nach sich ziehen.
  • Dermatochalasis – Damit bezeichnet man ein schlaff herabhängendes Lid. Eine Beeinträchtigung kann erfolgen, wenn davon das obere Lid betroffen ist und Ihre Pupille abdeckt (Schlupflid).
  • Ptosis – Nerven-, Muskel- oder Sehnenprobleme können Ihre Fähigkeit einschränken, das Oberlid vollständig hochzuziehen.

Sobald tiefer gehende medizinische Ursachen ausgeschlossen sind, können die erwähnten Zustände durch einen chirurgischen Eingriff unter örtlicher Betäubung korrigiert werden.

Altersbedingte Augenleiden© photocrew – Fotolia

Normale Folge des Alterns: Altersweitsichtigkeit

Die Linse bündelt das durch die Pupille einfallende Licht und lässt dadurch auf der Netzhaut Bilder entstehen. Damit Sie in der Nähe gut sehen können, muss die Linse durch das Zusammenziehen des Ziliarmuskels verformt werden. Da sie jedoch mit den Jahren starrer wird, gelingt die Verformung nicht mehr optimal und scharfes Sehen im Nahbereich wird immer anstrengender. So liegt der  kürzeste Abstand, bei dem scharfes Sehen möglich ist, bereits ab 45 Jahren bei 35 cm, während man in jungen Jahren noch bis 8 cm vor den Augen klar sehen kann.

Warten Sie nicht, bis Ihr Arm „nicht mehr lang genug“ ist, um lesen zu können. Lassen Sie sich rechtzeitig eine Lesebrille anpassen, um Übermüdungserscheinungen des Auges und daraus folgende Kopfschmerzen und Augenbrennen zu vermeiden. Eine vom Optiker für Sie angefertigte Lesebrille berücksichtigt neben der notwendigen Dioptrienzahl auch Ihren individuellen Augenabstand und den Abstand Ihrer Nase zu den Augen. Fertige Lesebrillen aus dem Supermarkt sind zwar billiger und sehen chic aus, sie berücksichtigen diese individuellen Gegebenheiten jedoch nicht und werden daher von Augenärzten nicht zum regelmäßigen Tragen empfohlen.

Altersweitsichtigkeit© Adobe Stock – sasinparaksa

Eingeschränkte Sicht in der Dunkelheit

Auch in der Dämmerung verringert sich die Sehschärfe mit zunehmendem Alter und die Sicht wird in der Dunkelheit unscharf und verschwommen. Wie der Bundesverband der Augenärzte Deutschland mitteilt, sind dadurch 11,5 Prozent aller 50- bis 59-Jährigen unfähig, im Dunklen ein Auto zu steuern.

Durch mit zunehmendem Alter vermehrte Proteinablagerungen in Linse und Glaskörper wird das einfallende Licht gestreut und Sie fühlen sich in der Dunkelheit, etwa durch entgegenkommende Autos, stärker geblendet. Hier können Sie mit Vitalstoffen wirkungsvoll gegensteuern. Bei schlechtem Dämmersehen und erhöhter Blendempfindlichkeit helfen Ihnen Vitamin A und die in Heidelbeeren und Weintrauben enthaltenen Anthocyane. Entsprechende Fertigpräparate erhalten Sie in jedem Drogeriemarkt.

Mit Ozon und Akupunktur gegen Altersweitsichtigkeit

Mit einer Ozon-Therapie wird die Durchblutung verbessert und die Sauerstoffversorgung der Augen erhöht. Auf diese Weise werden alle degenerativen Alterungsprozesse am Auge gebremst, die zu Sehschwächen führen können. Der Arzt entnimmt Ihnen hierzu Blut aus der Vene und reichert es mit einem Ozon-Sauerstoff-Gemisch an. Nun bekommen Sie Ihr so angereichertes  Blut entweder als Spritze oder Infusion zurück. Für einen spürbaren Behandlungserfolg ist eine Kur aus 10 bis 12 Sitzungen erforderlich, die Kosten mit etwa 60 € pro Behandlung werden nicht erstattet.

Wirkungsvoll gegen Altersweitsichtigkeit ist auch die Akupunktur. Diese Behandlung wird nicht etwa am Auge ausgeführt, die Nadeln werden vielmehr basierend auf dem koreanischen Akupunktursystem Su Yok an Händen und Füßen gesetzt. Behandelt wird an fünf aufeinander folgenden Tagen zweimal am Tag, mit mindestens einer Stunde Abstand zwischen den Behandlungen. Zeigt die erste Behandlungswoche bereits Erfolge, wird anschließend für einige Wochen einmal wöchentlich und schließlich zum Aufrechterhalten des Behandlungserfolgs nur noch einmal monatlich genadelt. Die Kosten dieser Methode müssen Sie mit etwa 30 € pro Sitzung selbst tragen.