Auch Männer leiden unter Krampfadern: Finden Sie sich nicht damit ab!
Helmut Erb in Fit in 8 Minuten
vom 06.02.2008 05:00 Uhr
GNL5356
Liebe Leser,
vor einigen Tagen sprachen wir über Venenprobleme nach Sportverletzungen. Ihren Anfragen entnahm ich, dass Sie das Thema sehr interessiert. Denn – obwohl man eigentlich annimmt, dass Venenprobleme vorwiegend Frauen plagen – leiden nicht wenige Männer ebenfalls unter Krampfadern. Ich kann das bestätigen, denn ich sehe beim Sport häufiger welche.
Das Problem mit den Krampfadern beginnt mit ihrer Fehleinschätzung: Sie sind nicht nur lästig und hässlich, sie können Ihnen auch gefährlich werden. Moderne Operationsverfahren nehmen der Venenschwäche den Schrecken. Noch besser ist es jedoch, wenn Sie es gar nicht erst soweit kommen lassen.
Bewegungsmangel und Übergewicht gelten neben hormonellen Einflüssen (bei Frauen) und Vererbung als Hauptrisikofaktoren. Bewegen, bewegen, bewegen heißt deshalb auch schon das Zauberwort der Vorbeugung. Ideal sind Ausdauersportarten sowie eine spezielle Venengymnastik. Ungünstig sind schnelle Sportarten, bei denen viel gebremst, beschleunigt und gesprungen wird, sowie Kraft-Übungen im Studio.
So funktionieren Ihre Venen
Die zentrale Pumpstation des Körpers, das Herz, befördert das Blut über die Arterien (Schlagadern, die sich dann weiter aufzweigen) in alle Körperteile bis in die allerletzten feinen Haargefäße. Aus ihnen holen sich die Gewebszellen die für sie wichtigen Stoffe und geben im Austausch ihre Abbauprodukte an das Blut ab. Dieses nun nähr- und sauerstoffarme Blut wird zum “Auftanken” zum Herzen und zur Lunge zurück befördert. Diese Arbeit erledigen die Venen.
Wenngleich die Venen im ganzen Körper gleicher Bauart sind, manifestieren sich jedoch fast alle Venenerkrankungen in den Beinen. Das hat einen einleuchtenden Grund: So wie Wasser nicht bergauf fließt, so steigt auch das Blut nicht einfach aus der Zehenspitze wieder zum Herzen hoch. Das ständige Hochpumpen gegen die Schwerkraft der Erde, bedeutet für die Venen Schwerstarbeit. Um den Höhenunterschied von mehr als einem Meter zu überwinden, reicht die Pumpleistung des Herzens nicht aus.
Damit das “verbrauchte” Blut zum Auffrischen in Richtung Herz zurückfließen kann, gibt es zwei kräftige Transporthilfen: die Venenklappen und die Beinmuskulatur. Die Wadenmuskulatur hilft das Blut nach oben zu pressen. Die Venenklappen wirken wie Ventile, die das Blut nur in eine Richtung passieren lassen: nach oben. Da die Venen dünn und dehnbar sind, kann es bei andauernder Überlastung zu Problemen kommen. Ihre Wände geben nach, das Klappensystem wird außer Kraft gesetzt, das Blut kann nicht mehr ausreichend zum Herzen transportiert werden und staut sich. Krampfadern entstehen.
Wie Sie damit umgehen, lesen Sie in den nächsten Beiträgen!
Ihr
Helmut Erb