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Alles über die Augenheilkunde

Ihre Augen sind ein besonderes Organ in Ihrem Körper. Durch das Zusammenspiel von Linse, Nerven und Hornhaut sind Sie in der Lage, zu sehen. Das Auge faszinierte die Menschen von jeher. Bereits im alten Ägypten hatten Auge und Sehen eine besondere Mystik. Der Lichtgott Horus hatte Augen, die aus Sonne und Mond bestanden. Das Horus-Auge der Ägypter stand für die Überwindung des Todes. In Griechenland hielt diese Betrachtungsweise ebenfalls an, man sah die Iris des Auges dort als Götterboten an.

Zunehmendes Alter, Augenkrankheiten in der Familie oder Störungen, die den ganzen Körper betreffen (z. B. Diabetes, Bluthochdruck oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen) erhöhen Ihr Risiko, bestimmte Augenkrankheiten zu entwickeln: Darunter finden sich Katarakt, Glaukom, Makuladegeneration und diabetische Retinopathie.

blaue Augen© mma23 -adobe

Warum sehen wir eigentlich?

Um die Augen kümmern sich viele Menschen erst, wenn ihnen das Sehen schwer fällt. Dabei verdient dieses komplexe Wunderwerk mehr Aufmerksamkeit. Ihre Augen grenzen sich vom Schädelknochen durch die sechs Augenmuskeln ab, die man zusammen als äußeren Augenmuskel bezeichnet. Sie sind dafür verantwortlich, dass sich Ihr Auge frei und in alle Richtungen bewegt.

Darüber hinaus sorgen die Augenmuskeln dafür, dass Ihre beiden Augen sich zusammen auf einen gemeinsamen Punkt einstellen können, ohne dies wäre scharfes Sehen nicht möglich. Wenn die Augenmuskeln nachlassen, entsteht eine Fehlsichtigkeit. Daher sollten Sie sie zwischendurch immer wieder trainieren.

Sehen funktioniert nur über Licht

Jeder Gegenstand um Sie herum kann Licht reflektieren. Je heller seine Farbe, desto mehr Lichtstrahlen reflektiert er. Die zurückgeworfen Lichtstrahlen treffen auf Ihr Auge. Auf der Hornhaut bricht das Licht zum ersten Mal. Dann gelangt es durch Kammerwasser und Pupille auf die Linse, wo eine erneute Brechung stattfindet. Von dort aus setzt sich das Licht durch den Glaskörper bis hin zur Netzhaut fort. Hier fällt es durch die vorausgegangenen Brechungen sowohl seitenverkehrt als auch auf dem Kopf stehend auf die Sehzellen. Dort spricht es die Stäbchen an, die am Rande der Netzhaut in dichter Zahl vorhanden und für das Schwarz-Weiß-Sehen verantwortlich sind.

Auch die Zapfen, die für das Farbsehen verantwortlich sind, werden aktiviert. Sie sitzen alle im gelben Fleck. Nur die Lichtstrahlen, die genau das Zentrum des gelben Flecks mit seinen 0,1 mm treffen, ergeben ein scharfes Bild. Diese optischen Reize wandelt die Netzhaut in Nervensignale um, die zum Gehirn führen. Dort spielt sich nun das ab, was wir unter dem Wort „Sehen“ verstehen: Die Nerven des Sehzentrums verbinden sich mit anderen Gehirnbereichen. Verschiedenste Gehirnzellen kümmern sich nun um spezielle Bereiche des Lichts. Einige sorgen für die richtige Farbe, andere für die Form oder die Bewegung.

Funktionsweise vergleichbar mit einer Kamera

Ihre Augen wandeln Lichtsignale in elektrische Impulse um. Ihr Gehirn erstellt daraus dreidimensionale Bilder. Unsere Augen können wir zum besseren Verständnis sehr vereinfacht mit einer Fotokamera vergleichen.

Hornhaut: Schützt und bündelt die Lichtstrahlen

Ihr Augapfel ist rund wie eine Kugel. Ihn umgeben drei verschiedene Hautschichten. Ganz außen liegt die lichtundurchlässige Lederhaut, die das Auge schützt – wie beim Fotoapparat das Kunststoffgehäuse. Sie ist dafür verantwortlich, dass das Auge die Form einer Kugel behält. Sie ist so fest, dass Verformungen nicht auftreten. Im vorderen Bereich des Auges wird die Lederhaut zur Bindehaut. Dabei handelt es sich um den Teil, den Sie sehen, wenn Sie sich im Spiegel anschauen.

