Augenerkrankungen: Nehmen Sie die Früherkennung ernst!
Sylvia Schneider in Täglich Gesund zum Thema Augenheilkunde
vom 10. März 2010, 16:00 Uhr
GNL5223
Der Grüne Star ist die gefährlichste Augenerkrankung im Alter. Und eine sehr tückische dazu, denn Sie bemerken sie anfangs gar nicht. Ihr Blickfeld verengt sich allmählich immer mehr, ohne dass Sie dies auf Anhieb gewahr werden. Hauptursache für das Glaukom ist ein zu hoher Druck im Auge, der allmählich den sehr empfindlichen Sehnerv quetscht und unwiderruflich zerstört. Die bereits eingetretenen Sehverluste lassen sich nicht wieder beheben.
Diese Augenkrankheiten können sich mit dem Alter einstellen
Netzhautleiden wie Ablösungen oder Makuladegeneration und Starerkrankungen gefährden bei Millionen Bundesbürgerinnen über 50 Jahren das Augenlicht. Hinzu kommen Millionen von Diabetikerinnen, die unter einer Starerkrankung oder einer diabetischen Retinopathie (einer gefährlichen Unterversorgung der Netzhaut) leiden. Gerade die riskantesten Augenerkrankungen zeigen wie das Glaukom zunächst keinerlei erkennbare Symptome: Sie tun nicht weh, und der Sehverlust fällt anfangs kaum auf. Dabei sind sie heute einfach zu diagnostizieren. In den meisten Fällen kann man sie - rechtzeitig erkannt - mit Medikamenten, operativen Eingriffen und Laserbehandlung stoppen oder zumindest die Sehprobleme beseitigen. Leider zahlen die Krankenkassen einen regelmäßigen Augen-Check nicht. Dennoch sollten Sie sich diesen vom 40. Lebensjahr an einmal im Jahr gönnen.
Nach diesen vier Augenerkrankungen fahndet der Augenarzt bei seiner jährlichen Kontrolle:
- Glaukom (Grüner Star): zu hoher Druck im Auge. Hierbei steigt der Innendruck im Auge, weil das Kammerwasser nicht abfließen kann oder generell zu viel Kammerwasser gebildet wird. Vermutlich spielen auch Durchblutungsstörungen des Auges eine Rolle. Das gefährdet die Fasern des Sehnervs, die dadurch absterben können. Es droht Erblindung. Risikofaktoren sind Alter, erbliche Vorbelastung, starke Kurzsichtigkeit, Diabetes, Gefäßleiden, Rauchen, bestimmte Verletzungen oder schwere Entzündungen im Organismus. Im Frühstadium verläuft das Glaukom unbemerkt. Verlorengegangene Sehfähigkeit lässt sich nicht wieder herstellen. Ansonsten wird das Glaukom mit modernen, Druck senkenden Augentropfen sehr erfolgreich behandelt. Eine Operation kann den Abfluss des Kammerwassers verbessern.
- Katarakt (Grauer Star): getrübte Linsen. Hierbei trübt sich die normalerweise klare Augenlinse ein, was sich ebenfalls auf das Sehvermögen niederschlägt. Fast jede zweite 60-Jährige leidet darunter. Mit dem Alter werden es noch mehr. Risikofaktoren sind familiäre Vorbelastung, Diabetes, Verletzungen des Auges und Sonneneinwirkung auf der Netzhaut. Auch beim Grauen Star gibt es lange keine spürbaren Anzeichen, dass sich etwas krankhaft verändert. Doch mit zunehmender Linsentrübung sehen Sie unscharf und verschwommen. Helles Licht wird als unangenehm empfunden, alles wirkt blasser. Abhilfe schafft hier eine Operation. Der zehnminütige Eingriff wird ambulant unter örtlicher Betäubung vorgenommen. Dabei entfernt der Arzt die trübe Linse durch einen winzigen Schnitt in die Hornhaut und ersetzt sie durch eine Kunststofflinse. Die meisten Operierten können sofort nach dem Eingriff wieder besser sehen, nicht selten sogar besser als je zuvor. Tipp: Die Augen bei Sonne mit einer Sonnenbrille schützen.
- Makuladegeneration: die Netzhaut stirbt ab. Bei dieser Augenerkrankung sterben Sinneszellen im Zentrum der Netzhaut (Makula) ab. Das führt über kurz oder lang zu starkem Sehverlust. Die Makuladegeneration (altersbedingte Makuladegeneration, AMD) ist die häufigste Ursache für schwere Sehbehinderungen. Rauchen und Mangelernährung (Diäten!) gelten als Risikofaktoren. Es werden zwei verschiedene Formen der AMD unterschieden: die trockene und die feuchte AMD. Bei beiden setzen sich Stoffwechselablagerungen in der Netzhaut ab. Frühe Warnzeichen sind Sehveränderungen: Linien erscheinen verzerrt, Buchstaben verschwommen. Im Zentrum des Sehfeldes ist ein dunkler Fleck sichtbar, der beim Gucken stört. Am Rand sieht die Betroffene noch klar. Die therapeutischen Möglichkeiten sind leider noch begrenzt. Sie haben überdies nur im frühen Stadium Erfolg.
- Diabetische Retinopathie: Blutungen im Auge. Langfristige Störungen des Blutzuckerspiegels schädigen die Netzhaut des Auges durch eine Minderdurchblutung. Denn junge Blutgefäße sprossen in den Glaskörper ein und halten dem Druck nicht stand. Erst kommt es zu Blutungen, dann drohen Netzhautablösung und Erblindung. Bei Diabetes verschlechtert sich das Sehvermögen oft akut. Durch eine korrekte Einstellung von Blutzucker und Blutdruck lassen sich kleinere Schäden wieder beheben. Größere Schäden werden mit dem Laser behandelt, der die einsprossenden Gefäße verödet und abgelöste Teilchen wieder verschweißt. Blutzucker und Blutdruck sollten im Alter generell, besonders aber bei Diabetikern gut eingestellt sein, damit es gar nicht erst so weit kommt.
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