Auch Depressive leiden unter der bleiernen Erschöpfung
Sylvia Schneider in Naturmedizin aktuell
vom 26.10.2007 06:00 Uhr
GNL5356
Jeder Mensch hängt mal durch, ohne gleich krank zu sein. Doch wirklich depressive Menschen sind meist völlig antriebslos, ständig müde, niedergeschlagen und traurig. Sie haben das Gefühl, sich in einer ausweglosen Enge zu befinden. Weltweit erkranken immer mehr Menschen an Depressionen. Wobei Frauen sechsmal häufiger betroffen sind als Männer. Man schätzt, dass heute etwa zehn Prozent aller Frauen an einer echten Depression leiden.
Mit modernen Medikamenten – vor allem für den akuten Einsatz – und Psychotherapie lassen sich Depressionen zumeist gut in den Griff bekommen. Das Problem ist jedoch, dass die Depression als solche häufig spät diagnostiziert wird. Denn dieses Leiden kann sich hinter zahlreichen körperlichen Beschwerden verbergen – von Herzbeschwerden über Unterleibsschmerzen bis hin zur chronischen Müdigkeit.
Schwaches Herz, schwacher Körper
Das Herz ist Ihr Motor. Es pumpt Schlag für Schlag das Blut durch den Körper bis in den hintersten Winkel. Damit gelangen auch Nährstoffe und Sauerstoff dorthin. Doch gerade Ihr wichtigstes Organ wird durch den modernen Lebensstil oft stark geschwächt: Nikotin, Alkohol, einseitige Ernährung, Stress und vor allem Bewegungsmangel machen ihm zu schaffen.
Ist das Herz so geschädigt, dass sich eine Herzschwäche (Herzinsuffizienz) entwickelt, wird der ganze Organismus in Mitleidenschaft gezogen. Erste Symptome sind Atembeschwerden, Schlafstörungen und ständige Müdigkeit. Schlimmstenfalls droht Herzversagen. Alle Herzerkrankungen müssen generell vom Arzt behandelt werden. Es gibt heute eine Reihe von Möglichkeiten, einem geschwächten Herzen Erleichterung zu verschaffen. Wichtig ist es allerdings, dass Sie Ihre Lebensweise ändern und sich auf ihr Leiden einstellen.
Oft ist die Leber überfordert
Normalerweise ist die Leber ein Organ, das ganz still seine Arbeit tut. Sie erledigt ihre lebenswichtigen Entgiftungsaufgaben vorwiegend nachts, ohne dass Sie es merken. Doch immer öfter ist sie überfordert: durch Umweltgifte und Schadstoffe, aber auch durch Medikamente und vor allem durch zuviel Alkohol. Ist die Leber überlastet, zeigt sich dies in Abgeschlagenheit, nachhaltiger Erschöpfung und „total zerknittertem“ Aufwachen am Morgen. Bei chronischer Übermüdung sollte man deshalb auch an eine geschädigte Leber denken.
Am besten schützen Sie Ihre Leber, indem Sie ihr so viel Gift wie möglich ersparen. Das gelingt am ehesten, wenn Sie massvoll mit Alkohol umgehen und nur Medikamente nehmen, wenn es medizinisch wirklich notwendig ist. Leberstärkend wirken Präparate mit Mariendistel, Artischocke und Selen.
Zu niedriger Blutdruck macht schwach
Wenn Ihnen morgens beim Aufstehen schwarz wird vor Augen, wenn Sie nicht in Schwung kommen, sich zu nichts aufraffen können, ständig müde und lustlos sind, schnell frösteln, kalte Hände und Füße haben, dann ist sehr wahrscheinlich Ihr Kreislauf im Keller. Das ist ein typisches Frauenleiden, ist aber in aller Regel keine Krankheit. Medikamentös behandelt werden muss der niedrige Blutdruck nicht. Es liegt aber auf der Hand, dass die betroffenen Frauen sich nicht einfach in ihr Schicksal ergeben wollen. Sport, Wechselduschen, Sauna und Wassertreten beispielsweise bringen den Blutdruck gefahrlos und nachhaltig auf Trab.