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Grundlagenwissen zum Thema Altersbedingte Augenleiden

Die altersbedingte Makuladegeneration betrifft eine dicht mit Sehzellen besetzte Region im hinteren Bereich des Auges (Makula). Die Makula bezeichnet die Stelle in der Netzhaut (Retina), an der die Bilder mit der größten Schärfe abgebildet werden. Das Ergebnis besteht eventuell darin, dass Sie in der Mitte Ihres Sehfeldes verschwommen sehen und möglicherweise dort nur einen grauen oder leeren Fleck wahrnehmen. Da diese Augenerkrankung mit zunehmendem Alter häufiger auftritt, bezeichnet man sie als altersbedingte Makuladegeneration.

Die ersten Anzeichen einer Makuladegeneration sind unter Umständen Verschwommensehen und die Verzerrung von Gesichtern oder geraden Linien. Es wird darüber hinaus schwieriger, Zeitung zu lesen oder Straßenschilder zu erkennen. Unter Umständen bedeckt ein grauer oder leerer Fleck die Mitte des Gesichtsfeldes.

Welche Faktoren beeinflussen die altersbedingte Makuladegeneration?

Die erste Phase der Erkrankung schreitet in der Regel nur langsam voran, sie kann sich aber auch in einigen Fällen schnell entwickeln. Die Makuladegeneration beeinträchtigt nicht das periphere Gesichtsfeld, sodass die Erkrankung keine vollständige Erblindung verursacht. Bisher fanden Wissenschaftler die genaue Ursache der Makuladegeneration noch nicht heraus.

Es gibt jedoch einige Faktoren, von denen angenommen wird, dass sie Ihr Risiko erhöhen. Dazu gehören zum Beispiel eine familiäre Vorgeschichte, Genetik, Zugehörigkeit zur weißen Rasse, ultraviolettes Licht, zu geringe Mengen bestimmter Mineralstoffe, Übergewicht, Rauchen sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Bluthochdruck und erhöhter Cholesterinspiegel. Bei einer Makuladegeneration verschwindet das Pigmentepithel im Zentrum der Netzhaut, sodass die Blutgefäße der Aderhaut (Choroidea) sichtbar werden, die unterhalb der Makula liegen. Bei den AMD-bedingten Veränderungen in der Netzhaut erkennt man kleine Ablagerungen (Drusen) in der Makula.

Die Makuladegeneration beginnt häufig in der trockenen Form

Die meisten Menschen mit einer AMD entwickeln zunächst eine Phase der Erkrankung, die man als trockene Phase bezeichnet. In der Tat liegt zunächst die trockene Phase vor, die häufig nur langsam voranschreitet. Die trockene AMD betrifft am Anfang nur ein Auge, in den meisten Fällen geht die Erkrankung jedoch auf beide Augen über. Bei einigen Menschen entwickelt sich mit fortschreitender Erkrankung eine Komplikation, die feuchte Form der AMD. Die trockene Form ist auf eine Zerstörung des retinalen Pigmentepithel (RPE) zurückzuführen. Das RPE ist eine Gewebeschicht, die unter anderem für den Vitamin-A-Stoffwechsel sowie die „Entsorgung“ abgestoßener Photorezeptorzellen verantwortlich ist.

Die Stoffwechselprodukte lagern sich in der RPE ab. Dies wiederum führt dazu, dass sich die Photorezeptorzellen der Makula vermindern und ihre Pigmente verlieren. Die normalerweise einheitlich rote Farbe der Makula wird fleckig. Zusätzlich kommt es zu fetthaltigen Ablagerungen, die in der Netzhaut als gelbliche Punkte zu erkennen sind. Am Anfang stellen Sie vielleicht keine oder nur geringe Veränderungen Ihres Sehvermögens fest. Wenn sich jedoch Drusen und fleckige Pigmentierung entwickeln, wird Ihr Sehvermögen sukzessive zerstört.

Die feuchte altersbedingte Makuladegeneration ist hauptsächlich für Erblindung verantwortlich

Die feuchte Makuladegeneration tritt nur bei etwa 15 Prozent der Fälle auf, allerdings ist sie in der Regel für die meisten Fälle von schwerwiegendem Sehverlust verantwortlich. Die feuchte AMD tritt auf, wenn unter der Netzhaut entartete Blutgefäße wachsen. Bei diesem Vorgang (choroidale Neovaskularisation) bilden sich kleine und schwache Blutgefäße, aus denen Flüssigkeit oder Blut austritt. Daher stammt auch der Begriff „feuchte“ Makuladegeneration. Auf diese Weise wird die zentrale Sehschärfe stark beeinträchtigt oder der Betroffene verliert sie vollständig.

Ob Augenärzte die feuchte Phase der AMD stoppen können, hängt davon ab, wo sich die entarteten Blutgefäße befinden und in welchem Zustand sie sich befinden. Wissenschaftler machen jedoch Fortschritte. Eine Reiheneuer Therapien lassen in der Tat hoffen, dass in Zukunft diese Augenerkrankung gestoppt oder ihr Fortschreiten verlangsamt werden kann.

