Auf eine Reha nach Herzinfarkt nicht einfach verzichten
Täglich Gesund zum Thema Herzinfarkt
vom 26.02.2004 16:00 Uhr
GNL5356
Herr Michael K. hat folgende Frage:
Meine Mutter (73) liegt mit einem akuten Herzinfarkt in der Klinik. Es geht ihr soweit gut, doch nun stellt sich die Frage nach der Reha-Behandlung. Wenn es nach meiner Mutter ginge, würde sie die Klinik lieber heute als morgen verlassen. Die Ärzte raten aber zu einer Anschluss-Behandlung. Noch einmal wochenlang in eine Klinik zu müssen ist ihr aber ein Gräuel. Meine Frage: Kann man so eine Reha auch ambulant machen? Ist sie absolut notwendig oder kann man in Ausnahmefällen auch mal auf sie verzichten?
90 Prozent aller Infarkte sind anhand 9 leicht messbarer Faktoren vorhersehbar

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Lieber "täglich gesund" Leser,
ich verstehe sehr gut, dass Ihre Mutter nach der Zeit im Akutkrankenhaus nicht weitere Wochen zur stationären Rehabilitation von zu Hause weg möchte. Für Sie und sie stellen sich jetzt jedoch zwei Fragen: 1. Reha ja oder nein, 2. Reha ambulant oder stationär?
Zunächst zur 1. Frage: Die Reha hat nur "so nebenbei" den Effekt, dass der Infarktpatient seine Leistungsfähigkeit steigert, Sicherheit und Zuversicht im Umgang mit seinem Körper und der neuen Krankheit wiedererlangt, die Medikamente eingestellt werden, notwendige Kontrollen (Ultraschall, Belastungs-EKG, 24-Stunden-EKG) nach dem Infarkt erfolgen und ähnliches. Meiner Meinung nach bekommen die Patienten in einer Reha auch viele, lebensnotwendige Informationen. Denn erst nach Entlassung aus dem Akutkrankenhaus stellen sich die vielen Fragen zum Leben mit dem Herzinfarkt im Alltag. Und da helfen weder Bücher, noch der Hausarzt (der hierfür nicht die Zeit hat) und nicht die Familie (die diesbezüglich nicht das Wissen hat). Aus diesem Grunde empfehle ich also in jedem Fall eine Anschluss-Reha für rund 3 Wochen.
Nun zur 2. Frage: Eine solche Reha kann prinzipiell ambulant oder stationär durchgeführt werden, einige Reha-Kliniken bieten auch eine einwöchige stationäre Phase gefolgt von einer zweiwöchigen ambulanten Phase an. Ob dies für Ihre Mutter in Frage kommt, hängt zum einen davon ab, ob sie nach dem Infarkt schon außer Gefahr und genügend leistungsfähig ist (dies kann der Stationsarzt beurteilen) und ob ein ambulantes Rehazentrum in der Nähe zum Wohnort liegt (dies wissen die Sozialarbeiter des Krankenhauses). Mehr zu diesem Thema lesen Sie auch hier: