Arztkittel sind Bakterienschleudern
Sylvia Schneider in Naturmedizin aktuell
vom 5. Oktober 2011, 06:00 Uhr
GNL5356
Alles andere als hygienisch sind die weißen Kittel von Klinikärzten und Krankenschwestern: Über 60 Prozent dieser Uniformen enthalten potenziell gefährliche Keime, berichten Forscher vom Shaare Zedek Medical Center in Jerusalem im amerikanischen Journal für Infektionskontrolle ("American Journal of Infection Control"). Das Problem sieht auch Arne Simon von der Kommission für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention am Robert-Koch-Institut. Er fordert deshalb die Abschaffung der weißen Arztkittel.
Die israelischen Forscher untersuchten 75 Uniformen von Krankenschwestern und 60 von Ärzten einer 550-Betten-Uniklinik in Jerusalem. Mittels Standard-Bluttupfern wurden Abstriche von der Unterleibszone, den Ärmelenden und Taschen der Kittel entnommen und auf deren Inhalt untersucht. Über 60 Prozent aller Kleidungsstücke wurden positiv auf Krankheitserreger getestet. Bei 27 Kulturen fanden sich auch multiresistente Bakterien, in acht davon die gefürchteten MRSA-Keime, die die sogenannten Krankenhausinfektionen auslösen.
"Weiße Kittel sind nur Statussymbole. Sie werden zu selten gewechselt und haben keine rationale Schutzfunktion", so der Homburger Hygieneexperte Arne Simon. Dass Ärzte ihre Arbeitskleidung teils nur einmal pro Woche wechseln, sei Folge von Bequemlichkeit oder Vergesslichkeit. Ein schwerwiegender Fehler: "Keime in der Kitteltasche oder am Ärmel sorgen dafür, dass Hände trotz Dekontaminierung schnell wieder verschmutzt werden. Auch wenn es keine Studien dazu gibt, ist eine Übertragung von Krankheiten auf diese Weise sehr leicht möglich", so Simon. Um Erregern Einhalt zu gebieten, gibt es teils schon heute patientenbezogene Schutzkleidung. "Auf Intensivstationen oder in der Onkologie halten sich Patienten mit besonders empfindlichem Immunsystem auf. Hier gibt es zunehmend Bereichskleidung, gegen die Ärzte ihre Kittel beim Betreten der Station austauschen."
ähnliche Beiträge
Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von herta peggy bormann (05.10. 2011 06:59 Uhr):
ja, sehr geehrte frau silvia schneider, ich kann ihrem beitrag nur aus erfahrung zustimmen. mein cousin l. grades hatte sich im spital lindau am bodensee und jetzt wieder in ravensburg eine infektion zugezogen, die sehr unangenehm ist und schwer zu behandeln. ich war frueher absolut frei von blaseninfektion, die ich mir auch im hospital in auckland zugezogen hatte anl. einer wirbelsaeulenoperation und anschl. katheder, der diese e-coli und blasenentzuendung hervorrief. ich unterzog mich vor 3 monaten einer open heart surgery im waikato hospital hamilton/neuseeland und hatte eine chestinfektion, die dann mit antibiotika behandelt wurde. die dauer zog sich dann auf l monat hospital hin. freundliche gruesse herta peggy bormann, l42 ocean beach road, tairua 3508/neuseeland abonnent des herzbriefes
Antworten - Kommentar von Johann Niedermayer (05.10. 2011 09:16 Uhr):
Ein großes Gesundheitspotential scheint in der Entsäuerung des Organismus zu liegen. Unlängst habe ich gehört, dass bei jemand, der an einer jener Infektionen erkrankt war, nach welchen für gewöhnlich lebenslang Antikörper produziert werden, diese Phänomen (die danach beobachtbare Produktion von Antikörpern) durch die Herstellung eines gesunden Basen/Säurezustandes durch das Trinken von Kangenwasser verschwunden sein soll.
Antworten - Kommentar von Marie (05.10. 2011 10:37 Uhr):
Guten Tag, wenn zukünftig keine "Schutzkleidung =Kittel" getragen werden sollten, dann bleiben an der privaten Kleidung ja schließlich auch die Keime hängen - kommt als nächstes dann die Schleuse? was mir besonders auffällt, dieses ständige Händeschütteln, ob in Kliniken oder in den Praxen- ohne dass man sich zwischendurch die Hände wäscht.
Antworten