Unter der Lederhaut befindet sich die Aderhaut. Wie der Name schon sagt, ist diese Hautschicht von kleinen Blutgefäßen durchzogen. Darüber hinaus liegen in ihr viele Pigmentzellen. Im vorderen Teil des Auges ersetzen der Ziliarmuskel und die Regenbogenhaut die Aderhaut. Der Ziliarmuskel hält die Regenbogenhaut (Iris). Dieser Muskel ist des Weiteren dafür verantwortlich, dass die Linse ihre Größe ändern kann.

Die Netzhaut (Retina) bildet die dritte der Hautschichten. Auf ihr sitzen die Sehzellen (Stäbchen und Zapfen), die das Hell- und Dunkelsehen ermöglichen, sowie der blinde Fleck und der gelbe Fleck. Das Innere des Auges ist gefüllt mit dem Augenkammerwasser. Darüber hinaus liegen hier die Linse und der Glaskörper.

Iris und Pupille: Wie Blende und Objektiv

Die Lichtstrahlen gelangen durch Ihre Pupille in das Innere Ihrer Augen. Ihre Iris besteht aus Muskelfasern, die ringförmig um Ihre Pupille angeordnet sind. Deren Struktur ist bei jedem Menschen individuell unterschiedlich. Die Iris kann durch Kontraktion die Pupille enger und weiter stellen wie die Blende einer Fotokamera: Bei hellem Licht schließt sie sich und lässt weniger Licht ins Augeninnere, in der Dämmerung weitet sich Ihre Pupille und lässt mehr Licht in Ihr Auge.

Linse: Feineinstellung für nah und fern

Direkt hinter Ihrer Pupille liegt die Linse. Ihre Form hat zur Namensgebung geführt. Sie besteht aus einer klaren strukturlosen Substanz. Hier erfolgt die Feineinstellung der Lichtbrechung. Kleinste Muskeln (Ziliarmuskeln) verändern die Form der Linse, je nachdem ob sich das Objekt, das Sie ansehen, in der Nähe oder Ferne befindet. Hinter der Linse werden die Lichtstrahlen durch den Glaskörper weitergeleitet. Er ist mit einer klaren, geleeartigen Masse gefüllt, durch die die Lichtstrahlen ungehindert auf die Netzhaut treffen.

Netzhaut: Aus Lichtstrahlen werden elektrische Impulse

Die Wand des Glaskörpers ist mit der Netzhaut ausgekleidet, einer sehr lichtempfindlichen, ultradünnen Gewebeschicht. Sie besitzt Millionen lichtsensibler Zellen. Die gebündelten Lichtstrahlen werden auf Ihre Netzhaut geleitet und hier in elektrische Impulse umgewandelt. Den sensibelsten Teil der Netzhaut bildet die Makulalutea (Gelber Fleck). Hier liegt auch der Punkt der größten Sehschärfe, die sich allerdings im Laufe des Lebens verändert.

Gehirn: Bearbeitet das Bild, bis es korrekt ist

Die Lichtbrechung durch Hornhaut und Linse verursacht zunächst ein Bild, das auf dem Kopf steht sowie spiegelverkehrt und zudem stark verkleinert ist. Der Sehnerv leitet die Informationen an das Sehzentrum im Gehirn. Erst dort entsteht das „bewusste Sehen“. Jetzt kommt Ihr Sehzentrum in der Großhirnrinde zum Einsatz: Dieses errechnet nun das visuell stimmige 3-D-Bild. Was Sie wirklich zu sehen glauben, ist ein Computerbild. Erst die Bearbeitung durch die Neuronen des Großhirns lässt die optischen Reize zu einem für uns erkennbaren Bild werden.

Verstehen Sie nun, warum die Augen oftmals als Power-Zentren bezeichnet werden? Der beschriebene hochkomplexe Vorgang läuft bei geöffneten Augen ständig, ohne Pause und automatisch ab – vorausgesetzt, Ihre Augen sind gesund.

Kontakt zu Selbsthilfegruppen

Hier erhalten Sie weitere Informationen sowie Kontakt zu Selbsthilfegruppen vor Ort:

  • Akademie des Sehens, Verein zur Förderung Sehbehinderter und zur Erforschung von Augenerkrankungen e. V., 48145 Münster, St. Mauritz-Feiheit 44, Tel. 0251 / 3794684, Fax 0251 / 3794684
  • Deutscher Blinden- und Sehbehindertenverband e. V., Geschäftsführer: Andreas Bethke, Rungestraße 19, 10179 Berlin,Tel. 030 / 285387-0, Fax 030 / 285387-20, E-Mail: info@dbsv.org, Internet: www.dbsv.org
  • Pro Retina Deutschland e. V., Vaalser Str. 108, 52074 Aachen, Tel. 0241 / 870018, Fax 0241 / 873961, Internet: www.pro-retina.de

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