Behandlungsmöglichkeiten gegen die feuchte AMD

  • Photokoagulation – Bei der Photokoagulation verbrennt und zerstört ein hochenergetischer Laserstrahl die entarteten Blutgefäße hinter der Makula, sodass die entarteten Blutgefäße keine weiteren Schäden mehr anrichten können. Allerdings eignet sich nur ein kleiner Prozentsatz der AMD-Patienten für dieses Verfahren.
  • Photodynamische Therapie (PDT) – Auch diese Behandlungsmethode zielt auf die entarteten Blutgefäße ab. Wenn ein hochenergetischer Laser eingesetzt wird, besteht die Gefahr, dass das zentrale Gesichtsfeld zerstört wird. Deshalb wird die Photokoagulation nur angewendet, wenn die entarteten Blutgefäße nicht unter dem Zentrum der Makula liegen. Bei der PDT hingegen ist die Chance größer, dass ein Teil der zentralen Sehschärfe erhalten bleibt. Zunächst verabreicht man intravenös einen photosensibilisierenden Farbstoff, der über den Blutweg in die entarteten Blutgefäße gelangt und sich dort anreichert. Durch einen nicht-thermischen Laser wird diese Substanz aktiviert, was zu einer Verödung der entarteten Blutgefäße führt, ohne dass die Makula beschädigt wird.
  • Triamcinolon (Volon A®) – Triamcinolon ist ein Kortisonpräparat, das in den Glaskörperraum gespritzt wird und dort über einen Zeitraum von etwa 3 Monaten langsam freigesetzt wird. Bisher wurde Triamcinolon eingesetzt, um Entzündungen und Makulaödeme zu behandeln. Derzeit wird untersucht, ob das Kortisonpräparat das Sehvermögen bei einer Makuladegeneration verbessern kann. In Kombination mit der photodynamischen Therapie kann Triamcinolone die Effekte der PDT verstärken. Derzeit wird in Studien die Wirksamkeit der Kombination beider Therapien untersucht.
  • Pegaptanib (Macugen®) – Pegaptanib wurde 2004 in den USA von der Food and Drug Administration (FDA) zur Behandlung der feuchten Makuladegeneration zugelassen. In einer Serie von Injektionen in den Glaskörperraum wird dieser Wirkstoff im Abstand von vier bis sechs Wochen über einen Zeitraum von etwa zwei Jahren verabreicht. Pegaptanib zielt auf den wichtigen Wachstumsfaktor VEGF (vascular endothelial growth factor), der für das Auswachsen neuer Gefäße und für eine Ödembildung verantwortlich ist. Pegaptanib hemmt VEGF, um die Ausbildung neuer Blutgefäße zu stoppen oder zu verlangsamen. Die Zulassung von Pegaptanib in Deutschland erfolgte unter dem Namen Macugen.
  • Ranibizumab (Lucentis®) – Wie Pegaptanib wird auch dieser Wirkstoff eingesetzt, um das Wachstum der entarteten Blutgefäße zu stoppen. Derzeit wird Ranibizumab nur in klinischen Studien eingesetzt, die Zulassung durch die FDA wird aber in diesem Jahr erwartet. Bei 95 Prozent der Studienteilnehmer, die dieses Medikament einnahmen, stabilisierte oder verbesserte sich das Sehvermögen. Einige Ärzte verschreiben den nahe verwandten Wirkstoff Bevacizumab (Avastin®), der zur Behandlung von Darmkrebs eingesetzt wird, indem er das Wachstum neuer Blutgefäße hemmt. Dieses Krebspräparat ist zur Behandlung der Makuladegeneration von der FDA nicht zugelassen. Es wird ebenfalls als Injektion ins Auge verabreicht.
  • Pigmentepithel-Aderhaut-Translokation (PATCH) – Die Pigmentepithel-Aderhaut-Translokation ist ein neues chirurgisches Verfahren für die Makuladegeneration. Hierbei wird ein Stück Aderhaut mit den darüberliegenden Pigmentzellen aus der Peripherie der Netzhaut zentral unter die Makula verpflanzt. Dieses Verfahren wird nur eingesetzt, wenn der Verlust des Sehvermögens erst kürzlich aufgetreten, die Ausbildung der entarteten Blutgefäße begrenzt und das Gewebe um die Makula gesund ist.

Neue Wege zur Behandlung der trockenen Makuladegeneration

Bis vor kurzem gab es keine Behandlung für die trockene Makuladegeneration. Doch jetzt fand man zumindest eine Therapie, die das Fortschreiten der Augenerkrankung verlangsamt. Eine weitere Behandlungsmethode wird derzeit in klinischen Studien untersucht. Zu diesen Behandlungsmethoden gehören:

  • Antioxidantien und Zink – Die groß angelegte Age-Related Eye Disease Study (AREDS, Studie über altersbedingte Augenerkrankungen) verglich die tägliche Einnahme von hochdosierten Vitaminen und Mineralstoffen mit einem Placebo. Die Studie kam zu folgendem Ergebnis: Das Risiko eines fortschreitenden Sehverlustes verringerte sich um etwa 25 Prozent, wenn die Betroffenen eine Kombination von Vitamin C und E, Beta-Carotin (häufig Vitamin A) sowie Eisen und Zink einnahmen. In der neuen Studie AREDS II untersuchen Wissenschaftler derzeit, ob das Antioxidant Lutein sowie Omega-3-Fettsäuren die Augenerkrankung stoppen oder das Fortschreiten verlangsamen.
  • Anecortave Acetate (Retaane®) – In klinischen Studien wird derzeit untersucht, ob dieses Steroidderivat den Übergang von der trockenen zur feuchten Phase der Makuladegeneration stoppt oder verlangsamt. Das Präparat wird mit einer speziell entwickelten Kanüle hinter die Makula verabreicht. In einer Phase-III-Studie zeigte sich die Wirksamkeit gegenüber der PDT als leicht schwächer gezeigt.

Die trockene Makuladegeneration schreitet in der Regel langsam voran und viele Menschen können damit relativ gut leben. Dies gilt besonders dann, wenn nur ein Auge betroffen ist. Es ist es ratsam, sich ab dem 40. Lebensjahr einmal und ab dem 50. Lebensjahr zweimal jährlich untersuchen zu lassen.

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